Stadt Memmingen:SingleNews (Presse)

DE Deutsch
 EN English
RSS
Zum Hauptinhalt

Kontakt Pressestelle

Stadt Memmingen
Pressestelle
Marktplatz 1
87700 Memmingen

Tel.: 08331/850-101
Fax: 08331/5433

pressestelle
@memmingen.de

Information aus dem Rathaus

Zur Übersicht Rathausinformationen

Mehr Klimaschutz und kinderfreundliche Innenstadt

Erstellt von Pressestelle |

Kinderparlament im Rathaus: Kinder bringen zahlreiche Anliegen vor - Erste Ergebnisse vorgestellt

In der Theodor-Heuss-Schule wurde ein Hochbeet angelegt. In Dickenreishausen wird in diesen Tagen eine heiß ersehnte Tischtennisplatte aufgestellt und der Marktreferent ist derzeit in Gesprächen mit Schaustellern wegen eines neuen, kleineren Jahrmarkts zu Ostern. Über diese Ergebnisse des ersten Kinderparlaments informierte Jugendpfleger Andreas Kerler die Kinderparlamentarier bei ihrer jüngsten Sitzung im Rathaus. „Wir nehmen eure Anliegen sehr ernst“, betonte Oberbürgermeister Manfred Schilder.

Probleme mit den Schulbussen, die Verbesserung von Spielplätzen, beleidigende Graffitis in Unterführungen und eine kinderfreundliche Innenstadt zählten zu den Themen, die die Kinder ins Gespräch einbrachten. „Wir wünschen uns mehr Spielmöglichkeiten in der Innenstadt“, erklärten Kinder der Edith-Stein-Schule. Für Erwachsene gebe es Cafés und Restaurants, für Kinder wünschten sie sich Wasserspiele am Stadtbach, Litfaßsäulen zum Bemalen, mehr Reittiere wie Bulle und Bär oder Bereiche, in denen offiziell mit Straßenkreide auf dem Boden gemalt werden dürfe. Auch sollten mehr Trinkwasserspender in der Innenstadt stehen, wünschten sich Kinder der Theodor Heuss-Schule. Der bestehende Trinkwasserbrunnen am Theaterplatz, erklärte Baudirektor Fabian Damm, sei von einem Fahrzeug angefahren und beschädigt worden. Inzwischen habe man ihn repariert und demnächst werde er wieder Trinkwasser spenden. Zum Wunsch nach mehr Spielmöglichkeiten erklärte Matthias Ressler, Jugendreferent des Stadtrats, dass eine Arbeitsgruppe von Stadträten und Stadtverwaltung damit gerade befasst sei. Im kommenden Schuljahr soll es auch einen Workshop mit Kinderparlamentariern dazu geben, informierte Jugendpfleger Kerler.

Schüler der Reichshainschule baten darum, dass nach dem Abriss ihrer Turnhalle möglichst schnell eine neue, moderne Turnhalle gebaut werde, für die sie auch konkrete Wünsche hatten: Große Fenster solle sie haben, damit gut gelüftet werden könne und es viel natürliches Licht gebe. Eine Photovoltaikanlage solle auf das Dach, um nachhaltig Energie zu gewinnen.

Der Klimaschutz war insgesamt ein wichtiges Thema für die Kinder. Die Jugendlichen der Lindenschule wünschten sich die Anschaffung eines differenzierteren Mülltrennungssystems für das Schulhaus. Die Schüler der Sebastian-Lotzer-Realschule traten für mehr Solaranlagen auf Häusern ein und für einen stärkeren Einsatz zur Nutzung regenerativer Energien. Beim Oberbürgermeister kamen diese Vorschläge sehr gut an. „Es ist ein existenzielles Thema für uns. Es ist gut, dass ihr so dahinter seid und euch Gedanken macht.“

Die Anregungen der Kinder würden bedacht und mögliche Lösungen gesucht, sagten Oberbürgermeister Schilder und Bürgermeisterin und Vorsitzende des Kinderschutzbunds, Margareta Böckh, zu. „Traut euch, Rückfragen zu stellen. Seid mutig“, forderte der Oberbürgermeister die Kinder auf. Wenn sich Wünsche nicht realisieren lassen, erfuhren die Kinder auch Gründe dafür. Zu hohe Kosten etwa, unterschiedliche Interessen der Beteiligten oder dass nicht immer alles kontrolliert werden könne wie im Fall von hässlichen Graffitis. Man könne sie übermalen, aber irgendwann kämen auch wieder neue. „Wir sind da ein Stück machtlos“, erklärte Baudirektor Damm.  Verabredet wurde, Projekte mit Schulen anzuregen, um Flächen und Wände mit schönen Graffitis zu gestalten, die hoffentlich nicht übersprüht werden. „Die Bushäuschen am Bahnhof sind heute noch so schön, wie die Schüler des Vöhlin-Gymnasiums sie gestaltet haben. Das war ein tolles Projekt“, lobte OB Schilder. 

Das neue Memminger Kinderparlament wurde vom Kinderschutzbund Memmingen-Unterallgäu und vom Jugendamt der Stadt Memmingen initiiert und fand im Februar 2019 zum ersten Mal statt. 14 Memminger Schulen sind mit jeweils zwei Kinderparlamentariern vertreten.

Eine Reihe von Kindern sitzen an den Tischen im Sitzungssaal. Ein Mädchen meldet sich engagiert. Im Hintergrund sitzen zuschauende Eltern und Lehrer.
Engagiert brachten 28 Kinderparlamentarier ihre Anliegen im Großen Sitzungssaal des Rathauses vor. (Fotos: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)
Andreas Kerler vom Jugendamt der Stadt Memmingen moderierte die Sitzung des Kinderparlaments. Von links: Andreas Kerler, Bürgermeisterin Margareta Böckh, Oberbürgermeister Manfred Schilder, Matthias Ressler, Jugendreferent des Stadtrats.