11.05.2020: Der 11. Mai 2020 ist Tag der Kinderbetreuung : Denn unsere Erzieher*, Kinderpfleger*, Betreuer*, Sozialpädagog*innen und Tagespflegepersonen leisten engagiert, kreativ und flexibel viel für die Betreuung unserer Kinder in Memmingen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen auch trotz der Corona-Pandemie für die Notbetreuung ein und sind weiterhin in vielfältiger Weise und wertschätzend für Kinder und Eltern da. Laufend neu bieten sie - soweit dies gesetzlich erlaubt ist - Betreuungsplätze an und begleiteten die Familien. Ab dem 11. Mai wird dieses Angebot nun nochmals von den KiTas und Tagespflegestellen deutlich erweitert. Der Tag der Kinderbetreuung ist eine Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie weiteren Partnern und wird auch von der Stadt Memmingen unterstützt: Oberbürgermeister Manfred Schilder überreicht dazu an die KiTas eine „Gute-Nerven-Kiste“ (s. Foto). Vielen Dank - #weilwireuchbrauchen Ihr Amt für Kindertageseinrichtungen
19.04.2021: Hier in Memmingen haben wir die kleine Ausstellung zum Internationalen Frauentag im März 2021 gezeigt und die Innenstadt damit belebt und ein sehr positives Echo erhalten. Die Ausstellung kostet 200 € für 2 Wochen, jede weitere Woche 50,00 € plus 1x Versand von ca. 50 €. Versand über DHL, die größte Versandgröße von DHL nutzen, 3 Pakete bis max. 31,5 kg pro Paket (Maximalgröße bis 120 x 60 x 60 cm) 16,49 EUR - mal 3 = 49,47 EUR, also die ganze Ausstellung kann (in 3 Teilen) für insgesamt 50 EUR verschickt werden. Der Versand geht meist von einem Tag auf den anderen. Link zur großen Wanderausstellung: https://frauen.memmingen.de/aktuell/singlenews-mm-frauen/news/detail/News/wanderausstellung-alles-unter-einen-hut-mit-verleihinformationen.html Kontakt für den Verleih beider Ausstellungen: WINKLER KULTUR Ursula Winkler Bodmanstraße 10 87435 Kempten (Allgäu) urs_winkler(at)web.de Tel: 0160 5020900 www.winklerkultur.wordpress.com
22.06.2026: Noch vor wenigen Jahren haben viele Kommunen in Deutschland in der Regel noch ausgeglichene Haushalte aufstellen können oder sogar Überschüsse erwirtschaftet. Im Jahr 2022 lagen die kommunalen Haushalte deutschlandweit noch mit 4,5 Milliarden Euro im Plus. Danach folgte ein regelrechter Absturz: Im Jahr 2023 ein Defizit von 6,3 Milliarden Euro bundesweit, im Jahr 2024 lagen die Defizite bereits bei 24,3 Milliarden Euro, im Jahr 2025 sogar bei rund 30 Milliarden Euro. Besserung ist nicht in Sicht – Tendenz weiter negativ. Auch Memmingen kann sich diesem bundesweiten Trend nicht entziehen: Im Jahr 2022 musste bereits ein Defizit von 3,281 Mio. Euro verzeichnet werden. Nach einem relativ ausgeglichenen 2025, sieht der Haushaltsplan 2026 wieder ein Defizit von 14,9 Mio. € vor. Wenn Bund und Länder die Kommunen nicht entlasten, stehen die Städte nach Einschätzung des Deutschen Städtetages am Beginn einer Schuldenexplosion. Die Rücklagen sind in den allermeisten Städten aufgezehrt: Im Jahr 2024 musste gut die Hälfte der kommunalen Defizite durch neue Schulden finanziert werden, im Jahr 2025 nahezu das gesamte Defizit: Die kommunalen Schulden stiegen bundesweit um 23 Milliarden Euro an. Davon waren mehr als 15 Milliarden Euro