Stadt Memmingen:Gerberplatz

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Roter Weg - Gerberplatz

Gerberplatz

Im Gerberviertel produzierten die Rotgerber Leder für Sättel, Schuhe und Zaumzeug. Zum Gerben benötigte man Lohe, d.h. Tannen- und Eichenrinde. Die hier ebenfalls tätigen Weißgerber schufen feinere Ledersorten für die Bekleidung. Dieses Leder wurde mittels Alaun gegerbt. Der Gerbprozess konnte zwischen sechs Monaten und drei Jahren dauern. Die Gerber zählten zu den reichsten Handwerkern der Stadt.

Siebendächerhaus

Das markanteste Memminger Haus legt Zeugnis ab von der Bedeutung des Gerberhandwerks. Der hohe Giebel mit seinen aufklappbaren Seitenluken ermöglichte ein effektives Trocknen des Leders. Das Bombardement am 20. April 1945 beschädigte nicht nur das Sieben-dächerhaus schwer, die gesamte südliche Altstadt hatte unter den Zerstörungen zu leiden.

Basilisk

Eines der Memminger Wahrzeichen war hier im Gerberviertel zuhause. Der Basilisk, ein Mischwesen zwischen Drache und Schlange, besaß den tödlichen Blick. In einer europäischen Wandersage diente er zur Erklärung mysteriöser Todesfälle in einem Keller der Vorderen Gerbergasse. Eine gotische Plastik des Basilisken befindet sich heute im Memminger Stadtmuseum.

Vogthaus

Auf dem Weg zu dieser Tafel haben Sie eines der besten Beispiele des Historismus in Memmingen gesehen. Die Kunstschreinerei Vogt im Vogthaus erhielt 1893 für einen neugotischen Altar die Goldmedaille bei der Weltausstellung in Chicago. Dieser Altar steht heute in der St. Mangkirche in Kempten.