21.04.2026: Die Stadt Memmingen erweitert ihr digitales Informationsangebot für Zugewanderte und stellt mit dem Welcome Hub ab sofort eine zentrale Informationsplattform auf der städtischen Homepage zur Verfügung. Mit dem Welcome Hub bündelt die Stadt Memmingen wichtige lokale Informationen für Zugewanderte sowie für Fachstellen und Ehrenamtliche in einem leicht verständlichen Online-Angebot. Ziel ist es, aktuelle und verlässliche Inhalte zu relevanten Themen des Alltags übersichtlich bereitzustellen und den Zugang zu Informationen zu erleichtern. Das Angebot ist bereits online und wird schrittweise weiter ausgebaut. Der Welcome Hub ist derzeit in deutscher Sprache sowie in Einfacher Sprache verfügbar. Zusätzlich sind über zehn Sprachen verfügbar, weitere Sprachen werden im Laufe des Jahres ergänzt. Die Übersetzungen sowie die Inhalte in Einfacher Sprache werden mit Unterstützung einer KI automatisiert erstellt und fortlaufend überprüft und ergänzt. Im Zuge der Umstellung wird die bisher von der Stadt Memmingen genutzte Plattform Integreat nicht weitergeführt. Die dort bereitgestellten Inhalte wurden in das neue Angebot auf der städtischen Homepage überführt. Lukas Krupinski, Integrationsbeauftragter der Stadt: „Wir sind im engen Austausch mit den Organisationen und Fachstellen, die Integreat genutzt haben und wollen sie ermutigen, nun den Welcome Hub in Ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Das erweiterte Angebot soll noch mehr Ratsuchenden weiterhelfen.“ Zur Willkommenswebsite
28.07.2026: Die Auswirkungen des Klimawandels auf Memmingen beschäftigte in der jüngsten Sitzung auch den Memminger Stadtrat. Marcus Geske, Leiter der Stadtwerke Memmingen, informierte über die Trinkwasserversorgung und die Entwicklung des Grundwasserstandes. Dabei betonte er, dass die aktuell beobachteten niedrigen Grundwasserstände keine Einschränkungen für die Trinkwasserversorgung erwarten lassen, zugleich aber Anlass für eine verstärkte Beobachtung und fachliche Prüfung der Versorgungssicherheit geben. In seinem Bericht ging Geske zunächst auf die Grundwassersituation und die Wassergewinnung ein. Das Rohwasser für die öffentliche Trinkwasserversorgung wird aus zwei südlich von Benningen gelegenen Trinkwasserbrunnen gewonnen. Das Wassereinzugsgebiet erstreckt sich von Süden kommend entlang des Memminger Trockentals und gilt als sehr ergiebig. Der Grundwasserpegel unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen und ist direkt abhängig von in diesem Gebiet fallenden Niederschlägen. Die Aufzeichnungen der Ruhewasserpegel beider Brunnen seit 2010 zeigen, dass zunehmende Ausbleiben der typischen Verläufe der Jahreszeiten. So gab es in den Jahren 2019, 2023 und 2026 Niedrigwasserperioden, im Juni 2024 dafür Hochwasser. Derzeit ist ein bisher historische Niedrigpegel erreicht. Allerdings lässt sich ebenfalls erkennen, dass innerhalb kurzer Zeit die Fähigkeit zur Regeneration besteht, sollte es zu mehrtägigen Niederschlägen kommen. Auf die Förderleistung der beiden Brunnen und die Versorgungssituation der Stadt hat der niedrige Pegelstand in absehbarer Zeit keine Auswirkungen. Diese Auffassung wird vom Wasserwirtschaftsamt Kempten und vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Woringer Gruppe geteilt. Die Ausbautiefe beider Brunnen beträgt rd. 18 m, die Ansaugöffnungen der jeweils 3 verbauten Unterwasserpumpen befinden sich zwischen 13 und 14 m unterhalb des Brunnenkopfdeckels. Das bedeutet, dass selbst bei einem theoretisch und gleichbleibend fallenden Grundwasserpegel über nochmals weitere zwei Jahre die Pumpen ausreichend mit Wasser angeströmt werden. Diese Pegelentwicklung ist nach fachlicher Einschätzung des Wasserwirtschaftsamtes Kempten (WWA) nicht realistisch, da das Memminger Trockental durch mehrere unterirdische Zuströme gespeist wird. Die geringe Wassermenge im Benninger Ried und im Stadtbach, zwei höhergelegene Austrittsstellen, sind bedingt durch die fallenden Pegelstände. Zum Schluss zog Geske ein Fazit und erklärte das weitere Vorgehen. So zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels auch in unserer Region durch atypische Niederschlagsmuster mit länger anhaltenden Trockenperioden und vermehrten Starkniederschlägen. Letztere wirken in der Regel aber nicht grundwasserneubildend. Die Erfahrungen der letzten Zeit zeigen, dass das Grundwasserdargebot weder qualitativ noch quantitativ „unantastbar“ ist. Eine akute Risiko- oder Gefährdungslage ist indes derzeit und selbst bei gleichbleibend fallendem Grundwasserpegel mittelfristig nicht zu befürchten. Unabhängig davon gilt es, die weitere Entwicklung des Grundwasserstands aufmerksam zu beobachten. Ein fachlicher Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt Kempten fand erstmalig bereits am 7.7.26 statt, um eine belastbare Redundanz für die Brunnen sowie entsprechende Entlastungs- und Ausweichszenarien zu prüfen.