so genannte Kassenkredite – also Kredite, die nicht zur Finanzierung von Investitionen genutzt werden, sondern zur Finanzierung der laufenden Ausgaben. Die Gesamtschulden der Kommunen betragen mittlerweile 165 Milliarden Euro. Auch für Memmingen gilt: Die Rücklagen in Höhe von 17,6 Mio. Euro im Jahr 2022 sind mittlerweile völlig aufgezehrt. Im Jahr 2026 müssen voraussichtlich neue Kredite in Höhe von 14,3 Mio. Euro auf-genommen werden. Um zu verdeutlichen, wie gravierend die Finanzprobleme sind: Wenn die Kommunen gezwungen wären, die Defizite durch eine Erhöhung der Grundsteuer vollständig zu auszugleichen, müssten die Grundsteuer-Hebesätze im bundesweiten Durchschnitt etwa verdreifacht werden. Für Memmingen würde ein vollständiger Ausgleich des jährlichen Defizits um 650 Punkte auf 1070 Punkte notwendig machen. Keine Stadt würde das ihren Bürgerinnen und Bürgern zumuten wollen – das Beispiel zeigt aber den Kern des Problems: Zum einen haben die Kommunen kaum noch eigene Einsparmöglichkeiten, zum anderen können sie das massive Defizit realistischerweise nicht einmal mit Steuererhöhungen decken. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher schließt sich den Forderungen des Städtetags an: "Es kann nicht sein, dass sich der Bund auf Kosten der Kommunen saniert. Eine nachhaltige Reform der öffentlichen Finanzen erfordert endlich echte Kosteneinsparungen bei allen staatlichen Ebenen und nicht nur die ungefragte Weitergabe von Ausgaben an die Kommunen."
11.05.2026: Jetzt ist es raus: Im Stadtweiherwald gibt es Wichtel! Denn der Stadtweiherwald ist ein richtig alter Wald, in dem sich mystische Wesen wohl fühlen, erklärt Revierleiterin Carola Prinz rund 25 Kindern, die im Wald vor ihr stehen. Carola Prinz arbeitet beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach-Mindelheim und ist für das Forstrevier Memmingen zuständig. Gemeinsam mit der Klasse 3a der Edith-Stein-Schule macht sie eine Tour durch den Stadtweiherwald - ein Walderlebnistag steht auf dem Stundenplan. An der ersten Station heißt es Fühlen und Tasten. „In den Boxen ist nichts, was lebt und beißt“, verspricht die Försterin. Etwas zögerlich schieben die Kinder ihre Hände in die vorbereiteten Fühlboxen. Sie ertasten Moos, Blätter, Zapfen und sogar ein kleines Reh-Geweih, das die Kinder ausgiebig untersuchen dürfen. Als Belohnung für richtig erfühlte Waldgegenstände gibt es kleine Kristall-Steinchen für die Wichtel. Revierleiterin Carola Prinz und Stefan Honold, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Memmingen, haben das Konzept für den Walderlebnistag gemeinsam erarbeitet. Er ist ein neues Angebot für alle dritten Klassen in Memmingen. „Wir möchten Kindern den Lebensraum Wald näherbringen. Der Walderlebnistag soll ihnen Spaß machen und sie sollen den Wald als einen schützenswerten und kostbaren Naturraum erfahren“, erklärt Stefan Honold das Konzept. Mit Hilfe einer Geschichte rund um die Wichtel als mystische Waldbewohner tauchen die Kinder ein in die Welt des Waldes. Auf dem Weg zur nächsten Erlebnisstation erzählt eine Schülerin von ihrem Opa, der vom Wald viel weiß und mit dem sie oft in den Wäldern rund um Memmingen unterwegs ist. Das Mädchen