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Kinder wollen‘s wissen: Was macht eigentlich ein Oberbürgermeister?

Erstellt von Pressestelle |

Halbzeit im Amt - Jan Rothenbacher im Gespräch mit jungen Memmingerinnen und Memmingern 

Am 21. März 2023 trat Jan Rothenbacher das Amt des Memminger Oberbürgermeisters an. Vieles hat sich seither getan. OB Rothenbacher hat die generalsanierte Edith-Stein-Schule eröffnet, den Grundstein für den Klinikumsneubau gelegt und den Neubau für das Feuerwehrhaus in Eisenburg gestartet. Er hat den Freiheitspreis an Christian Streich verliehen und den Bundespräsidenten zur Eröffnung des Gedenkjahrs „500 Jahre Zwölf Artikel“ empfangen. In kritischer Finanzlage hat er der Stadtverwaltung einen strengen Sparkurs verordnet. Er hat die kommunale Wärmeplanung vorangetrieben und viele neue digitale Serviceangebote für die Memmingerinnen und Memminger geschaffen. Der Terminkalender von OB Rothenbacher ist voll und eine 70-Stunden-Woche ist für ihn eher der Normalfall. Zu seinen Lieblingsterminen zählen Schulklassenbesuche im Rathaus, meist kommen Grundschulkinder der dritten und vierten Klassen. Der Oberbürgermeister nimmt sich Zeit für die jungen Memmingerinnen und Memminger und beantwortet gerne ihre spannenden Fragen. 

Warum wolltest du gerne Oberbürgermeister werden? Weil man als Oberbürgermeister viel gestalten kann. Zum Beispiel wie es mit Spielplätzen, Straßen oder der Ausstattung an den Schulen läuft. Da bringe ich mich gerne ein, und das kann ich auch gut. Jeder kann ja andere Sachen gut und leistet seinen Beitrag, damit es uns allen gut geht. Ich habe nach der Schule Verwaltung studiert und dann in einem Bereich gearbeitet, wo wir Verwaltungen neu aufgestellt haben, damit sie effektiver arbeiten können. Ich kann Verwaltung gut und das bringe ich ein, damit wir alle in Memmingen besser leben können. 

Ist die Amtskette aus echtem Gold? Die Kettenglieder sind vergoldet, die Medaille ist ganz aus Gold. Wirklich wertvoll ist die Amtskette aber wegen ihrem Alter, sie ist etwa 150 Jahre alt und weil sie so einen hohen Symbolwert hat. Die Amtskette ist Symbol für die Würde des Oberbürgermeisteramts. Also nicht für meine Würde, sondern für die meines Amtes. 

Welchen Sport machst du? Mein Herz brennt für alle Ballsportarten. In der Praxis mache ich aber anderen Sport, einfach weil es praktischer in meinen Terminplan passt: Bouldern, Radfahren und gerne Wandern mit der Familie, aber dann so richtig steil den Berg hoch. 

Was war das Peinlichste, das Dir passiert ist? Mir ist relativ wenig peinlich, aber ich habe mal einen Namen verwechselt und jemanden mit dem falschen Namen angesprochen. Das haben auch noch viele mitgekriegt und eigentlich kannte ich den richtigen Namen gut. Das war mir sehr unangenehm. 

Wie viel verdienst du? Als Oberbürgermeister bin ich Wahlbeamter. Ich werde nach Beamtenbesoldung bezahlt, das hängt dann immer davon ab, wie groß die Stadt ist und ob sie kreisfrei ist oder nicht. In meinem Fall ist es die Besoldung B6, das sind ungefähr 130.000 Euro im Jahr. Dazu kommen noch weitere Einkünfte aus Pflichtaufgaben wie z.B. dem Verwaltungsrat der Sparkasse, aber auch Familienzuschläge, weil ich drei Kinder habe. Insgesamt komme ich damit auf etwa 180.000 Euro im Jahr und darauf zahle ich dann selbstverständlich noch die Steuern.

Wann bist du geboren? Ich bin am 15. Dezember 1992 geboren. 

Warum gibt es so viele Brillengeschäfte in Memmingen? Weil es viele Menschen gibt, die eine Brille brauchen. Man kann ja viele Sachen im Internet bestellen, aber eine Brille möchte man aufsetzen und sehen, ob sie passt und ob sie einem steht. Deswegen gibt es viele Optiker in der Stadt. 

