Reformation und Bauernkrieg Literatur siehe Bibliographie zur Memminger Stadt und Heimatgeschichte Gemeindereformation und Bauernkrieg Bestallung von Christoph Schappeler zum Prediger bei St. Martin (A 341/3 U) reformatorisches Gedankengut im Rat der Stadt: Schappeler-Predigt A RP vom 21. Aug. 1521, Luther-Acht in A RP vom 30. Sept. 1521, Stadtschreiber Vogelmann: "Der Teufel schlag darein" in A RP vom 26. Juni 1523) Druck der Bauernartikel ("Dye grundtlichen und rechten haupt artickel aller baurschafft und hyndersessen der gaistlichen und weltlichen oberkayten, von woelchen sy sich beschwert vermainen") Ratsreformation 1528 (9. Dez.) Ratsbeschluss zur Abschaffung der Messe am 9. Dezember 1528 (StadtA MM, A RP, Bekenntnis zur Reformation zusammen mit Straßburg, Konstanz und Lindau) (vgl. auch A 342/4) Confessio Tetrapolitana, Augsburger Reichstagsabschied und Schriftwechsel mit dem Memminger Gesandten Ehinger (A 342/4) Abstammungslisten der Memminger Zünfte (A Bd 303/302) (Kirchen-)Zuchtordnungen (A 265/1) ab 1529/32 Kirchenpflegerordnung 1542 (A 342/4) Säkularisation der Klöster / Simultaneum bei Unser Frauen Übergabe des Elsbethenklosters 1529 (D 9/9 U) Verträge mit dem Kreuzherrenkloster 1549 (A 374/9 U) und 1569 (A 375/4 U) „Aufhebung des Antoniterklosters 1531 (A 356/5) Vereinigung der Meßstiftungen zur Pfründenpflege für religiöse und karitative Zwecke 1542 (A 387/2, D 258/4-5) Klöster in der Reichsstadt Reformation und Bauernkrieg Jüdische Geschichte
Modernisierung des Stadtarchivs Memmingen (1999) Erster Aspekt: Neueinrichtung des Stadtarchivs im Grimmelhaus - der Arbeitsschwerpunkt der vergangenen Jahre Mit der Sanierung und Erweiterung des Grimmelhauses ab 1975 für Kulturamt, Stadtbücherei, Stadtbibliothek, Stadtarchiv und Volkshochschule hat die Stadt Memmingen einen wesentlichen Schritt zur Modernisierung dieser Kultureinrichtungen getan. Seither standen zwei trockene Archivmagazine unter dem Dach zur Verfügung. Allerdings - zu geringe Platzreserven bei Bücherei und Archiv, die ungünstigen, weil zu warmen klimatischen Verhältnisse und der teilweise fehlende Aufzugsanschluß in den Dachgeschossen zwangen bald zu internen Nutzungsänderungen und schließlich zu einer Neukonzeptionierung, deren Grundlage 1989 der Stadtratsbeschluß zur Verlegung der Stadtbücherei ins Antonierhaus wurde. Die Konzeption des Archivumbaues bezweckte eine optimale Unterbringung oder Neuschaffung aller archivischen Funktionsbereiche sowie eine sinnvolle Trennung bzw. Verbindung dieser Bereiche im bestehenden Gebäude Grimmelhaus. Die einzelnen Schritte waren die Einrichtung einer Restaurierungswerkstatt (1991/92), eines modernen Archivmagazins (1996), der interne Umzug der Arbeitsplätze über Mitarbeiter und der Zeitgeschichtlichen Sammlungen (1998) und schließlich die Neueinrichtung des Lesesaal unter finanzieller Förderung durch den Kulturfonds Bayern (50%). Zweiter Aspekt: Gliederung, Ergänzung und Erschließung der Bestände - ein Schwerpunkt der vergangenen Jahre und der Schwerpunkt der künftigen Jahre Die neue Bestandstektonik (siehe Bestände) ordnet alle Archivalien sechs Bestandsgruppen zu; diese Gruppen spiegeln die hoffentlich zukunftsorientierte und nachhaltig wirksame Neuausrichtung des Stadtarchivs wieder – weg von der jahrzehntelang fast ausschließlichen Konzentration auf das reichsstädtische Archivgut: Aus den bisherigen Altbeständen "Stadtarchiv" und Stiftungsarchiv" entstanden die Bestände A Reichsstadt und D Stiftungen. Die Früchte zahlreicher