hat Glück mit ihrem Opa, für andere Kinder sind die drei Stunden im Wald eine seltene Erfahrung. „In der dritten Klasse ist der Wald Thema im Heimat- und Sachunterricht (HSU). Wir kommen bald zu den Waldtieren, da unterstützt der Walderlebnistag den Unterricht sehr gut“, erklärt die Klassenlehrerin Eugenia Depprich, die ihre Schützlinge gut im Blick hat. Die Gruppe verlässt den Waldweg und biegt auf einen Pirschpfad ein, der durch das Unterholz führt. Es gibt Silhouetten von Waldtieren zu entdecken: Dachs, Wildschwein, Specht, Eichhörnchen, Reh – für jedes entdeckte Tier gibt es einen Wichtel-Kristall. Die Kinder entdecken den Wald spielerisch und lernen viel über Wildkräuter, Tiere, Sträucher und Bäume. An einer weiteren Station schwärmen die Drittklässler jeweils zu zweit aus, einer hat die Augen verbunden, der andere führt zu einem Baum, dessen Rinde in Ruhe abgetastet und erfühlt wird. Während die Birke papierartig abblättert, hat die Eiche eine tief gefurchte Rinde. Jede Rinde fühlt sich anders an. Nach neun Spielstationen haben die Schulkinder den Stadtweiherwald mit viel Spaß kennengelernt und jede Menge Wissen zum Wald gewonnen. Übrigens: Nach dem Walderlebnistag können die Kinder die folgenden Fragen souverän beantworten: - Was frisst ein Reh? Knospen oder Blätter? Früchte oder Insekten? (Knospen, Früchte) - Wohnen Eichhörnchen in einem Nest oder in einem Kobel (Kobel) - Wie heißt das Kind vom Reh (Kitz) - Was ist größer, Hirsch oder Reh (Hirsch) - Nenne mir 2 Vögel, die bei uns vorkommen (Meise, Buchfink, Amsel…) - Was hat der Hirsch auf dem Kopf (Geweih) - Was frisst der Waldkauz am liebsten (Mäuse) - Was frisst die Fledermaus (Insekten) - Warum schießen Jäger Rehe (zur Regulierung, menschliche Nahrung, Hege) - Wie heißen die Bauwerke, auf denen der Jäger sitzt und jagt (Hochsitz, Bodensitz, Ansitzleiter, Kanzel) - Welches Tier jagt in der Nacht? Reh, Luchs oder Wildhamster (Luchs) - Wer sieht besser, der Adler oder das Reh (Adler)
08.05.2026: Gesundheit ganzheitlich denken - das war schon die Maxime des Wasserdoktors Sebastian Kneipp, an die auch die Gesundheitsregionplus Unterallgäu-Memmingen anknüpft. Jetzt soll eine langfristige und abgestimmte Präventionsstrategie für die Region entwickelt werden. Dazu fand im Landratsamt Unterallgäu die Veranstaltung „Regionale Strategieentwicklung im Bereich Prävention“ statt, mit rund 60 Vertreterinnen und Vertretern aus Gesundheitsförderung, Pflege, Bildung, aus Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, aus Beratung, Verwaltung, Medizin und Politik. Eingeladen hatten Landrat Alex Eder und Oberbürgermeister Jan Rothenbacher als Vorsitzende des Steuerungsgremiums der Gesundheitsregionplus. Eder verwies in seiner Begrüßung auf die lange Tradition des Unterallgäus als „Kneippland“, in dem Gesundheitsförderung und Vorsorge seit jeher eine wichtige Rolle spielen. Kern der Veranstaltung war ein moderierter, interaktiver Austausch an fünf Thementischen. Unter den Überschriften „Gut ins Leben starten“, „Gesund aufwachsen“, „Lebensmitte gesund gestalten“, „Gesund alt werden“ sowie „Vulnerable, schwer erreichbare Zielgruppen“ trugen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Wissen, Erfahrungen