30.03.2026: Memmingen geht in der Tourismuskommunikation bewusst einen neuen Weg: Mit einem neuen Reisemagazin ersetzt die Stadt ihre bisherige touristische Imagebroschüre – und setzt dabei konsequent auf Geschichten, Stimmungen und echte Erlebnisse statt nur auf klassische Sehenswürdigkeiten. „Klassische Broschüren zeigen, was es gibt. Wir wollten zeigen, wie es sich anfühlt, hier zu sein“, sagt Tourismusamtsleiterin Joy Neugebauer. „Memmingen ist kein Ort, den man abhakt – sondern einer, den man erlebt.“ Das Magazin ist ab sofort online verfügbar und liegt ab dem 20. April in der Tourist Information sowie in Hotels aus. Insgesamt werden 3.000 Exemplare gedruckt, die auch auf Tourismusmessen sowie per Infopost an interessierte Gäste verteilt werden. Vom Sehenswürdigen zum Spürbaren Der neue Ansatz ist kein Zufall, sondern eine Reaktion auf ein verändertes Reiseverhalten: Gäste suchen heute nicht nur nach perfekten Fotomotiven – sondern nach echten Momenten, Begegnungen und Atmosphäre. Genau das erzählt das Magazin auf 32 Seiten: nicht in Listen, sondern in Geschichten. • Ein Rollstuhlfahrer erkundet die Altstadt und testet ihre Zugänglichkeit • Memminger Familien zeigen ihre persönlichen Lieblingsorte • Historische Freiheitsrechte werden neu erzählt • Kuriose Anekdoten und überraschende Perspektiven eröffnen einen anderen Blick auf die Stadt Auch die großen Momente fehlen nicht – aber sie sind anders erzählt: Wenn beim Fischertag früh morgens eine ganze Stadt den Atem anhält oder beim Kinderfest Generationen gemeinsam feiern, geht es nicht um Programmpunkte, sondern um das Gefühl, Teil davon zu sein. Eine Stadt, die entdeckt werden will Das Magazin versteht Memmingen nicht als museal inszenierte Kulisse, sondern als lebendigen Ort: eine Stadt voller Geschichte und überraschenden Momenten. Oder, wie Oberbürgermeister Jan Rothenbacher im Vorwort zum Magazin sagt: „Manche Städte wollen beeindrucken. Memmingen möchte entdeckt werden.“ Das Magazin richtet sich bewusst an Gäste, die mehr suchen als einen klassischen Städtetrip – und gleichzeitig auch an Memminger selbst, die ihren Besuchern ihre Stadt näherbringen möchten. „Viele erleben Memmingen erst auf den zweiten Blick“, so Neugebauer. „Genau dazu wollen wir einladen.“ Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt sich bereits in den Zahlen: Die Zahl der Übernachtungen aus der Schweiz ist im vergangenen Jahr um 37 Prozent gestiegen – ein Markt, den Memmingen im letzten Jahr gezielt mit PR-Geschichten dieser Art angesprochen hat. Jetzt entdecken Das Magazin ist online abrufbar unter: Memmingen Tourismus: Prospektbestellung Die gedruckte Ausgabe liegt ab dem 20. April in der Tourist Information aus oder kann ab dann Online bestellt werden. Eine englische Version ist bereits in Planung. Tourist Information Marktplatz 3; 87700 Memmingen, Tel: (08331) 850-1572 info@memmingen.de
13.05.2026: Europa mitten in Memmingen erleben – dazu luden das Europabüro der Stadt Memmingen und die Europa-Union Kreisverband Memmingen, sowie Schülerinnen und Schüler des Bernhard-Strigel- und des Vöhlin-Gymnasiums zu einem Bürgerdialog auf den Marktplatz ein. Unter dem Motto „Memmingen in Europa“ verwandelte sich das Herz der Stadt am Europatag in einen lebendigen Treffpunkt für Austausch, Information und europäische Begegnung. Am Donnerstagnachmittag nutzten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich über Europa, die Europäische Union und internationale Zusammenarbeit zu