Aktenaussonderungen in den Ämtern, Dienststellen und Betrieben der Stadt ab 1803 finden sich in Bestand B; daran anschließend die Archive/Registraturen der eingemeindeten Orte in Bestandsgruppe C zugeordnet. Die aktive Sammlungs- und Erwerbstätigkeit des Stadtarchivs über den Bereich der Verwaltungsakten hinaus spiegelt sich in den Beständen E Sammlungen sowie F Privatarchive und Nachlässe wieder. Dritter Aspekt: Zugänglichmachung der Bestände - das immerwährende zentrale Anliegen des Stadtarchivs Im Alltag des Stadtarchivs steht die Betreuung der Archivbenützer im Vordergrund, die aus Nah und Fern nach Memmingen kommen. In den letzten zehn Jahren konnten die Archivalien nur in einem kleinen Raum unter dem Dach des Grimmelhauses eingesehen werden. Ein öffentlich zugänglicher Lesesaal mit Freihandbibliothek war deshalb seit langem angestrebt, um die archivische Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Unterrichts-projekte mit Memminger Schulen) weiter ausbauen zu können. Mit dem 9. November 1999 wurde das wichtigste Ziel der Bemühungen um eine Modernisierung aller Funktionsbereiche des Stadtarchivs Realität; gleichzeitig fand die biedermeierliche Beschaulichkeit der alten Archivmagazine bzw. der Leseplätze im Künerhaus und auch noch hier im Grimmelhaus ein Ende. Unmittelbar vor dem Lesesaal-Eingang sollen Kleinausstellungen die Vielfalt der hier aufbewahrten Quellen aufzeigen. Planung und Durchführung lagen beim städt. Hochbauamt; die Architektur des Lesesaales ist Programm: Offenheit und Transparenz der Glaswände sollen der Öffentlichkeit signalisieren, daß das Stadtarchiv eine allen Bürgerinnen und Bürgern zugängliche und diesen verpflichtete Einrichtung ist, eine Einrichtung, aus der Forschung, Schulen, Bürgerschaft und Verwaltung intensiv Nutzen ziehen können. Damit ist das Grimmelhaus dem Ziel, der Stadt Memmingen ein "Haus ihrer Geschichte" zu sein, einen weiteren, großen Schritt näher gekommen. Geschichte des Stadtarchivs Modernisierung des Stadtarchivs
Fotografien Fotografien auf Glas Gebäude, Straßen und Plätze in der Stadt Dörfer und Landschaften in Memmingens Umgebung, im Allgäu und in den Alpen Aufnahmen aus dem Fotoatelier Klotz/Weis (Portraits vor 1937) Sammlung des jüdischen Kaufmanns und Fotographen Julius Guggenheimer (vor 1939) Wochenmarkt vor dem Steuerhaus, im Hintergrund die "angesteckte" Marktfahne, fotografische Aufnahme nach 1908 (Stadtarchiv Memmingen) Fotosammlungen Feste, Aufmärsche und Kundgebungen aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (u.a. Kinderfest, Katholikentag, Kriegertreffen, Tag der Deutschen Arbeit, Erntedankfest, Turnfest, Heldengedenkfeier) Stadtansichten und Stadtmodelle Kunstdenkmäler Fotoalben Gebäude, Straßen und Plätze in der Stadt Fischertage 1900 und 1905 Dossiers mit Fotografien (und Presseartikeln) Personen Straßen und Plätze Fotografien in Nachlässen, Familien- und Vereinsarchiven Karten, Pläne, Ansichten Fotografien und Filme Zeitgeschichtliche Dokumentation Printmedien Amtsblätter