und Ideen zusammen und tauschten sich aus. Sie entwickelten erste Visionen und konkrete Ansätze für eine vernetzte Präventionsstrategie und benannten relevante Akteurinnen und Akteure für die weitere Ausgestaltung dieser Strategie. Im Laufe des Jahres 2026 wollen sie die Arbeit in kleineren Arbeitsgruppen fortführen, um die Ergebnisse zu vertiefen und konkrete Ziele zu formulieren. So soll eine gemeinsame und nachhaltige Präventionsstrategie für den Landkreis Unterallgäu und die Stadt Memmingen entstehen - als Grundlage für mehr Gesundheit und Lebensqualität in der Region. Als übergreifendes Konzept dient der „Masterplan Prävention“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Zudem gab Nicola Galm von der Gesundheitsregionplus einen kurzen Überblick über die bisherige Arbeit im Bereich Gesundheitsförderung. Dabei hob sie hervor, welche neuen Möglichkeiten sich durch die gesetzliche Verankerung der Gesundheitsregionenplus in Bayern für die zukünftige Arbeit ergeben. Diese Entwicklung ermögliche eine langfristige, strategische Planung. Einen fachlichen Impuls lieferte Andrea Wolff von der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. (LZG). Sie erläuterte, wie fruchtbar die aktive Einbindung aller relevanten Akteurinnen und Akteure sei. Zugleich betonte sie, dass gute und passende Lösungen für die Region auch gemeinsam mit den verschiedenen Zielgruppen in der Bürgerschaft entwickelt werden sollten. Anna Westbrock von der Gesundheitsregionplus Unterallgäu-Memmingen präsentierte zudem zentrale Ergebnisse einer regionalen Bedarfs- und Bestandsanalyse im Bereich Prävention. Sie hob wichtige Ansatzpunkte wie die Stärkung der Verhältnisprävention und gesunder Lebensbedingungen, die zielgruppenspezifische Ausrichtung von Maßnahmen sowie die Förderung von Sichtbarkeit, Entstigmatisierung und Gesundheitskompetenz hervor. Der Masterplan Prävention des Bayerischen Staatsministeriums kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/
05.05.2022: Der Krieg in der Ukraine ist nicht spurlos an unseren Kindern vorbeigegangen. Immer wieder war das Schicksal der Menschen dort und der ankommenden Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet großes Thema bei den Hortkindern. Durch den Aufruf der Stadt Memmingen, Spiele, Kuscheltiere, Mal- und Bastelbedarf usw. für die ukrainischen Kinder zu spenden, kamen wir in unserer Einrichtung zusätzlich auf die Idee, einen Spendenlauf zu organisieren. Hoch motiviert und im Spendenfieber fand unser Lauf am 29.04.22 in der Grimmelschanze statt. Ganz nach dem Motto „Durch Bewegung Gutes tun“ starteten unsere Kinder, Eltern, Geschwisterkinder und sogar Besucher des Stadtparks unseren Lauf. Insgesamt erzielten die Kinder und die anderen Teilnehmer in der Zeit von ca. 1 Std, 1147 Runden und erliefen fast durchgehend den unglaublichen Betrag von 4000,00 Euro. Somit ist es uns möglich, diese Summe auf das Spendenkonto „MM hilft“ zu überweisen. Dieser Geldsegen wäre selbstverständlich nicht ohne die unglaublich tollen Spender möglich gewesen. Wir können gar nicht genug DANKE sagen an einige großzügige private Unterstützer, der VR-Bank Memmingen eG und der Immowerk GmbH.