informieren. Die Veranstaltung bot dabei nicht nur informative Gespräche, sondern auch ein abwechslungsreiches und gastfreundliches Rahmenprogramm. Besonders die Schülerinnen und Schüler der beiden Gymnasien engagierten sich mit großem Einsatz und machten Europa für die Besucherinnen und Besucher erlebbar. von Patisserie über ein Glücksrad, Europaquiz und einen ansprechenden Zeitstrahl zur Europäischen Gesichte. Parallel dazu informierte die Europa-Union, KV Memmingen und das Europabüro die Passanten mit Broschüren, Flyern und kreativen Give-aways über europäische Themen und Projekte. Für besondere Aufmerksamkeit sorgten zudem landestypische Köstlichkeiten aus verschiedenen europäischen Nachbarländern, die den Gästen angeboten wurden und den europäischen Gedanken auch kulinarisch erlebbar machten. Auch Oberbürgermeister Jan Rothenbacher besuchte die Veranstaltung und zeigte sich erfreut über das große Engagement der jungen Menschen und der beteiligten Organisationen. „Europa lebt von Aufklärung, Information. Austausch und von Begegnungen. Gerade Veranstaltungen wie diese zeigen, wie wichtig der europäische Gedanke für unsere Stadt und unsere Gesellschaft ist“, betonte Rothenbacher. Der Vorsitzende der Europa-Union Memmingen, Arnold, hob die Bedeutung des direkten Dialogs mit den Bürgerinnen und Bürgern hervor: „Europa beginnt nicht in Brüssel, sondern hier vor Ort – im Gespräch miteinander. Es ist schön zu sehen, mit wie viel Offenheit und Interesse die Menschen auf uns zukommen.“ Auch die Leiterin des Europabüros, Hartge, zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Besonders beeindruckend war das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Sie haben Europa mit viel Kreativität, Offenheit und Begeisterung präsentiert und damit viele Menschen erreicht.“ Die Veranstalter zeigten sich insgesamt sehr zufrieden mit dem Verlauf des Nachmittags. Der offene Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, das große Interesse an europäischen Themen und die engagierte Beteiligung der jungen Menschen machten „Memmingen in Europa“ zu einer rundum gelungenen Veranstaltung auf dem Memminger Marktplatz.
24.06.2026: Während viele Tourismus-Destinationen auf bekannte Influencer mit hohen Reichweiten setzen, verfolgt Tourismus Memmingen einen anderen Ansatz im Marketing auf der Social-Media-Plattform Instagram. Mit einem neuen Hosted Creator Programm werden gezielt aufstrebende Creator zur Zusammenarbeit eingeladen, die mit Kreativität, Authentizität und guten Geschichten überzeugen – unabhängig von ihrer Followerzahl. „Wir achten nicht in erster Linie auf Followerzahlen, sondern auf Talent, Kreativität und die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen“, erklärt Joy Neugebauer, Leiterin des Tourismusamts Memmingen. „Viele erfolgreiche Creator haben klein angefangen. Wir möchten bewusst aufstrebenden Creatorn eine Chance geben.“ Die Influencerinnen und Influencer erleben Memmingen im Rahmen eines individuell gestalteten Kurztrips und berichten anschließend auf ihren Social-Media-Kanälen über ihre Erfahrungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geschichten der Stadt: die Freiheitsrechte von 1525, der Memminger Mau, außergewöhnliche Sagen und Legenden sowie das Lebensgefühl der „Stadt der Freiheit“. „Freiheit bedeutet für uns auch Freiheit vom Alltag. Kurze Wege, entspannte Atmosphäre und unser Dolce-Vita-Flair machen Memmingen zu einem idealen Ziel für einen Kurztrip.