Das Haus der Kramerzunft: Ein Haus mit viel Geschichte Haustafel Weinmarkt 15 Im 15. Jahrhundert befand sich das Haus zunächst für mehrere Jahrzehnte im Besitz der berühmten Malerfamilie Strigel, ehe es 1478/79 von der Memminger Kramerzunft gekauft wurde. Diese ließ im Jahr 1512 die Zunftstube im Stil der Gotik vertäfeln. Eine letzte Zeugin dieser Zeit ist die historische Holzdecke, die sich als einziges Element bis heute erhalten hat. Im Jahr 1525 fand das große Ereignis statt, welches das Gebäude und die Zunftstube bis heute zu einem historischen Ort ersten Ranges macht: Die Vertreter der drei oberschwäbischen Bauernhaufen kamen in der Kramerzunftstube zusammen, um über ihre Forderungen an die Obrigkeit sowie das weitere Vorgehen zu beratschlagen. Im Jahr 1551 wurde in Memmingen die bis dahin gültige Zunftverfassung durch eine Ratsverfassung ersetzt. Die Zünfte verloren an Bedeutung und damit auch die Zunfthäuser. Das Kramerzunfthaus diente fortan auch als Wohnhaus, wenngleich die Zunftstube weiterhin als Versammlungsort genutzt wurde. Die Geschichte des Hauses im 19. Jahrhundert ist von mehreren Besitzwechseln geprägt. Ab 1866 war das Gebäude Sitz des Lese- und Gewerbevereins. Neben einer Bibliothek standen ein Lese- und ein Billardzimmer zur Verfügung. Im Jahr 1888 wurden die Räume im zweiten Obergeschoss im Stil der Neugotik renoviert, 1936 erfolgte dann der Erwerb des Hauses durch die Kreishandwerkerschaft Memmingen. Anfang der 1960er-Jahre erfuhr das Haus umfangreiche Umbaumaßnahmen, der unter anderem die historische Saaltür und die Wandvertäfelung der Zunftstube zum Opfer fielen. Die historische Holzdecke wurde dabei hinter einer abgehängten modernen Decke verblendet. Im Zuge einer statischen Sicherung durch die Kreishandwerkerschaft wurde die historische Decke kurz nach der Jahrtausendwende wieder freigelegt. Sankt Martin Wohnhaus des Sebastian Lotzer Weber am Bach Haus der Kramerzunft Freiheitsbrunnen Rathaus (Manifest)
Tag der Archive 2008 Bereits zum vierten Mal veranstaltet der Verband deutscher Archivarinnen und Archive einen TAG DER ARCHIVE, an dem in der Bundesrepublik Deutschland für eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit zum Kennenlernen archivischer Aufgaben und Tätigkeitsfelder besteht. Zum TAG DER ARCHIVE 2008 präsentiert das Stadtarchiv Memmingen ein deutlich erweitertes Internet-Angebot. Ab 1. März können die Bürgerinnen und Bürger, Lehrer und Schüler, Stadt-, Dorf- und Familiengeschichtsforscher eine Vielzahl von Findmitteln online benützen, aber auch in ausgewählte bzw. häufig benützter Quellen auf den Webseiten des Stadtarchivs Einsicht nehmen. "Tips für Forschungen" (zu Stadt und Land, Personen und Familien, Kirchen, Klöstern, Spitälern und Konfessionen) sollen den Zugang zu Archivgut erleichtern; eine laufend aktualisierte "Bibliographie zur Memminger Stadt- und Heimatgeschichte" bietet einen umfassenden und systematischen Überblick über bereits veröffentlichte Forschungsergebnisse. Tag der Archive 2008 Tag der Archive 2014 Tag der Archive 2016
Apothekertaxe der Reichsstadt Memmingen 1626 Apothekertaxe 1626 Der "Catalogus et pretium omnium Simplicium et Compositorum" ist Teil der Schriftwechsel der Reichsstadt Memmingen zur Regelung des Apothekerwesens (StadtA MM, A 402/3). Der "Catalogus" bietet einen detaillierten Einblick in die Medikamente und Wirkstoffe, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts erhältlich waren. Apothekertaxe 1626 Schwegelin-Bericht 1575 Wallenstein 1630 Dochtermann Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Laminit-Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Anonyme Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Einträge im Ratsprotokoll 1630 Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Kriegsende 1647/48 Tagebuch eines Söldners Tagebuch eines Söldners Comedio von der Fridensfreude Comedio von der Fridensfreude Tagebuch eines Söldners Comedio von der Fridensfreude Getaufte, Kopulierte und Verstorbene 1738 ff.