28.01.2025: Liebe Eltern und Erziehungsberechtige, liebe KiTa-Mitarbeitende, am Dienstag 04.02.2025 tagt um 16.30 Uhr der Jugendhilfeausschuss im Rathaus u.a. zu Themen aus dem Bereich der Kindertageseinrichtungen. Über den Link https://ris.memmingen.de/bi/info.asp sind alle Unterlagen dazu abrufbar. Sie finden ab hier ebenso den Jahresbericht 2024 des KiTa-Amtes und die aktuelle Haushaltsvorlage. Zuerst möchte wir allen KiTa-Kolleginnen und Kollegen für das vergangene Jahr danken: In unseren Einrichtungen wurde wieder viel erreicht. Darauf können alle stolz sein. Genauso sind wir für die Zusammenarbeit mit allen Eltern dankbar. Das ist die Grundlage, auch in 2025 die KiTas gemeinsam weiter zu entwickeln. In der Stadt Memmingen werden dazu im neuen Haushalt allein für die Kindertageseinrichtungen über 19,5 Millionen EUR an Ausgaben für den laufenden Betrieb ausgewiesen. Hinzu kommen Investitionen in neue KiTa-Plätze u.a. und die Aufwendungen der anderen Träger und für die Schulkinderbetreuung. Kommen Sie gerne auf uns zu, wenn Sie Fragen dazu haben, oder besuchen Sie bei Interesse die öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses. Ihr Amt für Kindertageseinrichtungen
01.03.2022: Liebe Erziehungsberechtigte, die schrecklichen Entwicklungen in der Ukraine bestürzen und verunsichern nicht nur die Erwachsenen. Auch Kinder sind davon betroffen und werden, wenn auch unbeabsichtigt, mit diesen Informationen und Bildern konfrontiert, etwa über Gespräche von Erwachsenen im Umfeld, Nachrichten oder Social-Media-Kanäle. Vor allem für Kinder kann es sehr schwierig sein, diese Informationen zu verarbeiten. Diese Sorgen und Ängste müssen wir ernst nehmen. Bessonders wichtig ist dabei, dass Sie als Erwachsene ruhig und gefasst bleiben, wenn Sie Ihren Kindern bzw. den Kindern ihrer Einrichtung von den dramatischen Entwicklungen in der Ukraine und der Welt erzählen. Denn elterliche Angst verstärkt die kindliche Verunsicherung. In dem beigefügten Newsletter des Sozialministeriums finden Sie weitere Infos, wie Sie mit der Situation umgehen können. Sprechen Sie gerne auch unsere KiTas an, wenn Sie feststellen, dass Ihre Kinder gerade besonders belastet sind. Weiter dürfen wir darauf hinweisen, dass die Stadt Memmingen ein Spendenkonto „Memmingen hilft“ und einen Krisenstab eingerichtet hat, um die Bürgerinnen und Bürger unsere ukrainische Partnerstadt Tschernihiw mit Hilfslieferung zu unterstützen. Ihr Amt für Kindertageseinrichtungen
16.12.2019: Als Kind hatte Dennis Klein Angst vor Menschen mit Behinderung - weil er keine kannte. Begegnungen ändern das. Auf einer Weltreise durch 23 Nationen mit 19 verschiedenen Sprachen versucht Filmemacher und Lehrer Dennis Klein Antworten zu finden auf die schwierigen Fragen: Wer sind wir füreinander? Was macht uns zu Menschen? Und: Warum behandeln wir uns unterschiedlich? Aus einer zunächst geplanten kleinen YouTube-Reprotage wurde ein beeindruckender Film voller besonderer Begegnungen, bei der man auch als Zuschauer immer wieder gezwungen wird, persönliche Wertevorstellungen zu hinterfragen. In rund 100 Kinos deutschlandweit wurde der Film am 03. Dezember gezeigt mit dem Ziel, Barrieren auszugleichen und Begegnung zu ermöglichen. Nach dem Film ergriffen Katharina Sinz, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Memmingen/Unterallgäu e.V. sowie Anna Birk als kommunale Behindertenbeauftragte im Rahmen einer Publikumsdiskussion das Wort und betonten die Wichtigkeit der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung zur Thematik Behinderung. Auf Nachfrage aus dem Publikum hin zur Barrierefreiheit des Cineplex Memmingen berichtet Mitarbeiter Johannes Gersberger, dass zwar nicht alle Kinosäle barrierefrei erreichbar sind, aber nach Anmeldung jeder Film auf Wunsch in einen Saal im Erdgeschoss verlegt werde.
