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Damit aus Sorgen keine ernsthaften Notlagen werden

Erstellt von Pressestelle |

Kinderschutzstelle „KoKi“ berät sich erstmalig in großem Rahmen mit Netzwerkpartnern

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich das Leben von Eltern schlagartig. Neben Glücksgefühlen entstehen meist auch Sorgen und Nöte. Damit aus Problemen keine ernsthaften Notlagen werden, helfen die Pädagogen der Koordinierenden Kinderschutzstelle, kurz genannt „KoKi“. Sie beraten werdende und junge Mütter und Väter und vermitteln in schwierigen Familiensituationen geeignete Hilfen. Um künftig noch besser zusammenzuarbeiten, haben sich jetzt die vier KoKi-Mitarbeiter aus Memmingen und dem Unterallgäu erstmalig in großem Rahmen mit Hebammen, Kinderärzten, Familienpaten und anderen Netzwerkpartnern zusammengesetzt.

Eigentlich saßen sie schon ziemlich eng zusammen bei diesem ersten offiziellen Netzwerktreffen in Memmingen. Allerdings war diese Nähe bedingt durch die räumliche Situation im Familiencafé der Caritas an der Hopfenstraße, wohin die KoKi-Pädagogen eingeladen hatten. Denn mit einem Ansturm von 50 Personen hatten sie nicht gerechnet. Deswegen hieß es: Bitte Zusammenrücken!

Ähnlich eng – in symbolischem Sinne – soll die Zusammenarbeit zwischen KoKi, Schwangerenberatungsstellen, Kinderschutzbund, Wochenstationen, Frauenkliniken oder Jobcentern auch dann erfolgen, wenn deren Vertreter die Kaffeestube wieder verlassen haben. Denn das neue Bundeskinderschutzgesetz sieht vor, dass „im Bereich `Frühe Hilfen´ flächendeckend verbindliche Strukturen der Zusammenarbeit“ aufgebaut und entwickelt werden. Das bedeutet: All diejenigen sollen sich künftig noch besser vernetzen, die als Anlaufstelle für werdende und frischgebackene Eltern dienen.

Um genau dies zu erreichen wurden bei dem Netzwerktreffen Kontakte geknüpft – nicht nur mit den jeweiligen Sitznachbarn; das Wissen über den anderen wurde über Name und Berufsstand hinaus erweitert; Alltagsprobleme bei der Arbeit wurden geschildert und Anregungen für eine noch bessere Vernetzung formuliert.

„Intensivere Kommunikation untereinander“ stand beispielsweise auf einem der bunten Pappkärtchen, die unter der Rubrik „Wünsche“ an ein Plakat in der Kinderspielecke des Familiencafés geheftet wurden – dort, wo sonst immer die Kleinen Halligalli machen. Weitere Anliegen der Anwesenden: „Kürzere Wege“, „Mehr Zeit im Austausch“, „Besseres Wissen über die Arbeit des anderen“ und „Zuverlässige Rückmeldung, wie es den Familien später ergangen ist“.

Daneben wurden auch Probleme in der interdisziplinären Zusammenarbeit genannt – beispielsweise mit Blick auf die berufliche Schweigepflicht: „Einerseits soll man Netzwerke knüpfen und sich untereinander austauschen, andererseits soll man aber die Schweigepflicht nicht verletzen“, erläuterte ein Kinderarzt ein wohl häufiges Problem, denn viele im Raum nickten zustimmend. Hier betonten die KoKi-Mitarbeiter: „Wir suchen gemeinsam mit den Familien nach Lösungen. Gegebenenfalls kann man auch anonym einen Fall schildern.“

Um anschaulich zu verdeutlichen, zwischen welchen Netzwerkpartnern schon gute Verbindungen bestehen, wurden auf einem Plakat mit Filzstiften bunte Linien gezogen, die sich zu einem grobmaschigen Netz vereinten. Damit die Maschen im Laufe der Zeit noch enger werden – wie es auch das Bundeskinderschutzgesetz fordert - sollen bei einem der nächsten Treffen verbindliche Vereinbarungen für eine Zusammenarbeit festgelegt werden.

„Aber für heute ist es erst einmal genug“, sagte Pädagogin und KoKi-Mitarbeiterin Maria-Luise Bogner aus dem Unterallgäu. „Denn wir wollen niemanden überfordern.“ Bogner, ihre KoKi-Kollegen und die anderen Netzwerkpartner möchten sich künftig in halbjährlichem Rhythmus treffen. Bis dahin wird das Familiencafé an der Hopfenstraße wieder den Eltern und ihren Kinder überlassen.

Die vier KoKi-Mitarbeiter aus Memmingen und dem Unterallgäu (im Uhrzeigersinn von links oben): Kreszentia Gromer, Norbert Moritz, Ursula Karst und Maria-Luise Bogner. Foto: Häfele/Pressestelle Stadt Memmingen
Die KoKi-Mitarbeiterinnen (von links) Kreszentia Gromer und Ursula Karst veranschaulichen anhand eines Plakats das bereits vorhandene Netzwerk der Kinderschutzstelle. Foto: Häfele/Pressestelle Stadt Memmingen
In Arbeitsgruppen wurden Wünsche und Anregungen für eine noch intensivere Zusammenarbeit formuliert. Foto: Häfele/Pressestelle Stadt Memmingen