08.05.2020: Die Erfahrung zeigt, dass Paare, die heiraten, oft intensiv mit Hochzeitsvorbereitungen wie Tischschmuck, Blumen, Kleidung etc. befasst sind, jedoch nicht genügend mit notwendigen rechtlichen und finanziellen Fragen rund um Ehe und Partnerschaft. Fragen, wie z.B. ein fairer finanzieller Ausgleich vereinbart wird, wenn einer der Ehepartner zu Gunsten von familiären Aufgaben beruflich zurücksteckt, bleiben oft außen vor. Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales hat eine neue Broschüre herausgegeben, die mit vielen Fallbeispielen aus der Praxis die rechtlichen Regelungen und Folgen anschaulich und vor dem Hintergrund der jeweiligen Paarkonstellation erklärt. Handelt es sich um eine Zuverdienstehe, eine Einverdienstehe, eine Doppelverdienstehe, eine zweite/ späte Ehe, unverheiratete Partnerschaften mit und ohne Kinder, eine eingetragenen Lebenspartnerschaft, einen Ehe mit Auslandsbeteiligung? Hat einer der Eheleute ein eigenes Unternehmen oder ein Erbe? Je nach Konstellation ist es wichtig, unterschiedliche Regelungen und Vereinbarungen zu treffen. Erhältlich ist die Broschüre im Gleichstellungsbüro der Stadt Memmingen. Kontakt: Claudia Fuchs, Rathaus, Marktplatz 1, 87700 Memmingen, Tel. 08331 / 850260 oder E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@memmingen.de
28.03.2025: Mia Raben las einfühlsam und berührend aus ihrem Werk, wobei es ihr gelang, die verschiedenen Charaktere des Buches allein durch ihre Sprechweise lebendig und authentisch wirken zu lassen. Besonders beeindruckend war ihr gekonnter Wechsel zwischen Polnisch, Deutsch-Polnisch und dem charakteristisch Hamburgischen, der ihre eigenen biografischen Wurzeln widerspiegelte. Der Roman "Unter Dojczen" schenkt osteuropäischen Pflegekräften eine Stimme und erzählt am Beispiel der polnischen Pflegerin Jola und der Hamburgerin Uschi von den Erfahrungen und Herausforderungen der Arbeitsmigration. Raben gelang es, die komplexen deutsch-polnischen Verhältnisse facettenreich und nuanciert darzustellen, ohne dabei in Schwarzmalerei zu verfallen. Nach der Lesung beantwortete die Autorin Fragen aus dem begeisterten Publikum. Ein anwesender Buchhändler hatte einen Büchertisch aufgebaut, an dem Rabens Werke reißenden Absatz fanden. Die Autorin signierte die Bücher mit einer persönlichen Note. Die Veranstaltung bot nicht nur literarischen Genuss, sondern regte auch zum Nachdenken über ein solidarisches Europa in Zeiten politischer Unsicherheiten an. Mia Rabens einfühlsame Darstellung der Charaktere und ihre authentische Lesung trugen maßgeblich zum Erfolg des Abends bei. Der Roman kann in der Stadtbibliothek entliehen werden. Unter Dojczen Autorin Mia Raben Roman Kjona Verlag ISBN: 978-3-910372-27-6
04.03.2026: Lediglich 12 der 40 Stühle wurden mit leuchtenden Tüchern weiblich gekennzeichnet. So bildlich vor Augen geführt fanden die Besucherinnen und Besucher diese rechnerischen 30 % Frauensitze „schon ziemlich wenig“. Viele Fragen zum Wahlprozedere konnten beantwortet werden und auch der QR-Code auf den Probestimmzettel des Wahlamtes wurde gerne mitgenommen und war vielfach nicht bekannt. Gleichberechtigte politische Teilhabe ist eine Voraussetzung für eine vielfältige und zukunftsfähige Demokratie. Studien zeigen, dass gemischte Gremien zu ausgewogeneren und nachhaltigeren Entscheidungen beitragen. Ziel der Initiatoren war es, Bürgerinnen und Bürger, insbesondere Frauen, zu motivieren, sich politisch zu beteiligen und Kandidaturen zu unterstützen, die sich für Gleichstellung und Fraueninteressen stark machen. Am 27. Februar rückte auch der Equal Pay Day die Lohnungleichheit in den Fokus. Frauen arbeiten rechnerisch bis zu diesem Datum unbezahlt, während Männer schon im Jahresverlauf entlohnt werden. Strukturelle Änderungen sind nötig in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Der aktuelle Gap liegt bei 16 Prozent in Deutschland. Unter dem diesjährigen Motto „equal pay every day“ wird sichtbar, dass sich Lohnungleichheit dauerhaft auf das Leben von Frauen auswirkt und oft in Altersarmut mündet. Die Unterrepräsentanz von Frauen in politischen Gremien und die bestehende Lohnlücke sind Ausdruck struktureller Benachteiligungen, die sich durch viele gesellschaftliche Bereiche ziehen. „Politische und wirtschaftliche Gleichstellung gehören untrennbar zusammen und es ist gesetzliche Aufgabe der Bayerischen Gleichstellungsstellen auf die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gremien hinzuwirken“, so Claudia Fuchs, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen. Die Veranstalterinnen freuten sich über die positive Resonanz und viele Interessierte, denn Demokratie lebt von Beteiligung. Besonders wenn der Tag der Kommunalwahl auf den Internationalen Frauentag fällt und ihn damit zu einem „Frauen-Wählt-Tag“ macht.