Menschen auf den Straßen der Stadt In einer modernen Stadt leben Menschen unterschiedlichster Herkunft und Gedankenwelten; auf ihren Plätzen treffen Sie sich zu Gedankenaustausch, festlichen Anlässen oder zu - mitunter nicht immer konfliktlos - politischen Kundgebungen. Das Stadtarchiv bewahrt Schriftstücke, Filme und Photographien, die derartige Schnittpunkte von Kommunikation im öffentlichen Raum dokumentieren: Fischertag 1905 Fronleichnamsprozession auf dem Schmiedplatz, 19. Jh. Fischertag vor dem Ulmer Tor 1891 Fischertagsumzug am Theaterplatz 1900 Kinderfestumzug in der Weberstraße 1913 Kinderfestumzug am Schrannenplatz 1927 Umzug zum Allgäuer Katholikentag 1932 Hissen der Hakenkreuzfahne am Rathaus 1933 Kundgebung zum Tag der Deutschen Arbeit auf dem Marktplatz 1933 Antisemitische Demonstration in der Maximilianstraße 1933/34 Astronauten auf dem Mau Bauernartikel vor dem Rat Zollergarten 1775 Funde im Kreuzherrnkloster Schützen-Galerie Menschen auf den Straßen Stadtplan 1820 Dreißigjähriger Krieg Kriegsende 1945 Schießstätte Buchbinderfamilie Diesel Memmingens "Hölle" (Ober-)Bürgermeister Fey Nibelungenlied Memminger Hailtum
Aus einer anonymen Memminger Chronik [Blatt 7] "Im Jahre 1630 hat die Statt Memmingen grossen schrekhen eingenommen, alß deroselben kundtgethan worden, daß der Herzog von Fridland, daselbsten das Haubtquartier anstellen werde. Alß Er nun daselbsten mit in 700 maist Gutschen und Pagagepferten angelangt, bei deme Kaj. Königl. Französische und viele andere Potentaten Gsandtschafften sich eingefunden, war sonderlich der Statt ein gefahrlicher Actus, das dem Herzog von Fridland daselbsten von Kaiserlicher Majestät die Erlassung seines Generalats angekündiget worden, welches der Statt grosse gefahr bringen und gar leichtlich grosse Inconvenientien nach sich ziehen könden. Wie aber sein hin und wider fast tyrannisches gefiertes Procedere und vielfältige Executiones alle Welt bekant waren, dahero die Burgerschafft in stetiger forcht gelebet. Also hat es doch der Höchste dieser Statt zum besten also gewendet und sein Gemüet in Zaum gehalten, daß er ohne einzigen zugefüegten Schaden auch ohn belaidiget einiges Menschens nach dem er 4 ganze Monat lang alhie gewesen, und fast königlich Spesen aus der Reichscassa aufgewendet, den 3. Octobris (nach kath. Zeitrechnung) widerumb weggezogen." (Original in der Wiss. Stadtbibliothek Memmingen, buchstabengetreue Übertragung durch Christoph Engelhard, Mai 2004) Apothekertaxe 1626 Schwegelin-Bericht 1575 Wallenstein 1630 Dochtermann Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Laminit-Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Anonyme Chronik Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Einträge im Ratsprotokoll 1630 Dochtermann Chronik Laminit-Chronik Anonyme Chronik Einträge im Ratsprotokoll 1630 Kriegsende 1647/48 Tagebuch eines Söldners Tagebuch eines Söldners Comedio von der Fridensfreude Comedio von der Fridensfreude Tagebuch eines Söldners Comedio von der Fridensfreude Getaufte, Kopulierte und Verstorbene 1738 ff.
