Gesundheit ganzheitlich denken - das war schon die Maxime des Wasserdoktors Sebastian Kneipp, an die auch die Gesundheitsregionplus Unterallgäu-Memmingen anknüpft. Jetzt soll eine langfristige und abgestimmte Präventionsstrategie für die Region entwickelt werden. Dazu fand im Landratsamt Unterallgäu die Veranstaltung „Regionale Strategieentwicklung im Bereich Prävention“ statt, mit rund 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Gesundheitsförderung, Pflege, Bildung, aus Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, aus Beratung, Verwaltung, Medizin und Politik. Eingeladen hatten Landrat Alex Eder und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher als Vorsitzende des Steuerungsgremiums der Gesundheitsregionplus. Eder verwies in seiner Begrüßung auf die lange Tradition des Unterallgäus als „Kneippland“, in dem Gesundheitsförderung und Vorsorge seit jeher eine wichtige Rolle spielen.
Kern der Veranstaltung war ein moderierter, interaktiver Austausch an fünf Thementischen. Unter den Überschriften „Gut ins Leben starten“, „Gesund aufwachsen“, „Lebensmitte gesund gestalten“, „Gesund alt werden“ sowie „Vulnerable, schwer erreichbare Zielgruppen“ trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissen, Erfahrungen und Ideen zusammen und tauschten sich aus. Sie entwickelten erste Visionen und konkrete Ansätze für eine vernetzte Präventionsstrategie und benannten relevante Akteurinnen und Akteure für die weitere Ausgestaltung dieser Strategie. Im Laufe des Jahres 2026 wollen sie die Arbeit in kleineren Arbeitsgruppen fortführen, um die Ergebnisse zu vertiefen und konkrete Ziele zu formulieren. So soll eine gemeinsame und nachhaltige Präventionsstrategie für den Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen entstehen - als Grundlage für mehr Gesundheit und Lebensqualität in der Region. Als übergreifendes Konzept dient der „Masterplan Prävention“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Zudem gab Nicola Galm von der Gesundheitsregionplus einen kurzen Überblick über die bisherige Arbeit im Bereich Gesundheitsförderung. Dabei hob sie hervor, welche neuen Möglichkeiten sich durch die gesetzliche Verankerung der Gesundheitsregionenplus in Bayern für die zukünftige Arbeit ergeben. Diese Entwicklung ermögliche eine langfristige, strategische Planung.
Einen fachlichen Impuls lieferte Andrea Wolff von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. (LZG). Sie erläuterte, wie fruchtbar die aktive Einbindung aller relevanten Akteurinnen und Akteure sei. Zugleich betonte sie, dass gute und passende Lösungen für die Region auch gemeinsam mit den verschiedenen Zielgruppen in der Bürgerschaft entwickelt werden sollten.
Anna Westbrock von der Gesundheitsregionplus Unterallgäu-Memmingen präsentierte zudem zentrale Ergebnisse einer regionalen Bedarfs- und Bestandsanalyse im Bereich Prävention. Sie hob wichtige Ansatzpunkte wie die Stärkung der Verhältnisprävention und gesunder Lebensbedingungen, die zielgruppenspezifische Ausrichtung von Maßnahmen sowie die Förderung von Sichtbarkeit, Entstigmatisierung und Gesundheitskompetenz hervor.
Der Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/