13.06.2016: Insgesamt 2 500 Euro spendete die Dorr Unternehmensgruppe aus Kempten für soziale Projekte in der Stadt. Mit dem Geld wurden jetzt vier Bäume finanziert und im Pausenhof der Lindenschule im Memminger Osten gepflanzt. Ein Teil des Betrages wird als Zuschuss für die Wanderausstellung „Alles unter einem Hut!? - Flexible Lebensentwürfe für Frauen und Männer“ des Frauennetzwerkes verwendet. „Ich möchte der Firma Dorr ausdrücklich für Ihre großzügige Spende danken“, begrüßte Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger Werner Voth, Geschäftsführer der Dorr Unternehmensgruppe, und Klaus Roggors, Niederlassungsleiter in Memmingen, neben den Ehrengästen im Pausenhof der Lindenschule. Insgesamt vier größere Bäume hatte die Stadtgärtnerei im Pausenhof für die Pflanzaktion vorbereitet. Bei den Bäumen handelte es sich um 15-jährige Linden, passend zum Namen der Schule. Mit Blick auf die im Schulhof stehenden Bäume meinte Dr. Holzinger: „Es wird wohl so dreißig Jahre dauern, bis die jetzt gepflanzten Linden die Größe erreichen werden“. „Durch Ihre Spende ist es jetzt möglich, das Lindenareal im Pausenhof zu erweitern“, dankte Schulleiter Franz Schneider. Die jetzt neu gepflanzten Bäume ergänzten den Lindenbestand aus den 80-Jahren. Die „Kunstwerke“ aus den alten Ahornbäumen mussten aus Sicherheitsgründen jetzt gefällt werden. So war Platz für die neuen Linden. Die Ehrengäste ließen es sich nicht nehmen, mit den vorbereiteten Spaten selbst Hand anzulegen, während die Schülerinnen und Schüler der Schule die Pflanzaktion beobachteten. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Frauennetzwerkes Memmingen e.V. und 20 Jahre Bayerisches Gleichstellungsgesetz konzipierte der Vorstand des Frauennetzwerkes und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen eine Wanderausstellung „Alles unter einem Hut!? – Individuelle Lebensentwürfe für Frauen und Männer“. 500 Euro der Spende werden jetzt als Zuschuss für die neue Ausstellung verwendet. Berta Huber, die Vorsitzende des Frauennetzwerkes, bedankte sich sehr herzlich für die großzügige Spende: „Die Vereinbarkeit von Familien und Beruf ist ein Dauerthema. Hier gibt es kein Patentrezept“. Die Ausstellung solle zum Nachdenken anregen und helfen, Ideen zu entwickeln, wie sich die beruflichen Wege entwickeln und welche Folgen sich daraus ergeben könnten, so Huber weiter. „Derzeit arbeiten die Ausstellungsmacherinnen zusammen mit dem Netzwerk und der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Claudia Fuchs, an der Umsetzung“, erläuterte Huber. „Seit 1985 gibt es eine Niederlassung der Firma Dorr in Memmingen. Wir legen großen Wert darauf, dass an jedem Firmensitz der Dorrgruppe für soziale Projekte gespendet wird“, betonte Geschäftsführer Werner Voth.