Hast du Angst vor dem Tod? Hmm ... Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Ich würde mich als gläubigen Christen bezeichnen. Da gehören freilich Zweifel und Unklarheiten mit dazu, aber ich glaube aber an ein Leben nach dem Tod. Mir gibt das auch Halt und Zuversicht. Tod gehört zum Leben mit dazu. Der Tod ist immer schlimm, aber für mich persönlich bedeutet der Tod nur einen Zwischenschritt.  

Wie schaltest du vom Stress ab? Mit Bewegung und Lesen. Den Körper beim Sport fordern und beim Lesen in fremde Welten entschweben, das tut gut. 

Wie ist es Entscheidungen zu treffen? Manchmal ist es anstrengend, häufig ist es gut, weil man damit immer einen Schritt vorankommt. Ich glaube, Entscheidungen treffen muss man mögen. Seit ich Oberbürgermeister bin, habe ich schon ganz viele Entscheidungen getroffen, da sind sicher auch falsche dabei gewesen, das ist ganz normal. Das kann einem Stress bereiten oder auch nicht. Ich komme damit ganz gut zurecht. 

Wie lange dauert eine Stadtratssitzung? Das ist ganz unterschiedlich. In der Regel so zwei bis drei Stunden. Manchmal geht es auch schneller, wir haben hier aber auch schon bis spät in die Nacht getagt. 

Messi oder Ronaldo? Das ist eine ganz spannende Frage. Tatsächlich Ronaldo, aber ich bin da international nicht so tief drin, weil ich schon ein großer Bundesliga-Fan bin. 

Was ist dein Lieblingsverein in der Bundesliga? Mein Verein ist der VFB Stuttgart, ich bin schon seit klein auf Fan und seit über zehn Jahren Mitglied. 

Wohnst Du in einem Schloss? Nein, ich wohne in einem ganz normalen Haus. 

Wie viele Termine hast Du am Tag? Ich bin normalerweise von 9 bis 22 Uhr durchgebucht, da komme ich auf neun bis zehn Termine am Tag, am Wochenende sind es weniger, aber da arbeite ich auch. In den Schulferien tagt der Stadtrat nicht und ich habe auch mehr frei. 

An welchem Ort kannst du am besten abschalten? Bei meiner Familie, dann ist es egal, ob wir zu Hause sind oder gemeinsam unterwegs. 

Können wir Dir einen Brief schreiben, damit wir weniger Hausaufgaben bekommen? Der Brief würde ankommen, aber was die Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht machen, entscheiden sie und die Schulleitung. Ich als Oberbürgermeister habe die Aufgabe, dass ihr ein gutes Schulgebäude habt, dass da genügend Stühle und Tische drin sind und die Heizung funktioniert. Beim Unterricht darf und soll ich nicht mitreden. 

Was ist Deine Lieblingsfarbe? Das ist Rot. 

Was wäre, wenn es dich nicht gäbe? Das ist eine gute Frage. Es gibt immer einen Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin in Memmingen. Wenn ich als Mensch nicht da wäre, gäbe es jemand anders, der diese Aufgabe hätte. 

Wie hast du dich gefühlt, als Du Oberbürgermeister geworden bist? Ich habe mich sehr gefreut. Das ist ein ganz großer Vertrauensvorschuss, wenn man gewählt wird, wenn die Leute sagen, hey, der kann das gut, der soll das mal machen. Aber ich war am Anfang auch ein bisschen nervös, wenn man für eine ganze Stadt verantwortlich ist, davor hat man schon Respekt. 

Wie lange bist Du jetzt schon Oberbürgermeister? Ich bin jetzt schon drei Jahre im Amt und es kommen noch mindestens drei weitere Jahre, dann ist die Wahlperiode zu Ende. Man muss ja als Oberbürgermeister immer wieder neu antreten und den Menschen zeigen, dass das, was man gemacht hat, ganz gut war. Und dass das, was man vorhat, auch gut ist und dass man es ordentlich macht. Man muss alle sechs Jahre zur Wahl antreten, das ist bei mir in drei Jahren wieder soweit. 

Wieso kostet der Döner so viel? Das liegt daran, dass Energie und Arbeit teurer geworden sind. Die meisten Lebensmittel brauchen in der Produktion Strom und die Leute, die in der Dönerbude arbeiten, bekommen ein Gehalt. Beides kostet heute mehr als vor Jahren, darum ist auch der Döner teurer. 