Das Stadtarchiv früher... Früheres Archivmagazin im Künerhaus (vor 1978) Früheres Archivmagazin im Künerhaus (vor 1978) Das Stadtarchiv blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte seiner Bestände zurück. Die Bestände "Reichsstadt" (A) und "reichsstädtische Stiftungen" (D) prägten lange Zeit die Arbeit und Benützung des "Stadt- und Stiftungsarchivs" (siehe Geschichte des Stadtarchivs ). Seit 1989 wurden die Räume des Stadtarchivs nach und nach einer umfassenden Modernisierung unterzogen, begleitet von einer neuen Bestandsgliederung. A Reichsstadt B Stadt C Eingemeindete Orte D Stiftungen E Sammlungen F Nachlässe und Privatarchive Der Schwerpunkt der Archivalienerschließung verlagert sich seit einigen Jahren mehr und mehr auf die Bestände des 19. und 20. Jahrhunderts (B, C, D, E und F). Archivmagazin für die neueren Bestände (2007) Mit den Einbauten von Magazinräumen ins Untergeschoss (1996) und Erdgeschoss (2007) konnten für einen Großteil der Archivbestände adäquate Bedingungen geschaffen werden. Fast die Hälfte des Bestands des Stadtarchivs bilden mittlerweile Dokumente der Stadt ab 1803. Das gut erhaltene Archiv der Reichsstadt (bis 1803) hat dagegen nur einen Anteil von knapp zehn Prozent. Daneben befinden sich Dokumente aus den eingemeindeten Orten, von Stiftungen sowie Sammlungen, Zunft-, Vereins- und Privatarchive unter der Obhut des Stadtarchivs. Grimmelhaus-Umbau-1996-2007.pdf Rückblick in die Entwicklung des Memminger Archivwesens seit der Mediatisierung der Reichsstadt 1802 1813/18 Die Registraturen und Archive der Reichsstadt Memmingen (im Steuerhaus und im Kanzleigebäude) werden in einigen Teilen in die staatlichen Archive des Königreichs Bayern verbracht (heute im Staatsarchiv Augsburg). 1823/25 Das Kanzleiarchiv wird zusammen mit den Archivalien der ehemals reichsstädtischen Stiftungen ins Rathaus verlegt. 1827/35 Magistratsrat Jacob Friedrich Rupprecht ordnet und verzeichnet die beiden Steuerhausarchive. 1832/33 Studienlehrer Jacob Friedrich Unold ordnet und verzeichnet das ehemalige Kanzleiarchiv. 1863/66 und 1873 Die Steuerhausarchive werden ins Rathaus verlegt und vom Buxacher Pfarrer Friedrich Dobel zusammen mit den Unterlagen des ehemaligen Kanzleiarchivs neu verzeichnet (heute Bestände A und D). Dobel erhält dafür das Ehrenbürgerrecht und wird später Archivar im Fuggerarchiv Dillingen sowie Bibliothekar in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. 1892 ff. Studienlehrer Dr. Julius Miedel nimmt sich in der Nachfolge Dobels der weiteren Ergänzung der Archivbestände an (darunter das Familienarchiv Zoller) und beginnt zusammen mit dem Heidelberger Professor Askan Westermann mit der Bearbeitgung eines Memminger Urkundenbuches. Wegen seiner Verdienst um die Erforschung der Stadtgeschichte erhält er 1938 das Ehrenbürgerrecht. 1938 Die Archivbestände werden ins ehemalige Lagergebäude der jüdischen Firma Nathan in der Künergasse verlegt und erleiden dort in einigen Gruppen durch ungünstige klimatische Bedingungen beträchtliche Schäden. Aus Sorge vor Kriegsschäden lässt Alt-Oberbürgermeister Fritz Braun Bestandsteile 1941 nach St. Josef sowie ins Frickenhauser Schloss verlegen. 1946 Schuldirektor Walter Braun ergänzt die Dobelschen Repertorien um ein ausführliches Orts-, Personen- und Sachregister. 1958 Stadtarchivarin Hilde Miedel übernimmt die Altregistratur ins Stadtarchiv (heute Teil von Bestand B). Erstmals kommt das Stadtarchiv damit wieder seiner Aufgabe nach, modernes Verwaltungsschriftgut zu archivieren. 1977 Das Grimmelhaus in der Ulmer Straße 19 erhält einen Erweiterungsbau für Zwecke von Stadtbücherei, Stadtbibliothek und Stadtarchiv. 1989 Stadtarchivar Christoph Engelhard entwickelt eine vollständig neue Bestandstektonik, die die Archivbestände in sechs Bestandsgruppen (A-F) unterteilt. Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren erfolgt nun eine schrittweise Modernisierung aller Funktionsbereiche des Stadtarchivs. 1990/92 Durch teilweise umfangreiche Aktenaussonderungen verdoppelt sich innerhalb kurzer Zeit der Bestandsumfang von 500 auf über 1000 lfd. Meter an (2008: mehr als 1400 lfd. Meter). 1991/93 Für Zwecke der Konservierung und Restaurierung von Archiv- und Bibliotheksgut wird eine Werkstatt eingerichtet. 1992/96 Mit der Neubildung der Zeitgeschichtlichen Dokumentationen definiert das Stadtarchiv seinen über die Archivierung von Verwaltungsunterlagen hinausreichenden Sammlungsauftrag. Eine Auswahlerfassung von Presseartikeln mit Bezug zur Stadt Memmingen eröffnet zudem neue Recherchemöglichkeiten. 1993-96 Im Rahmen des Zivilschutzes werden im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München große Teile der Altbestände des Stadtarchivs Memmingen verfilmt. 1994 ff. In der Restaurierungswerkstatt werden zahlreiche Photoplatten einer konservatorischen Sicherung unterzogen. 1996 Nach der Verlegung der Stadtbücherei ins Antonierhaus (Stadtbibliothek) kann im Grimmelhaus ein Archivmagazin eingerichtet werden, das als erstes den modernen Anforderungen an die Langzeitarchivierung von historischem Kulturgut entspricht. 1998 ff. Mit seiner Schriftenreihe "Materialien zur Memminger Stadtgeschichte" leistet das Stadtarchiv einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit stadtgeschichtlichen Themen (Reihe A Editionen, Reihe B Forschungen). 1998 ff. Ein großer Teil der stadtgeschichtlich relevanten Photoplatten und Photoalben wird mit Hilfe des hauseigenen Scanners digitalisiert. 1999 Mit der Eröffnung des neuen Lesesaales (finanziert auch aus Mitteln des Kulturfonds Bayern) erhält das Stadtarchiv neue Möglichkeiten zur Zugänglichmachung der Archivbestände. 2001 Erstmals findet bundesweit ein "Tag der Archive" statt, an dem sich auch das Stadtarchiv Memmingen beteiligt. 2003 Die in Zusammenarbeit von oberschwäbischen Stadtarchiven vorbereitete Ausstellung "Kronenwechsel 1802. Das Ende der reichsstädtischen Freiheit" ist zu Gast im Memminger Antonierhaus. 2004 ff. Das Stadtarchiv präsentiert sich im Internet mit einem fortlaufend erweiterten Informationsangebot. 2005 Dem Stadtarchiv wird die Registratur im Rathaus und der Aufgabenbereich Schriftgutverwaltung zugeordnet. 2006 Seit dem Jahresende dient ein zweites Archivmagazin der Archivierung von modernem Archivgut des 20. und 21. Jahrhunderts. 2007 Große Teile der Rathausregistratur werden ins neue Archivmagazin verlegt. 2008 Mit der Einrichtung von Büro- und Arbeitsbereichen für die Archivalienerschließung gelangen die seit 1996 durchgeführten Umbauten innerhalb des Grimmelhauses zum Abschluss. 2009 Im Rahmen der Einführung eines Dokument-Management-Systems werden im Stadtarchiv Digitale Akten für die Schriftwechsel mit Benützern angelegt. Die Stadtverwaltung beginnt mit der Übergabe von Personenstandsunterlagen ans Stadtarchiv. 2010 Mit der Übernahme der Sammlung Willy Hetzel vergrößert sich die Fotosammlung des Stadtarchivs um ein Mehrfaches. 2013 In allen Magazinen werden die Bestände neuaufgestellt, was zu einer Verdichtung des Lagerraumes zu Gunsten verfügbarer Raumreserven führt.2007 2014 Zum "Tag der Archive" werden auf der neuen Homepage des Stadtarchiv Quellen und Informationen präsentiert, darunter auch die in der Wiss. Stadtbibliothek aufgefundene Slowenische Kirchenordnung von Primoz Trubar. 2015 Baugenehmigungsunterlagen aus der Zeit vor 1945 werden nun im Stadtarchiv archiviert. 2017 Größter Neuzugang im Stadtarchiv ist die Sammlung der Geschenke, die die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten von Besuchern oder befreundeten Städten und Regionen erhielt. 2018 Erstmals werden Unterlagen des Stadtarchivs entsäuert, darunter die Personen- und Familienbögen sowie Meldeunterlagen des 19./20. Jahrhunderts. Herausragender Zuwachs ist die Büchersammlung des Bauernkriegs-Experten Prof. Dr. Peter Blickle mit zahlreichen Monographien und Aufsätzen zur Geschichte der Zwölf Bauernartikel und des Aufstandes des "gemeinen Mannes" im Jahr 1525. 2019 . Geschichte des Stadtarchivs Modernisierung des Stadtarchivs
