An der Ach in Steinheim kann man nicht nur gut radeln und joggen, man kann mittlerweile auch Wasserbüffel beobachten. Es sind die Tiere des Steinheimer Ehepaars Lea und Robin Robrook, die bereits im zweiten Jahr helfen, fast zehn Hektar Ausgleichsflächen der Stadt Memmingen instand zu halten. „Wasserbüffel sind die idealen Landschaftspfleger. Sie verhindern die Verbuschung, halten das Gras kurz und haben kein Problem mit feuchten Wiesen“, berichtet Robin Robrook. „Das alles fördert die Artenvielfalt auf den extensiv bewirtschafteten Wiesen“, freut sich Ferdinand Fehler, von der Unteren Naturschutzbehörde. Er ist Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege der Stadt Memmingen und hat die Beweidung durch die Wasserbüffel der Familie Robrook sehr begrüßt und möglich gemacht.
Wasserlöcher, wenig Büsche und dann auch noch der Dung der Tiere: das alles führt zu einer großen Biodiversität auf den beweideten Flächen. Vor allem insektenfressenden Vögeln und lichtkeimenden Pflanzen kommt das zugute. Zusätzlich muss das städtische Gartenamt nicht mit hohem Personalaufwand und Spezialmaschinen anrücken, um das Gras einmal im Jahr zu schneiden und die Büsche zu kürzen. „Die Büffelbeweidung ist ein super Projekt“, findet Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, bei einem Termin vor Ort. „Die Büffel werten die Fläche viel besser auf als wir es könnten und sind gleichzeitig schon ein tierischer Anziehungspunkt geworden, vor allem bei Familien mit Kindern.“
Lea Robrook schwärmt vom ausgeglichenen Wesen der mittlerweile mehr als 20 Büffel, die von allen in der Familie geliebt werden. Personen, die sie schon länger kennen, können problemlos mit allen Tieren der Herde in den Austausch treten und es ist eine Mutterkuhhaltung im Herdenverbund möglich. Trotzdem warnen die Besitzer: „Es sind die ersten Kälbchen mit auf der Weide sowie unser Stier, die Tiere sind verständlicherweise nicht zutraulich, da sie ihren Nachwuchs schützen. Also bitte Abstand halten!“
Beim Termin konnten sich Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger ein Bild von den positiven Auswirkungen der Büffelbeweidung machen. Und direkt von Familie Robrook erfahren, welche Arbeiten auf der Fläche anfallen und wie die Pläne für die Zukunft sind.
Wasserbüffel sind auf extensiv bewirtschafteten Flächen besonders wertvoll, weil sie auch sehr nasse, nährstoffarme Standorte nutzen, die für andere Weidetiere oft ungeeignet sind. Durch Fraß, Tritt und das Anlegen von Suhlen halten sie die Landschaft offen, fördern die Artenvielfalt und schaffen Lebensräume für typische Feuchtgebietsarten.
Wasserbüffel waren früher in Europa beheimatet. Die jetzigen Wasserbüffelgattungen in Deutschland stammen jedoch aus Asien. Robin Robrook erzählt, dass er bald das besonders schmackhafte Fleisch der Büffel in einem Hofladen selber vermarkten will. Vielleicht auch mit weiteren Produkten die auf dem früheren „Kutterhof“ produziert werden, schließlich betreiben die beiden auch Ackerbau; halten Hühner, Hasen und Wachteln.
Ferdinand Fehler hat mittlerweile einige der weiteren städtischen Ausgleichsflächen für Beweidungen mit den entsprechenden Tieren vergeben können. Es gibt Weiden mit Pferden, Schafen, Hochlandrindern und bald auch Alpakas. „Das bringt die Biodiversität und den Naturschutz auf unseren Ausgleichsflächen wirklich weiter“, betont Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger.
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Zwischen Ach und Einöde leben Wasserbüffel auf der Weide – Landschaftspflege und Naturschutz inklusive
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