“ Dass dieser Ansatz Potenzial hat, zeigen erste Erfahrungen. Die in München lebende indische Creatorin Farhin (@contractorfarhin) besuchte Memmingen im Rahmen ihrer Instagram-Serie „Munich Escapes“. Obwohl ihr Account damals nur rund 4.200 Follower zählte, erreichte ihr Beitrag über Memmingen rund 116.000 Menschen. Nach Beobachtung der Tourist Information erzielen gerade kleinere Creator häufig überraschend hohe Reichweiten. Während Beiträge über bekannte Reiseziele wie Paris, New York oder Rothenburg ob der Tauber mit einer Vielzahl ähnlicher Inhalte konkurrieren, besitzt Memmingen für viele Nutzer einen hohen Neuigkeitswert. „Wenn jemand etwas entdeckt, das noch nicht jeder kennt, erzeugt dies Aufmerksamkeit. Genau darin liegt unsere Chance. Memmingen ist für viele Menschen noch eine echte Entdeckung.“ Der Ansatz unterscheidet sich bewusst von klassischen Influencer-Kampagnen. Statt Reichweite einzukaufen, setzt die Tourist Information auf Partnerschaften mit kreativen Menschen, die ihre Community aufbauen und sich als Reisegeschichtenerzähler etablieren möchten. „Wir sehen das Programm als Win-win-Situation. Memmingen gewinnt an Bekanntheit und die Creator gewinnen an Sichtbarkeit. Wir wachsen gemeinsam. Deshalb unterstützen wir bewusst aufstrebende Talente und geben ihnen die Möglichkeit, außergewöhnliche Geschichten zu erzählen.“ Nach einer Testphase wurde das Hosted Creator Programm inzwischen professionalisiert und mit einer eigenen Bewerbungsplattform ausgestattet. Interessierte Creator aus dem In- und Ausland können sich dort direkt für eine Zusammenarbeit mit der Tourist Information Memmingen bewerben. Besonders interessant sind Content Creator aus Märkten mit einer guten Anbindung über den Flughafen Memmingen oder die Bahn. Ziel ist es, Menschen zu erreichen, die Freude am Reisen, Entdecken und Geschichtenerzählen haben und ihre Erlebnisse mit einer engagierten Community teilen. „Jetzt geht es darum, das Programm bekannt zu machen. Wir freuen uns über jeden, der die Idee weiterträgt und uns dabei unterstützt, Memmingen als inspirierendes Ziel für Kurztrips sichtbar zu machen.“ Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Bewerbung finden Interessierte auf der Website der Tourist Information Memmingen: https://www.tourismus-memmingen.de/germany-creator-program.html
06.08.2026: Mehr als 50 Pflegeeltern und -kinder folgten auch in diesem Jahr der Einladung des Memminger Stadtjugendamtes zum Pflegefamilienausflug. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher begrüßte die Teilnehmer und dankte den Pflegeeltern für ihr beispielhaftes Engagement. Danach ging es mit dem Bus ins Honigdorf Seeg, wo die großen und kleinen Besucher in der Erlebnisimkerei viel über Bienen und Honigherstellung lernten. Das anschließende gemeinsame Mittagessen bot den Pflegemüttern und -vätern Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit den Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes. Das Stadtjugendamt Memmingen ist stets auf der Suche nach neuen Pflegefamilien. „Eine bestimmte Qualifikation wird dabei nicht verlangt – wichtig sind ein großes Herz und die Bereitschaft, einem Kind ein liebevolles und familiäres Zuhause zu bieten – auf Zeit oder auf Dauer“, erläutert Jugendamtsleiter Michael Wagner. Unverbindliche Informationen erhalten Interessenten beim Pflegekinderdienst des Stadtjugendamtes (Frau Bottos, Frau Lässle und Frau Kasper, E-Mail pflegekinderdienst@memmingen.de , Tel. 08331/850-3040, -3041 und -3042).
