Jetzt ist es raus: Im Stadtweiherwald gibt es Wichtel! Denn der Stadtweiherwald ist ein richtig alter Wald, in dem sich mystische Wesen wohl fühlen, erklärt Revierleiterin Carola Prinz rund 25 Kindern, die im Wald vor ihr stehen. Carola Prinz arbeitet beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach-Mindelheim und ist für das Forstrevier Memmingen zuständig. Gemeinsam mit der Klasse 3a der Edith-Stein-Schule macht sie eine Tour durch den Stadtweiherwald - ein Walderlebnistag steht auf dem Stundenplan.
An der ersten Station heißt es Fühlen und Tasten. „In den Boxen ist nichts, was lebt und beißt“, verspricht die Försterin. Etwas zögerlich schieben die Kinder ihre Hände in die vorbereiteten Fühlboxen. Sie ertasten Moos, Blätter, Zapfen und sogar ein kleines Reh-Geweih, das die Kinder ausgiebig untersuchen dürfen. Als Belohnung für richtig erfühlte Waldgegenstände gibt es kleine Kristall-Steinchen für die Wichtel.
Revierleiterin Carola Prinz und Stefan Honold, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Memmingen, haben das Konzept für den Walderlebnistag gemeinsam erarbeitet. Er ist ein neues Angebot für alle dritten Klassen in Memmingen. „Wir möchten Kindern den Lebensraum Wald näherbringen. Der Walderlebnistag soll ihnen Spaß machen und sie sollen den Wald als einen schützenswerten und kostbaren Naturraum erfahren“, erklärt Stefan Honold das Konzept. Mit Hilfe einer Geschichte rund um die Wichtel als mystische Waldbewohner tauchen die Kinder ein in die Welt des Waldes.
Auf dem Weg zur nächsten Erlebnisstation erzählt eine Schülerin von ihrem Opa, der vom Wald viel weiß und mit dem sie oft in den Wäldern rund um Memmingen unterwegs ist. Das Mädchen hat Glück mit ihrem Opa, für andere Kinder sind die drei Stunden im Wald eine seltene Erfahrung. „In der dritten Klasse ist der Wald Thema im Heimat- und Sachunterricht (HSU). Wir kommen bald zu den Waldtieren, da unterstützt der Walderlebnistag den Unterricht sehr gut“, erklärt die Klassenlehrerin Eugenia Depprich, die ihre Schützlinge gut im Blick hat.
Die Gruppe verlässt den Waldweg und biegt auf einen Pirschpfad ein, der durch das Unterholz führt. Es gibt Silhouetten von Waldtieren zu entdecken: Dachs, Wildschwein, Specht, Eichhörnchen, Reh – für jedes entdeckte Tier gibt es einen Wichtel-Kristall.
Die Kinder entdecken den Wald spielerisch und lernen viel über Wildkräuter, Tiere, Sträucher und Bäume. An einer weiteren Station schwärmen die Drittklässler jeweils zu zweit aus, einer hat die Augen verbunden, der andere führt zu einem Baum, dessen Rinde in Ruhe abgetastet und erfühlt wird. Während die Birke papierartig abblättert, hat die Eiche eine tief gefurchte Rinde. Jede Rinde fühlt sich anders an. Nach neun Spielstationen haben die Schulkinder den Stadtweiherwald mit viel Spaß kennengelernt und jede Menge Wissen zum Wald gewonnen.
Übrigens: Nach dem Walderlebnistag können die Kinder die folgenden Fragen souverän beantworten:
- Was frisst ein Reh? Knospen oder Blätter? Früchte oder Insekten? (Knospen, Früchte)
- Wohnen Eichhörnchen in einem Nest oder in einem Kobel (Kobel)
- Wie heißt das Kind vom Reh (Kitz)
- Was ist größer, Hirsch oder Reh (Hirsch)
- Nenne mir 2 Vögel, die bei uns vorkommen (Meise, Buchfink, Amsel…)
- Was hat der Hirsch auf dem Kopf (Geweih)
- Was frisst der Waldkauz am liebsten (Mäuse)
- Was frisst die Fledermaus (Insekten)
- Warum schießen Jäger Rehe (zur Regulierung, menschliche Nahrung, Hege)
- Wie heißen die Bauwerke, auf denen der Jäger sitzt und jagt (Hochsitz, Bodensitz, Ansitzleiter, Kanzel)
- Welches Tier jagt in der Nacht? Reh, Luchs oder Wildhamster (Luchs)
- Wer sieht besser, der Adler oder das Reh (Adler)