Das Stadtmuseum Memmingen eröffnet am Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, um 11 Uhr, eine weitere Ausstellung im Barockjahr: „Barock, Bombasin und Bonbons“ widmet sich den tiefgreifenden Neuerungen des Barocks und verfolgt deren Entwicklung bis in den Spätbarock und das Rokoko. Im Zentrum stehen textile Innovationen wie Bombasin sowie Zuckerwaren wie Bonbons – exemplarische Zeugnisse einer Epoche, in der sich Konsumverhalten und Alltagskultur nachhaltig wandelten – mit Fortwirkungen bis in die Gegenwart.
Ein besonderer Fokus liegt auf den globalen Handelsverflechtungen, die diese Veränderungen ermöglichten. Memmingen nahm dabei als bedeutende Handelsstadt eine zentrale Position ein. Entlang der europäischen Handelsroute Venedig – Innsbruck – Memmingen – Frankfurt – Amsterdam zirkulierten Waren, Gelder, Menschen und Innovationen. Seide, Baumwolle, Kaffee und Zucker aus Asien, dem Mittelmeerraum und den kolonialen Anbaugebieten gelangten in stets höheren Mengen nach Mitteleuropa, wo sie weiterverarbeitet und in neue kulturelle Kontexte eingebettet wurden.
Die Ausstellung zeigt, wie sich globale Güter mit lokalem Handwerk verbanden und neue Formen materieller Kultur hervorbrachten. Diese Entwicklungen prägten nicht nur Kleidung und Tafelkultur, sondern auch soziale Praktiken und Repräsentationsformen, deren Grundmuster bis heute erkennbar sind.
Am Beispiel von Benedikt von Herman wird die enge Verschränkung von internationalem Handel und wirtschaftlichem Erfolg sichtbar. Seine Aktivitäten in Venedig und Memmingen, die ihn zu einem der wohlhabendsten Individuen des 18. Jahrhunderts in ganz Europa machten, verdeutlichen die Bedeutung individueller Akteure innerhalb transregionaler Netzwerke und machen die Reichweite Memminger Handelsbeziehungen anschaulich.
„Barock – Bombasin und Bonbons“ versteht den Barock als eine Epoche von Austausch und Transformation. Die Ausstellung macht erfahrbar, wie intensiv globale Verflechtungen das Leben vor Ort prägten – und wie nachhaltig die in dieser Zeit angestoßenen Entwicklungen bis heute nachwirken.
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher wird die Ausstellung eröffnen und Museumsleiterin Regina Gropper wird eine kuratorische Einführung in die Ausstellung geben. PD Dr. Magnus Ressel wird die historische Recherche zu den Ausstellungsthemen noch weiter erläutern. Kathrin Ebenhoch (Klavier) und Sandra Miller (Flöte) sorgen für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.
Das Ausstellungsprojekt wird unterstützt durch VR Bank, die Sparkassenstiftung Memmingen-Mindelheim und das Begleitprogramm durch die Anton & Petra Ehrmann-Stiftung.
Mehr Infos unter www.stadtmuseum-memmingen.de
Vernissage am Sonntag, 17.05.2026, 11 Uhr im Stadtmuseum Memmingen im Hermansbau (Zangmeisterstr. 8, 87700 Memmingen)
Im Anschluss: Empfang und Besichtigung der Ausstellung
Ausstellungsdauer: 17. März 2026 – 22. Dezember 2027
Winterschließzeit: ab 21. Dezember 2026 – März 2027