16.03.2026: Mit einer Podiumsdiskussion im Antoniersaal vor rund 80 Interessierten ist das neue Dialog- und Kulturformat FREIheitsforum Memmingen am 12. März zu Ende gegangen. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen widmete sich die Stadt Memmingen zwei Wochen lang einem gesellschaftlich relevanten und viel diskutierten Thema: dem § 218 des deutschen Strafgesetzbuches zum Schwangerschaftsabbruch und der Lebenswirklichkeit Betroffener. Auch 37 Jahre nach den Memminger Prozessen gibt es viel Gesprächsstoff, der nicht nur die damaligen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen bewegt, sondern zunehmend auch ein jüngeres Publikum. Bei vornehmlich sachlich geführten Diskussionen zeigte sich, dass auch heute noch ein Informationsdefizit besteht und dass politisch, rechtlich und vor allem gesellschaftlich noch viele Schritte zu gehen sind, um mit Schwangerschaftsabbrüchen angemessen umzugehen. Bei einer Spurensuche im Stadtarchiv wurde deutlich, dass es unter anderem durch schutzwürdige Belange betroffener Personen noch schwierig ist, an Originalunterlagen und Dokumente zu den Memminger Prozessen zu gelangen. Eine zentrale Quelle stellen deshalb zunächst Zeitungs- und Medienberichte aus der damaligen Zeit dar. Das Stadtarchiv nutzte die Gelegenheit und erweiterte in den vergangenen Wochen seine Bestände mit Unterlagen zu den Memminger Prozessen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen. Die Spurensuche ist auf einer neuen Webseite des Stadtarchivs einsehbar: Stadtarchiv Memmingen: Zeitgeschichte Der Film „Mutter aus Passion“ von 1990 im Stadtmuseum war sehr gut besucht und regte zu vertiefenden Gesprächen an. Die Thematik berührte neben Zeitzeug:innen auch interessierte jüngere Besucherinnen und Besucher. Das Theaterkollektiv Hystera (Berlin) brachte bei zwei ausverkauften Vorstellungen des Theaterstücks „Der Uteruskomplex – Ein Schauprozess“ im Landestheater Schwaben Zeitzeuginnenberichte betroffener Frauen auf die Bühne und ergänzte diese mit Berichten von Frauen, die gegenwärtig einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt haben. Hierbei und in den anschließenden Diskussionen wurde ersichtlich, dass auch heute noch Defizite im Umgang mit und in der Betreuung von betroffenen Frauen bestehen. Ein Bild, das sich in der Podiumsdiskussion verdichtete. Einig waren sich die Podiumsteilnehmerinnen, dass die ärztliche Infrastruktur zur Durchführung von Schwangerschaftsbrüchen insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg defizitär sei. Beratungsangebote seien hingegen reichlich vorhanden und auch dringend notwendig, um mangelnde Informationen auszugleichen, bekräftigte Stephanie Weißfloch, Leiterin der Schwangerenberatungsstelle Donum Vitae. Den Zwang zur Beratung, den der Gesetzgeber vorsieht, kritisierte Prof. Dr. Liane Wörner, Expertin für Medizinstrafrecht und Mitglied der Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin der letzten Bundesregierung. Das Straffrecht sei nicht geeignet, um den Schwangerschaftsabbruch zu regeln, betonte sie. Um den Frauen wirklich zu helfen, müsse zunächst gesellschaftlich eine Enttabuisierung des Themas stattfinden. Wie die Bauern 1525 in Memmingen Freiheit und Gerechtigkeit forderten, demonstrierten Ende der 1980er Jahre zahlreiche Frauen für ihr Recht auf Selbstbestimmung. Auch aus Sicht der Einrichtungen des Frauennetzwerks, die an der Programmgestaltung maßgeblich mitgewirkt haben, war das Memminger FREIheitsforum ein voller Erfolg. Seit Ende der 1980er Jahre demonstrierten zahlreiche Frauen für ihr Recht auf Selbstbestimmung. Aus dieser Bewegung heraus entstand in der Stadt ein Netz von Frauengruppen, die sich bis heute für die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft stark macht. „In Zeiten, in denen Gleichstellung erneut in Frage gestellt wird, stehen wir fest zu unserem Einsatz für Freiheit, Selbstbestimmung und gerechte Teilhabe aller Frauen“, so Claudia Fuchs, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen. 2027 soll das FREIheitsforum erneut in der ersten Märzwoche stattfinden und mit einer Mischung aus Kulturprogramm und Dialogformaten Raum für Debatten und Gespräche bieten. „Das große öffentliche Interesse an dem neuen Format hat uns darin bestärkt, im nächsten Jahr mit einem neuen Thema in die Fortsetzung zu gehen“ resümiert Kulturamtsleiter Sebastian Huber. Veranstaltet wurde das FREIheitsforum Memmingen durch das Kulturamt der Stadt Memmingen. Das Programm der ersten Ausgabe entstand in enger Kooperation mit folgenden städtischen und nicht-städtischen Einrichtungen und Initiativen (in alphabetischer Reihenfolge): Frauengeschichtswerkstatt Memmingen e.V., Frauenhaus Memmingen, Frauennetzwerk Memmingen e.V., Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen, Stadtarchiv Memmingen, Stadtbibliothek Memmingen, Stadtmuseum Memmingen, Landestheater Schwaben.