Tag der Archive am 25. September 2004 Image-Plakat zum Tag der Archive Am 25. September 2004 findet bundesweit zum zweiten Mal der TAG DER ARCHIVE statt. An diesem Tag laden Archive in Deutschland zu einer Entdeckungsreise in ihre Häuser ein. In Archiven wird Geschichte erfahrbar. In ihnen wartet einzigartiges und authentisches Kulturgut, das von mittelalterlichen Urkunden bis hin zu Datenbanken unserer Tage reicht und für die Erforschung der Vergangenheit und das Verständnis unserer Gegenwart gesichert wird. Archive sind ein „Abfahrtsbahnhof“ in die unmittelbare Begegnung mit Vergangenem, wie ein Kulturwissenschaftler vor kurzem formuliert hat. Jeder kann selbst mit Hilfe von Quellen – ob dies nun Akten, Fotos, Urkunden, Briefe oder Filme sind – auf eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit gehen. Am TAG DER ARCHIVE können Informationen über die Aufgaben, Funktionen und Benützungsmöglichkeiten der „Gedächtnisse der Gesellschaft“ gewonnen werden. Zwanglos lässt sich an diesem Tag ein vielfach noch unbekanntes kulturelles und gesellschaftlich wichtiges Angebot entdecken; hinter den Kulissen werden dem Publikum auch Einblicke in die nichtöffentlichen Bereiche eines Archivs gewährt. Vormittagsprogramm ab 10.00 Uhr Einführung Zwischen Erhaltung und Nutzung Aus der Arbeit des Stadtarchivs Das Stadtarchiv archiviert als öffentliche Einrichtung Memmingens das Schriftgut der Stadtverwaltung sowie der städtischen Stiftungen und Eigenbetriebe, soweit diesem ein bleibender Wert für die heimatkundliche / wissenschaftliche Forschung oder zur Rechtssicherung zukommt. Darüber hinaus sammelt das Stadtarchiv von Einrichtungen, Vereinen, Verbänden oder Privatpersonen Info-Material zur Dokumentation gesell-schaftlicher, sozialer oder wirtschaftlicher Aspekte der Stadtgeschichte. Die tägliche Arbeit im Stadtarchiv ist geprägt von Auskunftserteilung und Benützer-betreuung sowie von Fragestellungen zur Erhaltung und Bewertung von Archivgut, wozu mittelalterliche Pergamenturkunden ebenso zu rechnen sind wie moderne elektronische Speichermedien. 11.00 und 12:00 Führung: Hinein ins Herz des Stadtarchivs Nachmittagsprogramm 14.00-17.00 Uhr Lese- und Gesprächskreis Alltägliches und Persönlichesaus dem Gedächtnis der Stadt. Wir lesen in alten Dokumentenaus den Beständen des Stadtarchivsoder aus Familien-/Privatbesitz Wir sehen historische Filme(Kinderfest 1913, Sparkassen-Werbungaus den 30er Jahren) Wir blicken gemeinsam inMemmingens Vergangenheit Ausstellung 10.00 - 17.00 Uhr Pläne aus Stadtarchiv und Stadtbauamt Memmingen im Aufbruch. Architektur und Stadtbild 1850-1950 Die Stadt Memmingen hat sich zwischen 1850 und 1950 in rasantem Tempo entwickelt. In diesen Jahrzehnten wurdendie ersten Grundlagen für eine moderne Stadtentwicklung und –infrastruktur geschaffen, die schließlich durch die Gebietsreform 1972-1978 neue Entwicklungsmöglichkeiten erhielt. Anhand des Generalbaulinienplanes von 1922, den der Münchner Stadtplaner Prof. Theodor Fischer für die Stadt erstellte, kann die damals projektierte Stadtentwicklung mit der tatsächlich eingetretenen verglichen werden. Visionen privater oder städtischer Planer zur baulichen Gestaltung von Lebens- und Arbeitsräumen zeigen sich in Architekturplänen. Auch hier lohnen Vergleiche mit Nachkriegszeit und Gegenwart. Während des TAGES DER ARCHIVE ist eine Auswahl von Originalplänen im Grimmelhaus ausgestellt, die zumeist öffentliche Gebäude zeigen: Feuerlöschgerätehaus, Turnhalle, Badeanstalt, Krankenhaus, Wasserturm, Schranne, Schule, Villa, Arbeiterwohnung, Fabrik, Festsaal, Kirche.