„Kein Land für Niemand“
Zeitraum: 09.10.2026 - 18:00 Uhr
Kurzbeschreibung:
Zwischen Abschottung und Fachkräftemangel: Wie viel Einwanderung braucht Deutschland? Anschließend Gespräch mit dem Memminger Integrationsbeauftragten Lukas Krupinski.
Kaum ein politisches Thema wird derzeit so kontrovers diskutiert wie Migration. Während Forderungen nach Begrenzung und einer restriktiveren Migrationspolitik den politischen Diskurs prägen und die AfD bei den Landtagswahlen 2026 hohe Stimmenanteile erzielt, steht Deutschland gleichzeitig vor einer ganz anderen Realität: In zahlreichen Branchen fehlen Arbeits- und Fachkräfte – und Zuwanderung trägt zunehmend dazu bei, diese Lücken zu schließen.
Wie eng diese scheinbar gegensätzlichen Debatten miteinander verbunden sind, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. 2025 bestanden in Deutschland in 157 Berufsgattungen Fachkräfteengpässe. Der Anteil ausländischer Beschäftigter in diesen Engpassberufen hat sich seit 2014 von sieben auf rund 14 Prozent verdoppelt. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in der Pflege: Dort haben mittlerweile rund 20 Prozent der Beschäftigten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Bundesagentur für Arbeit kommt deshalb zu dem Schluss, dass Zuwanderung angesichts des demografischen Wandels für den deutschen Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Gleichzeitig wird über Flucht, Migration und die Aufnahme von Schutzsuchenden politisch zunehmend kontrovers gestritten. Migration ist damit längst mehr als eine Frage der Grenz- und Asylpolitik. Sie berührt die Zukunft des Arbeitsmarktes ebenso wie Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt, Integration und dem Umgang mit Menschen, die Schutz in Europa suchen.
Genau in diese aktuelle Debatte fällt die Filmveranstaltung von KAB und KDFB in Memmingen.
Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“.
Der Film richtet den Blick auf die Situation an den europäischen Außengrenzen und auf die Menschen hinter der politischen Debatte. Er gibt Einblicke in die Lage in einem Flüchtlingslager, erzählt persönliche Geschichten von Geflüchteten und dokumentiert Seenotrettungseinsätze. Gleichzeitig fragt er nach der Entstehung und Begründung politischer Entscheidungen und lässt Wissenschaftler:innen und weitere Akteur:innen zu Wort kommen.
Damit bietet der Film Anlass, Fragen zu diskutieren, die auch vor Ort relevant sind: Wie wollen wir über Migration sprechen? Wie lassen sich humanitäre Verantwortung, Integration und die Interessen eines Landes zusammenbringen, das auf Zuwanderung angewiesen ist? Und was bedeuten bundes- und europapolitische Entscheidungen letztlich für das Zusammenleben in einer Stadt wie Memmingen?
Nach der Filmvorführung sind die Besucher:innen eingeladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Am Austausch beteiligt sich auch Lukas Krupinski, Integrationsbeauftragter der Stadt Memmingen. Damit soll der Blick vom Film und der bundespolitischen Debatte bewusst auf die kommunale Ebene gelenkt werden: Wie zeigt sich Migration konkret in Memmingen? Welche Erfahrungen werden vor Ort gemacht und welche Herausforderungen stellen sich bei Integration und gesellschaftlichem Zusammenleben?
- Eintritt:
kostenfrei, Spenden zur Deckung der Unkosten willkommen
- Ort:
Rosa Raum
Waldhornstr. 18
87700 Memmingen- Stadtplan: Google Maps
- Veranstalter:
- Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Katholischer Deutscher Frauenbund (KFDB)