19.06.2026: Auf Einladung des Europabüros sowie der Europa-Union, KV Memmingen, und in Kooperation mit der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, veranschaulichte die Europaforscherin Dr. Carolin Rüger, Mitglied im Team Europe Rednerpool der Europäischen Kommission, anlässlich eines Besuchs in Memmingen, welche Berührungspunkte wir im Alltag mit der Europäischen Union haben. Wie viel EU steckt im Alltag junger Menschen? Dieser Frage ging die Rednerin beim „EU-Check“ mit ca. 250 Memminger Jugendlichen des Bernhard-Strigel-Gymnasiums, der städtischen und staatlichen Realschulen sowie des BBZ nach. Anhand eines ganz normalen Tages einer Familie in Memmingen machte die Referentin deutlich, dass Europa nicht nur in Brüssel oder auf Reisen stattfindet, sondern uns täglich betrifft: vom sauberen Trinkwasser über Lebensmittelkennzeichnung, Verbraucherschutz und Garantiefristen bis hin zu Datenschutz, Handyladekabel oder Badegewässerqualität. Viele europäische Standards seien für Bürgerinnen und Bürger selbstverständlich geworden, obwohl ihr Ursprung oft kaum wahrgenommen werde. Im Fokus stand außerdem die Frage, wie die Europäische Union funktioniert. Die Referentin betonte dabei besonders den demokratischen Charakter der EU und stellte heraus, dass Demokratie in der Welt des 21. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Besonders deutlich wurde: Junge Menschen haben eine Stimme in der EU und auf anderen politischen Ebenen – und diese sollten sie auch nutzen. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich in der interaktiven Veranstaltung per Smartphone beteiligen und nutzten die Gelegenheit, viele unterschiedliche Fragen zur EU zu stellen. Bereits am Vorabend der Schulveranstaltung informierte Dr. Rüger im Rahmen eines Diskussionsforums über das Thema „Europa zwischen Alltag und Weltpolitik: Was die EU für uns bedeutet“, wobei sie eindrucksvoll aufzeigte, welchen politischen und finanziellen Verlust die Bundesrepublik Deutschland erleiden würde, sollte man hierzulande wieder auf die nationale Karte setzen.
03.09.2026: Es ist erst ein paar Wochen her, da haben wir gemeinsam in den Abendhimmel geblickt: zur Sonnenfinsternis und den Perseiden. Das Landestheater Schwaben widmet dem Blick zu den Sternen und den großen Hoffnungen, die sie uns verheißen, eine ganze neue Spielzeit 26/27: „Zu den Sternen“. Doch noch vor den ersten Premieren heißt das Landestheater sein Publikum schon beim Tag der offenen Tür, dem Theaterfest, am 19. September in Memmingen willkommen. Zusätzlich zum beliebten Kinderprogramm öffnen dieses Jahr Werkstätten und Gastspiel-Lkw ihre Türen, das Ensemble verlost kleine Sofortkunstwerke und die Schneiderei verschenkt Kostüme. Am Abend stellt das Theater bei der etwa einstündigen „Spielzeitvor-Show“ Prolog die kommenden Premieren vor. Der Eintritt ist frei. Seit vor über 250 Jahren zum vielleicht ersten Mal ein Schauspieler als „Star“ bezeichnet wurde, sind Schauspiel und Sternenlicht unauflöslich miteinander verknüpft. Und ob in der Esoterik, der Science-Fiction oder ganz aktuellen Milliardärs-Träumen, finden wir dort auch immer etwas über unsere Zukunft heraus — bei den Sternen, also im Theater. Das gilt besonders für die Spielzeitvorschau „Prolog“ um 19.30 Uhr mit Live-Trailern und Live-Musik der ersten fünf Premieren. Gezeigt werden u. a. Goethes „Faust“, die Boulevardkomödie „Doppelt leben hält besser“ und die kleine musikalische Produktion „Ich seh’ den Sternenhimmel“ mit Liedern der Neuen Deutschen Welle. Doch Zukunft muss man sich manchmal auch