01.06.2026: Holger Kiesel dazu: „Ich mache mir große Sorgen um die Zukunft. Als studierter Historiker fühle ich mich immer öfter auf sehr unangenehme Weise an dunkle Zeiten erinnert. Menschen mit Behinderung haben wieder Angst, dass man ihnen ihre Lebensgrundlage entzieht. Es geistern zahlreiche Kürzungsvorschläge herum, die einen massiven Angriff auf unseren Sozialstaat darstellen. Diese Kürzungsvorschläge finden sich teilweise schon in Gesetzesentwürfen wieder. Deshalb sage ich es noch einmal deutlich: an den Leistungen für Menschen mit Behinderung sowie Kinder und Jugendliche darf nicht gespart werden.“ Die Behindertenbeauftragten betonen, dass Einsparungen bei Teilhabeleistungen weder die bestehenden Probleme lösen noch langfristig Kosten senken werden. Unterstützungsbedarfe verschwinden nicht durch Streichlisten – sie verlagern sich nur. Sowohl der Freistaat Bayern als auch Bezirke, Städte, Landkreise und Gemeinden stehen in der Pflicht. Wer einen zukunftsfähigen Sozialstaat will, darf sich nicht an der Aushöhlung von Teilhaberechten beteiligen, sondern muss an Lösungen mitwirken, die Inklusion stärken und Bürokratie abbauen. Die Behindertenbeauftragten appellieren an die Bayerische Staatsregierung sowie an die Bayerischen Bezirke, Städte und Landkreise, sich gegen Kürzungen bei Leistungen für Menschen mit Behinderungen sowie bei Kindern und Jugendlichen zu stellen. Die geplanten Einschnitte dürfen nicht zur Grundlage gesetzgeberischer Initiativen gemacht werden. Stattdessen braucht es endlich konsequente und massive Zukunftsinvestitionen in Barrierefreiheit, inklusive Strukturen und echte gesellschaftliche Teilhabe. Holger Kiesel Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung Winzererstraße 9, 80797 München Telefon: 089 1261-2799 Internet: http://www.behindertenbeauftragter.bayern.de E-Mail: behindertenbeauftragter@stmas.bayern.de
18.05.2026: „Zusammen mit allen Sozialverbänden drängen wir auf den Erhalt und Ausbau von Teilhabe, es gehe nicht um freiwillige Leistungen, sondern um die Umsetzung grundlegender Menschenrechte. Einsparungen dürfen nicht auf Kosten von Menschen mit Behinderung und ihrer Familien gehen. Darum keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe!“ appelliert Verena Gotzes, die Vorsitzende des Behindertenbeirates. Unterstützen auch Sie die Kampagne des Lebenshilfe Bundesverbandes „Teilhabe ist Menschenrecht“ www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht und unterzeichnen Sie noch bis zum 25. Mai die Petition an den Deutschen Bundestag. Der Behindertenbeirat der Stadt Memmingen hat wie jedes Jahr eine Aktion zum Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung organisiert und wurde von folgenden Kooperationspartnern unterstützt: Diakonie: Sozialpsychiatrisches Zentrum „An der Kappel“, Katholische Arbeitnehmerbewegung, Lebenshilfe MM/UA: Heilpädagogische Tagesstätte, Unterallgäuer Werkstätten, Regens Wagner: Offene Hilfen MM/UA, Stadt Memmingen: Inklusionsfachstelle. An den Infoständen auf dem Weinmarkt konnten Interessierte an einem Quiz/Faktencheck teilnehmen und einfache Alltagsfragen, die immer wieder auftauchen, beantworten. Zum Beispiel: Was machen Kinder in einer Heilpädagogischen Tagesstätte? Was kann man tun, wenn man eine psychische Erkrankung hat? Darf ich mit einem Schwerbehindertenausweis auf einem Behindertenparkplatz parken? Können Arbeitnehmende mit Schwerbehinderung vom Arbeitgeber ganz normal gekündigt werden? Wird in einer Werkstatt für behinderte Menschen auch für regionale Firmen gearbeitet? Diese und viele andere Fragen konnten beantwortet, diskutiert werden und somit einen Einblick in die Alltagswelt von Menschen mit Beeinträchtigungen geben. „Am Samstag, den 6. Juni 2026 findet zum 35.mal das alljährliche Straßenfest für Menschen mit und ohne Behinderung von 10.00 Uhr – 13.30 Uhr auf dem Theaterplatz statt“, lädt Regina Sproll, stellvertretende Vorsitzende des Behindertenbeirates, herzlich dazu ein.
