Der Neubau der Turnhalle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Memmingen wurde nach zweijähriger Bauzeit feierlich eröffnet. „Wir haben die große Freude, nach der Eröffnung der Edith-Stein-Schule heute ein zweites großes Bauprojekt im Bereich der Schulen einzuweihen: Die neue Sporthalle der Reichshainschule ist eine Turnhalle der Extraklasse“, würdigte Bürgermeisterin Margareta Böckh bei der Eröffnungsfeier. Sie dankte den rund 40 baubeteiligten Firmen, von denen viele aus der Region kommen. Die Kosten für den Neubau liegen bei rund 8,9 Mio. Euro, wobei rund 2,2 Mio. Euro durch den Freistaat Bayern gefördert werden.
Die Eröffnungsfeier in der vergrößerten Einfeld-Halle wurde von Konrektorin Andrea Karasch moderiert und von den Schülerinnen und Schülern der Reichshainschule lebendig und fröhlich gestaltet. Ein Chor mit rund 80 kräftigen Stimmen sang „Heute feiern wir ein Fest“, die Tanzgruppe präsentierte einen temperamentvollen Flashmob, und die Schülerinnen und Schüler aus dem Hauswirtschaftskurs hatten leckere Baguette für den Stehempfang vorbereitet. Vertreterinnen und Vertreter der Memminger Sportvereine, der Memminger Schulleitungen und der Baufirmen waren bei der Turnhalleneröffnung mit dabei.
„Heute ist ein Tag der großen Erleichterung und Freude“, betonte Schulleiter Willi Seitz. In den vergangenen 6 ½ Jahren mussten alle Klassen der Reichshainschule von der 1. bis zur 9. Jahrgangsstufe für die Sportstunden ins BBZ, was wertvolle Zeit und Logistik forderte. „Doch jetzt ist Schluss mit der Fahrerei.“ Sportunterricht sei gerade in der Sonderpädagogik weit mehr als nur Bewegung, erklärte der erfahrene Pädagoge. „Sport trägt zur ganzheitlichen Entwicklung bei, indem Motorik und gerade auch soziale und emotionale Kompetenzen gezielt gefördert werden. Sport trägt gerade bei uns zu persönlichem Wachstum bei, weil unsere Kinder hier Selbstwirksamkeit erfahren, Gemeinschaft erleben und persönliche Erfolge feiern, die ihr Selbstvertrauen stärken.“
Trotz aller Einschränkungen haben die Schülerinnen und Schüler auch in den vergangenen Jahren das Deutsche Sportabzeichen errungen oder auch tolle Erfolge im Basketball und Fußball auf Bezirksebene gefeiert, erklärte Willi Seitz. Der Schulleiter dankte der Stadt Memmingen für die Investition in den Turnhallenneubau. „Es ist nicht nur eine Investition in Steine und Hallenböden, sondern in die Gesundheit, die Teilhabe und die Entwicklungschancen unserer Schülerinnen und Schüler. Sie haben damit ein klares Zeichen gesetzt, welchen Stellenwert die Schulen und der Sport in unserer Stadt genießen.“
Den kirchlichen Segen für die neue Sporthalle erteilten Kaplan Sebastian Fuchs von der katholischen Pfarreiengemeinschaft Memmingen und Pfarrer Claudius Wolf von der benachbarten Kirche Unser Frauen.
Martin Kopp von f64 Architekten (Kempten) und Friedrich Hönicke von alerolesch Freiraum Landschaftsarchitekten (München) erläuterten Eckpunkte der Baumaßnahme:
- Die 27m x 18m große Einfeld-Halle kann durch einen Trennvorhang in zwei Kleinfeld-Hallen unterteilt werden.
- Es gibt Kletterstangen, Schaukelringe, Sprossenwände, absenkbare Basketballkörbe und vieles mehr.
- Das Gebäude ist mehrere Meter ins Erdreich abgesenkt. Dadurch wirkt das Gebäude vom Park aus gesehen niedriger - bei voller Raumhöhe der Halle. Das Gebäude wirkt transparent und leicht.
- Der elastische Sportboden hat einen dunklen Linoleumbelag. Dieser bildet einen gut erkennbaren Kontrast zur farbigen Spielfeldmarkierung.
- In den Scheiben der Glasfassade sind eine Sonnenschutztönung und eine Vogelschutzrasterung integriert. Das für Menschen unauffällige Punktraster wird von Vögeln wahrgenommen.
- Das Gebäude ist ein Effizienzhaus 40. Die Halle wird über eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung belüftet. Der Strom dazu kommt von der Photovoltaikanlage auf dem Dach.
- Die Wärmeversorgung der Sporthalle erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe und Pufferspeicher.
- Der alte Baumbestand rund um die Halle wurde während der Bauarbeiten sorgsam geschützt.
- Die Flächen rund um die Turnhalle bieten Fahrrad- und Rollerabstellplätze sowie Aufenthalts- und Grünbereiche. Ökopflastersteine gewährleisten eine hohe Regenwasserversickerung. Die Dachflächen wurden begrünt und mit Totholz und Sandgruben versehen, was die biologische Vielfalt unterstützt.
Chronologie des Neubaus
10.10.2019 Antrag auf schulaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung von Schwaben
07.12.2020 Stadtratsbeschluss zur Durchführung eines Realisierungswettbewerbs
11.12.2020 Auslobung des Realisierungswettbewerbs
09.06.2021 Preisgericht nichtoffener Realisierungswettbewerb
07.12.2021 Auftragserteilung an die Planer f64 Architekten (Kempten) und adlerolesch Freiraum (München)
09.12.2022 Antrag auf Baugenehmigung
15.12.2022 Antragstellung bei der Regierung von Schwaben für die Hochbauförderung nach Art. 10 BayFAG.
06.01.2023 Zustimmung des Bauausschusses
31.07.2023 Antragstellung bei der Regierung von Schwaben für die Förderung von langfristig gebundenem Kohlenstoff in Gebäuden in Holzbauweise in Bayern nach BayFHolz.
11.10.2023 Baugenehmigung
19.01.2024 Spatenstich und Baubeginn
21.11.2024 Richtfest
03.02.2026 Einweihung