Wie überwindest du den inneren Schweinehund? Ich führe einen Terminkalender und trage alles ein, was ansteht und das erledige ich dann eins nach dem anderen. In meinem Beruf geht es nicht ohne eine gewisse Disziplin. 

Bist du gerne Oberbürgermeister? Ja, es ist sehr anstrengend, und sehr schön zugleich! Ich habe einen ganz tollen Job, weil ich jeden Tag viele tolle Menschen treffen darf und viele spannende Dinge erlebe. Das macht mir Spaß. Wenn man den Stress aushalten kann, ist großartig Oberbürgermeister zu sein. 

Warum gibt es eigentlich die Inflation? Preise verändern sich ja immer bisschen. Wenn viele Produkte aus unterschiedlichen Gründen teurer werden, spricht man von Inflation. Ein Beispiel:  Ihr geht ins Sportgeschäft und da sind zehn Bälle. Nehmen wir an, es war gerade Fußball-WM, jeder will Fußball spielen und alle wollen gerne diese Fußbälle, aber nicht jeder kann einen Ball bekommen. Dann gehen die Preise hoch, weil nicht genug Angebot vorhanden ist. Jetzt kann es aber sein, dass gerade Eishockey-WM war und niemand Fußball spielen will, sie haben aber diese Bälle und brauchen Platz für andere Waren. Dann machen sie die Bälle günstiger, um sie schneller loszuwerden. So ändern sich Preise immer wieder. Insgesamt wird das hochgerechnet. Und wenn mehr Preise teurer werden, haben wir eine Inflation. Meistens kommen die Einkommen dann etwas später hinterher. 

An welchem Ort kannst du am besten abschalten? Bei meiner Familie, dann ist es egal, ob wir zu Hause sind oder gemeinsam unterwegs. 

Wo bist du geboren? Ich bin in Illertissen geboren. 

Bist du in einem Verein? Oh ja, in ganz vielen Vereinen. Von klein auf bin ich im Musikverein, übers Bouldern und die Berge zum Beispiel auch im Alpenverein. 

Was ist deine Lieblingssportart? Ich finde alle Sportarten toll, die Team- und Ballsportarten sind, also nicht nur Ball, es kann auch ein Puck sein. Ich spiele selbst am liebsten Fußball und schaue am liebsten Eishockey. 

Was hat Memmingen für Nachbarn? Wir haben Dörfer bzw. Gemeinden als Nachbarn, mit denen wir viel zusammenarbeiten wie z.B. Buxheim, Trunkelsberg, Memmingerberg oder Benningen. Die gehören nicht zu uns dazu, sie haben ihre eigenen Bürgermeister und gehören zum Landkreis Unterallgäu. Dagegen gehören die Dörfer Steinheim, Eisenburg oder Dickenreishausen zu uns. Ich bin im Prinzip Oberbürgermeister der Stadt Memmingen und von sechs Dörfern, die zu Memmingen gehören. Und dann gehören zu unseren Nachbarn auch Städte, mit denen wir viel zusammenarbeiten, z.B. Kaufbeuren oder Kempten. 

Warum gibt es nur ein Tierheim in Memmingen? Weil es nicht besser wird, wenn wir mehrere hätten. Es gibt ja Aufgaben, die kann man besser erledigen, wenn man mehrere sich die Arbeit aufteilen, zum Beispiel Aufräumen. Aber wenn ihr zum Beispiel sagt, ihr habt vier Lehrerinnen in einer Klasse, dann reden die ja durcheinander und ihr versteht nichts mehr. Das heißt, vier Lehrerinnen sind nicht viermal so gut. Ein Tierheim braucht vielleicht mehr Platz oder mehr Leute, die helfen. Dann können sie ihre Arbeit besser machen. Aber mehr Tierheime würden den Tieren keinen Vorteil bringen.   

Ist es schwer Oberbürgermeister zu sein? Ich würde sagen, dass vieles sehr schön und interessant ist, aber dass es auch ein schwieriger Job ist. Ich habe sehr viele Themen, für die ich zuständig bin. Bei der Stadt arbeiten ungefähr 1.400 Personen in vielen Ämtern. Ich habe ganz viel, was ich über den Tag wissen und tun muss. Und ich bin verantwortlich für die schwierigen Entscheidungen, wenn etwas in der Verwaltung nicht gut läuft oder wenn Bürgerinnen und Bürger sich mit einem Problem an mich wenden, braucht es eine Lösung. Das ist manchmal ganz schön schwierig.  