30.04.2026: Unter dem Motto „Faktencheck: Barrierefreiheit, Behinderung, Beratung“ möchten wir ins Gespräch kommen, Themen diskutieren, Vorurteile abbauen und aufzeigen, wo Barrieren im Alltag noch bestehen – und wie sie gemeinsam überwunden werden können. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen, ihre Fragen mitzubringen und sich zu informieren. Bei einem kleinen Quiz kann zudem das eigene Wissen über Parkausweise, Kündigungsschutz, psychische Erkrankungen, oder auch schulische/berufliche Teilhabe getestet werden. Der Behindertenbeirat, in Kooperation mit Einrichtungen und Verbänden, lädt Sie herzlich an den Aktionsstand am Dienstag, 5. Mai 2026 von 09:00 bis 12:00 Uhr an den Weinmarkt (Freiheitsbrunnen) ein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen Behindertenbeirat der Stadt Memmingen mit seinen Kooperationspartnern Diakonie: Sozialpsychiatrisches Zentrum „An der Kappel“ Katholische Arbeitnehmerbewegung Lebenshilfe MM/UA: Heilpädagogische Tagesstätte, Werkstattrat Unterallgäuer Werkstätten Regens Wagner: Offene Hilfen MM/UA Stadt Memmingen: Inklusionsfachstelle
30.04.2026: Hintergrund des Treffens ist u.a. ein Antrag des Behindertenbeirates aus dem Jahre 2023, der den barrierefreien Umbau des Antonierhofes fordert. Das darin aufgeführte "Flammscan-Verfahren" ist nach Einschätzung des Bauamtes jedoch nicht umsetzbar, da es die alten Steine beschädigen würde. Als neue Lösung wurde deshalb nun eine feste Verfugung des bestehenden Steine vorgeschlagen, die mittels einer Testfläche nun vor Ort diskutiert wurde. Eine der beiden Verfugungen wurde grundsätzlich als eine deutliche Verbesserung zum bisherigen Bestand bewertet. Unklar ist jedoch noch, in wie weit diese Streusalz- und witterungsbeständig ist. Die Vorsitzende des Behindertenbeirates, Verena Gotzes möchte weiterhin am gesamten Austausch des Pflasters festhalten, da "Barrierefreiheit nicht von einem Kostenfaktor abhängig gemacht werden darf". Zusätzlich wird sie die vorgeschlagene Art der Verfugung mit Fachleuten für barrierefreies Bauen im Bundesverband des BSK besprechen. Dem Behindertenbeirat ist es ein großes Anliegen, eine schnelle, praktikable Lösung zu finden, die nachhaltig ist und allen Menschen ermöglicht, den Antonierhof ohne Stolperfallen und besondere Erschwernis zu nutzen.
30.04.2026: Die Memminger Lauschtour ist eine digitale Stadtführung entlang des roten Weges. Seit 2024 gibt es auch barrierefreie Touren des Rundgangs. Spezielle Versionen für Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigung sowie ein Angebot in Leichter Sprache ermöglichen allen Interessierten den Zugang zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sophia Martin, Studentin bei Regens Wagner hat zusammen mit Helmut Peter, Yvonne Burkhardt und Claudia Abrell die barrierefreien Versionen getestet. Die Version für Menschen mit Hörbeeinträchtigung bietet einen Text mit Bildern zum Mitlesen an, der parallel zum Audio läuft. Die audiodeskriptive Version ermöglicht, dass Menschen mit Seheinschränkungen eine bessere Vorstellung über das Aussehen der Häuserfassaden, Kirchen und Plätze bekommen. Die Version in Leichter Sprache informiert über die Sehenswürdigkeiten in klaren und kurzen Sätzen. Die drei Testpersonen geben das Feedback, dass die drei barrierefreien Versionen in der App sehr gut funktionieren und liefern zudem wertvolle Verbesserungsimpulse. Eine größere Schriftgröße, präzisere Navigationshinweise und ein langsamerer Wechsel zwischen den Stationen würden die barrierefreien Anwendungen noch optimieren. Daher findet es Claudia Abrell wichtig, dass Menschen mit Behinderung bei der Entwicklung von barrierefreien Inhalten weiterhin einbezogen werden. Denn Barrierefreiheit soll nicht nur eine Option bleiben, sondern eine Pflicht für alle. Ein herzliches Dankeschön geht an die Testenden der App!
