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Kommunale Wärmeplanung verabschiedet

Erstellt von Pressestelle |

Wichtige Handreichung für zukünftige Wärmeversorgung

Der Memminger Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung der kommunalen Wärmeplanung mit großer Mehrheit zugestimmt. Mit diesem Beschluss setzt Memmingen ein starkes politisches Signal für eine klimaneutrale, zukunftssichere und bezahlbare Wärmeversorgung. Im Oktober 2024 hatte die Stadt Memmingen die Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung gemäß den Vorgaben des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dazu hat Klimamanagerin Carolin Huber nun im Plenum vorgestellt. Die kommunale Wärmeplanung bildet den strategischen Rahmen dafür, wie die Wärmeversorgung in Memmingen bis spätestens 2040 schrittweise treibhausgasneutral, krisensicher und langfristig bezahlbar umgestellt werden kann. Sie analysiert quartiersscharf den aktuellen Wärmebedarf, identifiziert geeignete erneuerbare Wärmequellen und zeigt Perspektiven für Wärmenetze sowie dezentrale Versorgungslösungen auf. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher lobt die Kommunale Wärmeplanung als wichtige Handreichung: „Mit dem vorliegenden Endbericht liegt nun eine umfassende, datenbasierte und räumlich differenzierte Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung vor. Mit der kommunalen Wärmeplanung schaffen wir Transparenz, Orientierung und Planungssicherheit für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Stadtverwaltung, Stadtwerk und die Unternehmen.“

Die Erstellung des kommunalen Wärmeplans wird von der Z-U-G (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft, Projektträger für das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz) zu 90% gefördert. Die operative Erstellung der KWP wurde Ende 2024 begonnen und von der Stadtverwaltung und den Stadtwerken in Zusammenarbeit mit den spezialisierten Beratungsunternehmen B.A.U.M. Consult GmbH und Fichtner GmbH & Co. KG durchgeführt. Begleitet wurde der Prozess von Sitzungen des sogenannten „Wärmetisch“, einem Steuerungsgremium, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus der Verwaltung, der Politik, der Energieversorgung, der Immobilienwirtschaft, dem Handwerk und weiteren Schlüsselakteuren zusammensetzt.

Zentrales Ziel: Treibhausgasneutralität bis 2040
Die kommunale Wärmeplanung basiert auf einer umfassenden Bestandsanalyse, die den aktuellen Wärmeverbrauch der Stadt detailliert erfasst, inklusive Gebäudearten, Energieträger und Energie-bedarf. Darauf aufbauend zeigt der Wärmeplan, wie dieser Wärmebedarf in den kommenden Jahren reduziert und zunehmend aus erneuerbaren Energiequellen und unvermeidbarer Abwärme gedeckt werden kann. Wesentliche Ergebnisse sind:
•    Der jährliche Wärmebedarf im Stadtgebiet liegt bei rund 556 GWh – und wird heute zu über 80 Prozent fossil gedeckt, überwiegend mit Erdgas und Heizöl. Damit liegt ein zentraler Hebel sowohl beim Klimaschutz als auch bei der Versorgungssicherheit und Preisstabilität im Wärmesektor.
•    Strategische Wärmewendestrategie: Ein Maßnahmenkatalog, der die notwendige Transformation der Wärmeversorgung skizziert, begleitet von kurzfristigen Zwischenzielen (etwa für 2030) und einem Zielszenario 2040.
•    Dezentrale und zentrale Versorgungslösungen: Der Plan identifiziert und priorisiert Flächen und Quartiere, in denen Wärmenetze langfristig wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll sind, sowie Bereiche, in denen dezentrale Konzepte – etwa Wärmepumpen, Solarthermie oder hybride Systeme – die beste Option darstellen.
•    Eine besondere Herausforderung bleibt die Altstadt: Sie ist aufgrund der hohen baulichen Dichte grundsätzlich ein potenziell geeigneter Bereich für leitungsgebundene Lösungen, gleichzeitig ist die Umsetzung aufgrund der städtebaulichen Rahmenbedingungen und noch nicht abschließend geklärter Wärmequellen anspruchsvoll. Für diesen Bereich sind daher weitere vertiefende Prüfungen vorgesehen. Parallel werden Optionen betrachtet, die kurzfristig zur Reduktion fossiler Anteile beitragen können – darunter die Einspeisung klimafreundlicheren Rohgases aus benachbarten Biogasanlagen, wobei eine zielgerichtete und effiziente Nutzung maßgeblich ist. Mittel- und langfristig werden bis zur Fortschreibung der Wärmeplanung in fünf Jahren weitere Wärmequellen und Versorgungswege untersucht. 
•    Erneuerbare Wärmequellen: Das Potenzial lokaler erneuerbarer Energiequellen – wie Solarthermie, Geothermie oder industrielle Abwärme – wird systematisch untersucht und in die Szenarien integriert.
•    Potenzial zur Wärmebedarfsminderung: Neben der Versorgung selbst wird ein Schwerpunkt auf Effizienz und Reduktion gelegt, etwa durch energetische Sanierungen und Modernisierungen im Gebäudebestand.

Wichtig für Bürgerinnen und Bürger: Der Wärmeplan hat keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung und verpflichtet nicht zu einer bestimmten Heiztechnik. Er priorisiert Quartiere, in denen nun vertiefende Untersuchungen und Machbarkeitsprüfungen folgen. „Die wichtigste Botschaft für Eigentümerinnen und Eigentümer: Der Plan verpflichtet niemanden zu einer Technologie. Er schafft Orientierung, damit Investitionen von Gebäudebesitzenden und Energieversorgern nicht ins Leere laufen“, betont Sandra Giglmaier von B.A.U.M. Consult GmbH.

Zielszenario 2040 – Vision einer klimaneutralen Wärmeversorgung für Memmingen
Im Zielszenario 2040 wird beschrieben, wie Memmingen seine Wärmeversorgung nahezu treib-hausgasneutral ausgestaltet:
Der Wärmebedarf wird deutlich reduziert durch Energieeffizienzmaßnahmen und Gebäudesanierungen. Erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme decken den Großteil des verbleibenden Wärmebedarfs. Wärmenetze werden dort etabliert, wo sie ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind, und können große Quartiere nachhaltig versorgen. Dezentrale Konzepte wie Wärmepumpen und gekoppelte energetische Systeme werden flächendeckend dort eingesetzt, wo leitungsgebundene Lösungen nicht effizient sind. Die Nutzung von lokalem Potenzial erneuerbarer Quellen wird strategisch mit der bestehenden Infrastruktur verknüpft und kontinuierlich ausgebaut.
Dieses Szenario dient als Vision und Planungshorizont: Es ist kein verbindlicher Maßnahmenkatalog, aber ein klarer Fahrplan, der Orientierung für Entscheidungsträger, Investitionen und Maßnahmen gibt.

Nächste Schritte
Die kommunale Wärmeplanung wird regelmäßig fortgeschrieben und bildet eine lebendige Grundlage für Maßnahmen, Förderentscheidungen und Quartiersentwicklungen. Besonders betont der Plan die Bedeutung der frühen Information, Beratung und Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern wie auch relevanten Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft und Handwerk. Gestaltungsspielräume für Gebäudeeigentümer, Stadtwerke und Energieberater sollen so bestmöglich genutzt werden.

Die Ergebnisse der KWP Analysen sind auf der Seite von Umwelt und Klima zu finden. Und sind bald auch im Digitalen Zwilling zu finden.
 

Die Bestandsanalyse.
Analyse der Energieträger.
Die Einteilung der Gebiete im Stadtgebiet.

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