Stadt Memmingen:Geschichte

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Geschichte

Zeitreise in Memmingen

1128: In der Bestätigung einer Schenkungsurkunde für das Kloster Ochsenhausen wird Memmingen zum ersten Mal als "mammingin" urkundlich erwähnt.

Von Mammo über Mammingin zu Memmingen

Die Entwicklung des Namens lässt ahnen, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte gewandelt hat: Von einer kleinen Siedlung in spätrömischer Zeit reift Memmingen zur Freien Reichsstadt, zur urbanen Perle im schwäbisch-bayerischen Voralpenland heran.

Marktrecht und Wappen legen den Grundstein dafür, dass die Memminger Bürger erfolgreich und einflussreich das späte Mittelalter und die beginnende Neuzeit mitgestalten können: Memminger Händler schicken schon 1506 die ersten deutschen Handelsschiffe nach Übersee, Diplomaten der Bürgerschaft sind auf allen Reichstagen vertreten, ihre Künstler und Wissenschaftler bewegen sich im Umkreis so bedeutender Persönlichkeiten wie Dürer oder Gutenberg.

Reformation

Aus diesen Erfolgen schöpft das Memminger Bürgertum Selbstbewusstsein, was im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts weitreichende Konsequenzen hat: Die Stadt wird neben Zürich, Genf und Wittenberg zu einem Zentrum der Reformation - Memmingen wird evangelisch.

Die Atmosphäre in Memmingen ist geprägt von Bürgerstolz und dam Drang nach Selbstbestimmung. Dies veranlasst 1525 die aufständischen Bauern dazu, die Stadt Memmingen als ihren Versammlungsort zu wählen: Hier wird mit den 12 Bauernartikeln die erste Menschenrechtserklärung Europas verfasst.

Blüte der mitteralterlichen Handelsstadt

Die architektonischen Meisterwerke dieser zeit bezeugen noch heute die wirtschaftliche und kulturelle Blüte der mittelalterlichen Handelsstadt. Ihr Aufschwung wird durch den 30-jährigen Krieg beendet, in dessen Verlauf die Bürger drei Erstürmungen überstehen müssen. Nach diesem Einschnitt verliert Memmingen in Politik und Ökonomie mehr und mehr an Einfluss. Jedoch erst Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Uhr der Freien Reichsstadt entgültig abgelaufen - Memmingen wird bayerisch.

Bürgertugenden

Fünfzig Jahre später nehmen die Memminger, sich an ihre alten Bürgertugenden einnernd, ihr Glück wieder selbst in die Hand: Sie initiieren und finanzieren den Bau der Eisenbahn und legen so die Gleise zum neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Auf diese Weise schaffen sich die Memminger damals wie heute aus eigener Kraft neue Perspektiven, um die Lebensqualität in ihrer Stadt zu sichern und zu verbessern - um die zukunft gemeinsam zu gestalten.

Geschichte der Stadt Memmingen

  • um 300: römische Militärsiedlung
  • um 500: alemannische Dorfsiedlung
  • um 800: fränkische Königshofsiedlung
  • 1128: erste urkundliche Nennung
  • Mitte 12. Jh.: Stadtwerdung unter Herzog Welf Vl.
  • 1268: Beginn der Reichsstadtzeit
  • Mitte 14. Jh.: Verfassungsänderung - Herrschaft der Zünfte
  • 14. - 16. Jh. : Blütezeit der Reichsstadt.
    Handelsfahrten nach Indien und Venezuela. Wirken der Maler- und Bildhauerfamilie Strigel
  • 1525: Abfassung der 12 Bauernartikel
    Bauernkrieg - Reformation: Memmingen wird evangelisch
  • 1630: Im 30jährigen Krieg mehrmonatiger Aufenthalt Wallensteins
  • 1632: Aufenthalt des Schwedenkönigs Gustav Adolf
  • 18. + 19. Jh. : Niedergang der Reichsstadt
  • 1803: Memmingen wird bayerisch; Grenz- und Landstadtsituation
  • 1862: Eröffnung der ersten Bahnlinie
  • Ende 19. Jh. bis Anfang 20. Jh.:  Sprengung des Mauergürtels. Heute
    sind noch rund 1,5 km Stadtmauer mit 10 Toren und Türmen erhalten
  • ab 1972: Gebietsreform, Eingemeindung der Stadtrandgemeinden
    Amendingen, Buxach und Hart, Eisenburg, Steinheim,
    Dickenreishausen, Volkratshofen und Ferthofen.
    Memmingen bleibt kreisfrei.
  • 1993: Memmingen wird zum Oberzentrum aufgestuft