Stadt Memmingen:Zeitgeschichtliche Erinnerungsarbeit

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Zeitgeschichtliche Erinnerungsarbeit

Die Erforschung und Aufarbeitung der Stadtgeschichte steht seit Jahrzehnten im Fokus verschiedener Formen historischer Forschungs- und Bildungsarbeit der Stadt Memmingen. Die nachfolgende Übersicht enthält - jenseits der Dienstleistungen von Stadtarchiv oder Stadtmuseum - einige dieser Aktivitäten mit Fokus auf das 20. Jahrhundert und die Zeit des Nationalsozialismus. Eine Zusammenstellung bislang erschienener Monografien und Zeitschriftenaufsätze wird auf der Webseite des Stadtarchivs im Abschnitt Literaturhinweise fortlaufend ergänzt.

  • 1970: Aufstellung eines Gedenksteines am Ort der 1938 zerstörten Synagoge am Schweizerberg (Stadt Memmingen), seither jährliches Gedenken an die Judenpogrome vom 9. November 1938
  • 1979/80 Publikation von Zeitzeugenberichten über die Fliegerangriffe 1944/45 (veröffentlicht durch die Heimatpflege Memmingen e.V. in den Memminger Geschichtsblätter 1979 und 1989/90) 
  • 1979/80/91: Benennung von Straßen östlich der Römerstraße nach deutschen Widerstandskämpfern
  • 1998: Erweiterung der Synagogen-Gedenkstätte um Tafeln mit namentlicher Nennung aller zwischen 1941 und 1945 ermordeten jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen in Memmingen (Stadt Memmingen / Deutsch-Israelische Gesellschaft Memmingen)
  • 1999: Publikation des Stadtarchivs Memmingen von Kurzbiographien der deportierten und ermordeten jüdischen Männer, Frauen und Kinder in der Zeit des Nationalsozialismus (überarb. und ergänzte Neuauflage 2012)
  • 2000: Einrichtung einer Museumsabteilung zum jüdischen Leben in Memmingen von 1862 bis 1945 im Stadtmuseum
  • 2001: Publikation des Historikers Paul Hoser im Auftrag der Stadt Memmingen: „Die Geschichte der Stadt Memmingen. Vom Neubeginn im Königreich Bayern bis 1945“ (Geschichte der Stadt Memmingen Bd. 2) mit einer ausführlichen und quellenbasierten wissenschaftlichen Darstellung der Geschehnisse zwischen 1933 und 1945 (Stadt Memmingen). Auf der Basis der seinerzeitigen Quellen Auswertungen entstanden weitere vertiefende Aufsätze des Autors (u.a. 2004 zu „Spielraum und Grenzen nationalsozialistischer Parteiherrschaft am Beispiel Memmingens“, 2007 über die „Rosenbaum-Krawalle von 1921 in Memmingen“, 2014 über „Aufgaben, Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Darstellung“ oder demnächst zu „Dr. Heinrich Berndl“)
  • 2005: Publikation von Schicksalen jüdischer Memminger Bürgerinnen im Exil, bearbeitet von der ehemaligen Redakteurin der Memminger Erika Gäble: „Ich wäre so gerne in Memmingen alt geworden“ (Stadtarchiv Memmingen / Frauengeschichtswerkstatt Memmingen)
  • 2010: Dokumentation im öffentlichen Raum „Memmingen 1945“ (Kulturamt / Stadtarchiv Memmingen)
  • 2013/14: Vorbereitung und Präsentation von Erinnerungsstücken aus der Zeit des Ersten Weltkrieges „Was Bleibt“, Ausstellung des Historischen Vereins Memmingen in der MeWo-Kunsthalle
  • 2014 Umbenennung der Wernher-von-Braun-Straße in Rudolf-Diesel-Straße
  • ab 2014: Verlegung der Stolpersteine durch den Verein Stolpersteine Memmingen e.V. auf der Grundlage der Recherchen im Stadtarchiv (siehe Publikation 1999) sowie neuerer Forschungen u.a. zur sog. Euthanasie im Nationalsozialismus (unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Manfred Schilder)
  • 2016-2019: Erarbeitung und Aufstellung von Stelen zur Geschichte des Hühnerbergs im 20. Jahrhundert - vom Bismarckturm (1908) über Volks- und Sportpark (ab 1929), SA-Sportschule (1933/34) und Kriegsgefangenenlager (1940-1945) bis zur Flüchtlingssiedlung (ab 1946) durch den Historischen Verein Memmingen
  • 2017: Benennung von Straßen im neuen Siedlungsgebiet auf der Dobelhalde nach Opfern des Nationalsozialismus 2019 Restitution von Kulturgut aus dem Besitz des jüdischen Kaufmanns Julius Guggenheimer an seine Nachkommen in England (Stadtmuseum)