15.10.2025: Nach seiner Lesung und Diskussionsrunde am Vorabend im Antonierhaus war der Inklusionsaktivist, Buchautor, Moderator und Podcaster Raul Krauthausen in der Stadtbibliothek zu Gast und hat aus seinem Kinderbuch „Als Ela das All eroberte“, das er zusammen mit Adina Hermann geschrieben hat, vorgelesen. Kinder aus der Edith-Stein-Schule und der Notker-Schule hörten gespannt und aufmerksam zu. Ela ist fasziniert von Planeten, Sternen und Schwarzen Löchern und ihr großer Traum ist: Als Astronautin ins Weltall fliegen. Doch nicht alle denken, das Ela das schaffen kann, weil sie einen Rollstuhl nutzt vielleicht? Wie Ela lernt, das viele Wege zu den Sternen führen, davon erzählt diese wunderschöne Geschichte mit raketenstarken Illustrationen und einem großen Wissensteil über die Raumfahrt und das Weltall. In dem Buch steckt ganz viel: Mut und Wille, für die eigenen Ziele zu kämpfen und wie wichtig Freundschaft ist. Warum die Milchstraße nicht aus Milch ist und warum Astronauten im Raumschiff nicht pupsen dürfen, diese und viele andere Fragen wurden am Ende auch noch geklärt! Für Kinder ab 8 Jahren, erschienen im Carlsen Verlag
27.08.2025: Wir laden Sie herzlich zu einer Veranstaltung des Behindertenbeirates der Stadt Memmingen im Rahmen der Feiern zu 500 Jahre – Zwölf Artikel ein: Raul Krauthausen „Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.“ Lesung mit anschließender Gesprächsrunde 23.09.2025, um 19.00 Uhr Antoniersaal Memmingen Raul Krauthausen, der Inklusionsaktivist und lauteste Stimme in Deutschland, wenn es um die Rechte von Menschen mit Behinderung geht, spricht grundlegende Fragen zur Inklusion in Deutschland an. Denn zu viele Benachteiligungen schränken Menschen mit Behinderung in ihrer persönlichen Freiheit ein. Inklusion ist in unserer momentanen sozialen Realität nicht verwirklicht. „Frey seyen und wöllen sein“ so der Titel unserer Ausstellung zur Freiheit und dem Streben nach gesellschaftlicher Verbesserung. Teilhabe ist Menschenrecht und bedeutet Freiheit für Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme und Ihr Interesse Der Behindertenbeirat der Stadt Memmingen
27.08.2025: Die kommunale Ebene ist für verschiedenste Aspekte in den Bereichen Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion zuständig. Angesichts der angespannten Kassenlage vieler Kommunen geraten auch diese Themenfelder leider unter immer größeren Spardruck. Holger Kiesel dazu: „Barrierefreiheit und Teilhabe sind keine Schönwetterprojekte und deshalb auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Verhandlungsmasse! Wir brauchen beides, um Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die Gesellschaft – gerade in Zeiten des demografischen Wandels – zukunftsfit zu machen! Mit konsequent barrierefreiem Bauen schlagen wir dabei zwei Fliegen mit einer Klappe: die Menschen werden oder bleiben selbstständig und gleichzeitig heben wir Potenziale von Menschen mit Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen. Es ist zu kurz gedacht, an der Barrierefreiheit zu sparen. Die Folgekosten sind aus meiner Sicht immens – gerade für die Kommunen. Deshalb dürfen die Kommunen – im Schulterschluss mit allen politischen Ebenen – auch in herausfordernden Zeiten auf keinen Fall nachlassen, sich aktiv für Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit einzusetzen! Wir als Beauftragte haben unsere Wünsche in unserer gemeinsamen Erklärung schon einmal formuliert.“ Das Treffen der Kommunalen Behindertenbeauftragten findet einmal im Jahr statt. Bayern hat 103 Kommunale Behindertenbeauftragte, die laut Bayerischem Behindertengleichstellungsgesetz weisungsfrei und erste Ansprechpartner auf Kommunaler Ebene zu Inklusion und Barrierefreiheit sind.
18.06.2025: Der Autistic Pride Day ist ein Tag, an dem die Stärken und einzigartigen Perspektiven von autistischen Menschen gefeiert werden. Anstatt sich auf die Defizite zu konzentrieren, wird die Bedeutung von Autismus in unserer Gesellschaft hervorgehoben. In diesem Jahr bietet der Tag auch einen interessanten historischen Kontext: Die Bauernartikel von Memmingen , die 1525 im Rahmen der Deutschen Bauernkriege formuliert wurden, forderten grundlegende Freiheitsrechte und soziale Gerechtigkeit für die Bauern, die damals unterdrückenden Bedingungen litten. Autismus und der Kampf für Freiheit: Eine Parallele „Genau wie die Bauern von Memmingen vor 500 Jahren für ihre Rechte kämpften, so müssen auch heute autistische Menschen für ihre Anerkennung und Teilhabe an der Gesellschaft eintreten“, erklärt Verena Gotzes, Stadträtin und Sprecherin des Behindertenbeirates der Stadt Memmingen und ergänzt: „Der Autistic Pride Day ist eine Erinnerung daran, dass niemand aufgrund seiner Unterschiede ausgegrenzt oder benachteiligt werden sollte.“ Der Autistic Pride Day fordert nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz, sondern auch die Schaffung von barrierefreien Lebenswelten und Arbeitsumfeldern. In vielen Bereichen des Lebens, von Bildung über Arbeit bis hin zu Freizeitgestaltung, stehen autistische Menschen vor besonderen Herausforderungen. Ein Aufruf zur Inklusion und Gleichbehandlung Die Bauernartikel standen für das Streben nach einer Gesellschaft, in der alle Menschen gleiche Rechte und Würde genießen. Der Autistic Pride Day erinnert uns heute daran, dass wir als Gesellschaft noch immer nicht alle Barrieren für Menschen im autistischen Spektrum überwunden haben. Nur durch einen fortlaufenden Dialog und ein wachsendes Bewusstsein können wir eine inklusive und gerechte Gesellschaft für alle schaffen.