einfach selber machen. Deshalb erwarten das Publikum zahlreiche kreative Angebote ab 14.00 Uhr: Neben einer Bastelstation des Jungen Landestheaters für Kinder gibt es auch für die Erwachsenen in Schreinerei, Polsterei und Malersaal Gelegenheit, sich auszuprobieren – oder in Schlosserei und Requisite inspirieren zu lassen. Wem das noch nicht kreativ genug ist, darf sich im Bürgerbühnen-Workshop als Schauspieler und „Star“ versuchen. Ab 17.00 Uhr lädt das Ensemble auf der bewirteten Foyerbühne ein zum „Sterne sammeln“, der Verlosung kleiner Kunstwerke und Kunststücke, die die Spielenden sofort aufführen. Dazu gibt es Theaterführungen, Lkw-Besichtigungen, Kinderschminkstation, Fotos im Kostüm und neue „Texte aus der Litfaßsäule“. Die „Freunde des Landestheaters Schwaben e. V.“ bieten Kaffee, Kuchen und gute Gespräche an, und die „Schwarze Katz“ ist mit Food-Truck und Getränken vor Ort. Alles vor Ort, am Theaterplatz 2 in Memmingen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, für den „Prolog“ am Abend bittet das Landestheater um die Reservierung von kostenlosen Platzkarten. Informationen gibt es unter www.landestheater-schwaben.de und an der Theaterkasse. Der Countdown zur neuen Sternen-Spielzeit läuft.
07.07.2026: Alkohol begleitet viele Momente unseres Alltags – oft ganz selbstverständlich. Die bundesweite Aktionswoche Alkohol, die im Zeitraum vom 13.06.-21.06.2026 stattfand, regte dazu an, den eigenen Umgang mit Alkohol bewusst zu reflektieren. Die Suchtpräventionsfachkräfte der Gesundheitsämter der Stadt Memmingen und des Landkreises Unterallgäu sowie der Psychosozialen Beratungsstelle Memmingen (AWO), haben verschiedene Angebote organisiert, unterstützt durch Fliegenpilz e.V. – Verein für Suchtprävention. Hierbei wurden Fachkräfte, Jugendliche, Senioren und die breite Bevölkerung in der Region erreicht. Ziel der verschiedenen Veranstaltungen war es, nicht mit erhobenem Zeigefinger zu belehren, sondern über Risiken aufzuklären, Informationen zu vermitteln und den Austausch über das oftmals unterschätzte Thema Alkohol(-abhängigkeit) zu fördern. Den Auftakt machte ein Aktionsstand auf dem Memminger Wochenmarkt zum Thema „Sucht im Alter“ in Zusammenarbeit mit der Seniorenfachstelle Memmingen. Darauf aufbauend fand ein ärztlicher Vortrag zu diesem Thema für Betroffene, Angehörige und Interessierte statt. Am 17.06.26 und am 18.06.26 hatten psychologische und pädagogische Fachkräfte aus der Region die Möglichkeit, sich zum Thema Kinder aus suchtbelasteten Familien zu informieren und auszutauschen, erstmalig in einem besonderen Format. In Kooperation mit regionalen und überregionalen Partnern standen ein Film, die Erarbeitung verschiedener Impulse an Thementischen, sowie ein moderiertes Fachgespräch auf dem Programm. Fast 100 Fachkräfte widmeten an diesen beiden Tagen den Kindern aus suchtbelasteten Familien besondere Aufmerksamkeit. An Eltern, Erziehungsberechtigte und interessierte Personen richtete sich der hybride Vortrag „Cheers oder nein, Danke!? – Alkohol in unserem Alltag“ in Kooperation mit der VHS Memmingen. Mit Blick auf Kinder und Jugendliche fanden neben einem schulischen Präventionsangebot an der Mittelschule Mindelheim auch Aktionen im Jugendhaus Memmingen und im Jugendhaus Babenhausen statt. Die Jugendlichen konnten ihr Wissen bei einem Quiz testen, alkoholfreie Cocktails zubereiten und sich über K.O.-Tropfen und die Schutzmöglichkeiten informieren. Abgerundet wurde die Aktionswoche Alkohol mit der Teilnahme am Sporttag in Memmingen unter dem Motto „Alkoholfrei Sport genießen“.