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„Ohne Bergbauern geht es nicht“

Erstellt von Pressestelle |

Staatsminister a.D. Josef Miller präsentiert neues Buch zur Allgäuer Alpwirtschaft – Beitrag aus agrarpolitischer Perspektive

Die hochalpine Allgäuer Alpwirtschaft zählt zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland. In einer neuen Publikation beleuchtet die Marktgemeinde Bad Hindelang als Herausgeberin unterschiedliche Facetten der Alpwirtschaftskultur. Zu den 22 Autorinnen und Autoren des Buches zählt auch Staatsminister a.D. Josef Miller mit einer agrarpolitischen Perspektive auf die Allgäuer Bergregionen. Der Memminger Ehrenbürger stellte das Buch „Hochalpine Allgäuer Alpwirtschaftskultur in Bad Hindelang“ im Memminger Rathaus vor und überreichte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Gabriele Neun, Vorsitzende der Sektion Memmingen des Deutschen Alpenvereins, druckfrische Exemplare. Der DAV zählt in Memmingen zu den mitgliederstärksten Vereinen mit enger Verbindung zur Allgäuer Bergwelt. 

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher würdigte die Beiträge der neuen Publikation, die die Alpwirtschaft aus dem Blickwinkel ganz unterschiedlicher Fachgebiete der jeweiligen Autoren betrachte. Das Themenspektrum des Buches reicht vom Anfang der Alpwirtschaft über das Allgäuer Braunvieh und die Direktvermarktung bis hin zu Fragen der Klimaerwärmung und der Rückkehr des Wolfs. Josef Miller war rund 20 Jahre im Bayerischen Landwirtschaftsministerium tätig, davon drei als Staatssekretär (1990-1993) und zehn als Staatsminister (1998-2008), eine Zeit, in der er politische Verantwortung auch für die Allgäuer Bergwelt trug. „Die Bergregionen können aufgrund der erschwerten Erzeugungsbedingungen und geringen Erträgen im Wettbewerb mit Gunstlagen nicht bestehen. Sie müssen ohne verlässliche staatliche Förderung ihre Höfe auf Dauer aufgeben“, erklärte der Staatsminister a.D. im Rathaus. 

„Es besteht aber unbestritten ein enger Zusammenhang zwischen Alpwirtschaft und Artenvielfalt. Wenn man die Alpen nicht mehr nutzt, so wie es einige Naturschützer für gut finden, wachsen die Weideflächen zu und die Artenvielfalt verschwindet. Negative Beispiele gibt es in Kroatien und Spanien. Die Bergbauern mit ihren Tieren sind als Einzige in der Lage, dies zu verhindern. Ohne sie geht es nicht“, betonte Josef Miller. 

„Die Alpwirtschaft ist eine Win-Win-Situation“, erklärte Gabriele Neun, die auch Mitglied im Klimabeirat des DAV ist. „Hier im alpinen Bereich ist die Flächenbewirtschaftung notwendig und gewollt, um eine Verbuschung zu vermeiden bzw. das Offenhalten der Flächen zu ermöglichen und damit die Biodiversität zu fördern. Eine Übernutzung der Flächen ist dagegen kaum möglich.“  

Gruppenfoto der drei Personen, alle drei halten gemeinsam ein Buchexemplar.
Bei der Buchvorstellung (v.l.): Autor Staatsminister a.D. Josef Miller, Gabriele Neun, Vorsitzende des DAV, Sektion Memmingen und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher. (Foto: A. Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

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