Stadt Memmingen:ZEICHEN

ZEICHEN

27. Oktober 2018 - 3. Februar2019
Ausstellungseröffnung: Freitag, 26. Oktober 2018, 19.00 Uhr

Die Ausstellung ‚ZEICHEN‘ ist eine Annäherung an den wohl grundlegendsten und unmittelbarsten Prozess der Kunst, das Zeichnen. Man braucht nur ein Stück Kohle oder einen Bleistift, um einen Sachverhalt zu notieren, um eine Idee zu skizzieren und um Linien zu Bildern werden zu lassen.  Seit Urzeiten gelten Zeichnungen als aussagekräftige Medien der Erinnerung und der wissenschaftlichen Dokumentation (noch heute halten Archäologen ihre Ausgrabungen in detaillierten Zeichnungen fest). Sie akzentuieren und strukturieren die unendliche Fülle aller möglichen Wahrnehmungen. Zeichnungen schaffen eine Realität, indem sie eine Sehweise abbilden.

In der Ausstellung ‚ZEICHEN‘ machen drei sehr unterschiedliche und internationale künstlerische Positionen das Thema differenziert erfahrbar:

Alexander Schellbach (*1976 in Blankenburg, lebt in Leipzig) nähert sich der Industriekultur seiner ostdeutschen Heimat über Landschaftsbilder an, die er mit surrealen Eingriffen manipuliert. Seine Serie ‚Blühende Landschaften’ zeigt zerfallende Fabrikgebäude, in welche er zuweilen seine an Motoren erinnernden Keramiken, die ebenfalls in der Ausstellung gezeigt werden, einbeschreibt. Schellbachs Arbeiten sind Dokumente des gesellschaftlichen Wandels und Zeugnisse seiner Auswirkungen.

Barbara Walker (*1964 in Birmingham, lebt in Birmingham) dokumentiert in ihren Zeichnungen den Beitrag schwarzer Soldaten in den Auseinandersetzungen des ersten und zweiten Weltkriegs, deren Geschichten immer wieder vergessen und verdrängt wurden. Als aktive Kombatanten in fast allen Kriegsparteien vertreten, waren People of Colour doch nie Teil der offiziellen Erzählungen. Walkers Fokussierung setzt hier neue Akzente und fordert eine Korrektur unserer tradierten Wahrnehmung. 

Tim Wolff (*1976 in Dumbrăveni/Elisabethstadt, lebt in Wien) skizziert seine Themen in äußerst konzentrierter Form. Einige wenige Linien genügen ihm für seine reduzierten Darstellungen – fast schon möchte man sie als Chiffren bezeichnen. Für die Ausstellung wird er im Lichthof der MEWO Kunsthalle eine Zeichnung dreidimensional umsetzen. Diese Raumzeichnung bildet wirkmächtig die Flaggen, Banner und Transparente einer politischen Demonstration ab.

So verschieden die in dieser Ausstellung entstehenden ‚Bilder’ sind, so vergleichbar ist doch ihre erzählerische Intention, ihre Zeichenhaftigkeit.

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