Was kannst Du als Oberbürgermeister nicht leiden? Ich mag es überhaupt nicht, wenn Leute schlecht vorbereitet sind. Ich habe ja ganz viele Termine und Aufgaben und ich schaffe es in der Regel auch, gut vorbereitet zu sein und viel zu wissen. Wenn dann jemand einen Termin bei mir hat und ich habe ja nicht viel Zeit, wenn dann jemand nicht gut informiert ist in dem Thema, um das es geht, das ärgert mich dann schon. 

Warum gibt es Städte und Landkreise? Die gibt es, damit wir uns besser organisieren können. Wir haben Gemeinden, die kümmern sich direkt vor Ort um Kindergärten, Spielplätze oder um Straßenbeleuchtung. Dann gibt es Landkreise und kreisfreie Städte, die kümmern sich um Feuerwehren, um sauberes Trinkwasser, da bekommt man den Ausweis oder den Führerschein. Dann kommt das Bundesland, bei uns der Freistaat Bayern, der sorgt dafür, dass wir genügend Lehrerinnen und Lehrer haben. Noch größer ist dann die Bundesrepublik Deutschland. Der Bund stellt sicher, dass es Autobahnen gibt oder die Bundeswehr. So gibt es die verschiedenen Ebenen und jede hat ihre Aufgaben.  

Warum gibt es so viele Baustellen in Memmingen? Weil wir ganz viel machen und super aktiv sind. Jede Baustelle heißt, dass hier etwas saniert oder gerichtet wird. Es kommt dadurch etwas Besseres, aber jede Baustelle ist natürlich anstrengend. 

Warum gibt es so wenige Naturtrails im Wald? Das hat den Grund, weil durch Trails der Wald ganz schön beansprucht wird. Zum einen wird der Waldboden verdichtet, das ist schlecht für die Bäume. Und die Menschen auf den Trails erschrecken die Tiere, die dann die Gegend um die Trails meiden und sich in andere Waldbereiche zurückziehen, wo sie die Bäume intensiver abfressen. Wir wollen den Wald möglichst schonen. 

Warum gibt es so wenige Schulferien? Oh, wenn man eure Eltern fragt, sagen die vielleicht, dass es ganz schön viele Ferien gibt. Ursprünglich kommen die Schulferien ja daher, damit die Kinder bei der Aussaat oder bei der Ernte auf dem Hof helfen konnten. Aber wer von euch hat denn zu Hause einen Bauernhof? Heute hat man Ferien, damit man mal Pause hat und sich erholen kann. 

Woher kommt der Name Memmingen? Es heißt, dass der Name von einem früheren König Mammo kommt, der hier einen Hof, eine Versammlungsstätte hatte. Der Name verändert sich ja über die Jahrhunderte. Ich komme aus einem Dorf, das heißt Balzheim. Und da vermutet man, dass es da einen Hügel gab, einen Hain. Und dieser Hügel war einem keltischen Gott, dem Baldur geweiht. Also war es Baldurs Hain und daraus entwickelte sich Balzheim. 

Wie heißen Deine Kinder? Samuel, Caspar und Moritz.

Wie groß ist Memmingen? In der Fläche oder meinst du die Einwohnerzahl? Die Fläche. Uff.. 64 km²? Wisst ihr was, das google ich kurz, das weiß ich ehrlicherweise nicht... 70,1 km² haben wir in der Fläche. 

Wie viel weißt Du über die Stadt? Ich würde sagen, ich weiß ganz viel, was aktuelle Themen oder aktuelle Aufgaben angeht. Aber ich bin mir sicher, dass es ganz viele Menschen in Memmingen gibt, die viel mehr über die Geschichte der Stadt und über das Leben in Memmingen wissen als ich. 

Bei der Amtseinführung am 21. März 2023: Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher bei einem Baustellenrundgang in der Edith-Stein-Schule im Jahr 2023. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)
Aus dem Jahr 2024: OB Jan Rothenbacher dankt den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rettungsorganisationen beim Blaulichtempfang der Stadt Memmingen. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)
OB Jan Rothenbacher mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnung des Gedenkjahres „500 Jahre Zwölf Artikel“. (Foto: Jesco Denzel/ Bundespräsidialamt)
Aus dem Jahr 2025: OB Jan Rothenbacher platziert eine Legorampe für mehr Barrierefreiheit im Rathaus. (Foto: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)

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