30.05.2022: Bei einer Exkursion nach Lindau verschaffte sich der Behindertenbeirat Memmingen einen Eindruck vom Zugverkehr bei Go-Ahead Bayern und besichtigte die in großen Teilen barrierefreie, neue Therme in Lindau. Anlass dieser Exkursion sind die, in den vergangenen Monaten durchgeführten Schulungen mit dem neuen Zugpersonal von Go-Ahead zum Thema „Umgang mit Menschen mit Behinderung“, sowie der anstehende Neubau des Kombi-Bades in Memmingen, bei dem auch die Barrierefreiheit umfassend berücksichtigt werden soll. Um dazu Inspirationen und Erfahrungen aus der Praxis einzuholen, wurde als Reiseziel die neue Therme in Lindau ausgewählt. Besonders positiv herausgestochen sind die groß gestalteten Umkleidekabinen mit breiten Liegen bzw. Sitzbänken und die direkt darin erreichbaren Spinde. Auch die gut platzierten barrierefreien WC Anlagen, sowie das verklebte Blindenleitsystem wurden für sehr gut befunden. Besonderen Anklang fanden die Zugangsgates an den Kassen und den Übergangsbereichen zwischen Therme, Freizeitbad und Sauna, die anstelle von Drehkreuzen, allen Menschen, egal ob mit oder ohne Mobilitätseinschränkung oder Kinderwagen etc. barrierefreien Zugang gewähren. Stufenfreier Einstieg, wenn der Bahnsteig entsprechend ausgebaut ist; genug Platz für Rollstühle; Hinweise in Brailleschrift für Menschen mit Sehbehinderung; eine barrierefreie Toilette; Informationen sowohl per Ansage als auch auf Bildschirmen, sodass Menschen mit verschiedensten Behinderungen auch alles mitbekommen – Vorsitzende Verena Gotzes und ihre Mitstreiter:innen waren angetan von den Eindrücken, die sie bei der Zugfahrt bekamen. Sie hatten sich schon bei der Schulung der Go-Ahead Kundenbetreuer:innen im vergangenen Jahr eingebracht und dabei ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten gut erklären können. „Es hat mir sehr gut gefallen, dass wir dort gefragt und einbezogen wurden. Ich selbst bin Rollstuhlfahrerin, bei manch anderen sieht man halt nicht auf den ersten Blick, dass sie vielleicht Unterstützung brauchen. Das konnten wir gut vermitteln, und das hilft sicherlich auch den Damen und Herren bei Go-Ahead, ihren Job gut zu machen,“ so Gotzes. Auch Regina Sproll sieht das positiv: „Man kann an den neuen Zügen von Go-Ahead sehen, wie der Öffentliche Verkehr Stück für Stück barrierefrei wird. Das ist ein großer Sprung in Richtung Teilhabe: dass ein Mensch mit Behinderung auch ohne Voranmeldung spontan mit dem Zug fahren kann.“ Go-Ahead bedient seit Dezember die Strecke von München über Memmingen nach Lindau; Auftraggeber dafür sind die Bayerische Eisenbahngesellschaft und das Land Baden-Württemberg, die mit der Ausschreibung auch Mindeststandards vorgegeben haben. Eine dieser Vorgaben ist, dass jeder Zug mit einer Kundenbetreuerin oder einem Kundenbetreuer besetzt ist - ein großer Vorteil für viele Menschen, auch für diejenigen mit Behinderung. So ist immer jemand zur Stelle, der beim Ein- oder Aussteigen helfen kann oder, wenn nötig, für Rollstuhlfahrer eine Rampe ausklappen kann. „Wenn jemand Unterstützung beim Ein- oder Aussteigen braucht und sich vorher anmeldet, stehen wir an der entsprechenden Station schon bereit. Und wer sich nicht anmeldet, bekommt natürlich auch Unterstützung“, sagt Hans-Jörg Boschner, Teamleiter für die Kundenbetreuer von Go-Ahead. Seit 30 Jahren besteht der Behindertenbeirat Memmingen – das Jubiläumsjahr war Anlass zu dieser Exkursion, die die Therme Lindau zum Ziel hatte.