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›Glocke, Schwein & Tau – die Antoniter in Memmingen‹

Erstellt von Pressestelle |

Die neue Dauerausstellung des Antoniter-Museums – Eröffnung: Samstag, 17.01.2026, 17 Uhr, Eintritt frei!

Über fast dreihundertfünfzig Jahre – von 1214 bis 1562 – waren die Antoniter in Memmingen ansässig. Hier befand sich ihre wohl früheste Niederlassung im deutschsprachigen Raum und die bis heute am besten erhaltene Klosteranlage.

Ihre Hauptaufgabe war die Pflege von Menschen, die am sogenannten ›Antoniusfeuer‹ litten, einer Krankheit, die mit brennenden Schmerzen und Gewebezerfall einherging. In den meisten Fällen litten die Betroffenen an Mutterkornbrand (Ergotismus), einer Vergiftung durch Mutterkorn (Claviceps purpurea). Dieser Pilz befällt Getreide, insbesondere Roggen, und bildet anstelle der Körner dunkle, alkaloidhaltige Auswüchse. Wird das befallene Getreide zu Brei oder Brot verarbeitet, gelangen die giftigen Alkaloide in den menschlichen Körper, wo sie zu starken Gefäßverengungen führen. In der Folge werden Extremitäten und innere Organe nicht mehr ausreichend durchblutet, was zu ihrem Absterben führen kann. 

Die Antoniter behandelten diese Krankheit mit den ihnen damals zur Verfügung stehenden Mitteln. Dazu gehörte das regelmäßige Gebet und die Gabe von Antoniuswein, der mit einer Reliquie des heiligen Antonius in Berührung gebracht worden war. Wunden versorgten sie mit Antoniusbalsam. Sowohl Wein als auch Balsam waren mit Kräutern angereichert, die entzündungshemmende oder gefäßerweiternde Wirkung zeigten. Nicht zuletzt erhielten die Spitalinsassen einwandfreies Brot – im vergleichsweise wohlhabenden Kloster wurde vorwiegend Weizen verwendet, der deutlich weniger von Mutterkorn befallen war. Unbewusst war man damit bereits auf dem richtigen Weg, da hierdurch die weitere Zufuhr toxischer Stoffe unterbunden wurde.

Das erste Spital der Antoniter wurde 1392 in Memmingen errichtet. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die bestehenden Gebäudeteile zur Vierflügelanlage ausgebaut. Der Gebäudekomplex des Antonierhauses umfasste Wohn- und Verwaltungsräume, einen Wirtschaftstrakt, den Krankensaal des Spitals, eine Hauskapelle sowie eine bedeutende Bibliothek.
Zur Finanzierung ihrer Einrichtungen sammelten die Antoniter in fast ganz Europa Almosen. Mit der Zeit entwickelte sich der Brauch, einzelne Schweine dem heiligen Antonius zu weihen und deren Erlös zu spenden. Diese ›Antoniusschweine‹ wurden mit einem Glöckchen gekennzeichnet.

Deshalb wurden in künstlerischen Darstellungen Ferkel, Glocke und T-förmiger Wanderstab zum Erkennungszeichen des heiligen Antonius. 

 

Digitale Führung
Donnerstag, 19. Februar 2026, 19 Uhr, kostenfrei
Anmeldung unter vermittlung(at)mewo-kunsthalle.de

Führungen (2 Euro):
Fr, 6. Februar 2026, 15 Uhr
Mi, 25. Februar 2026, 15 Uhr
Sa, 28. März 2026, 15 Uhr
Mi, 13. Mai 2026, 15 Uhr
Mi, 24. Juni 2026, 15 Uhr
Mi, 22. Juli 2026, 15 Uhr 

Hl. Antonius, um 1500, Nordbrabant (Foto: Antoniter-Museum Memmingen)

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