Stadt Memmingen:Stadtmauer

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Sanierung Stadtmauer

Mauerstück an der Kohlschanze wird stabilisiert - November 2018

Probebohrungen in der historischen Stadtmauer finden im November 2018 beim Teilstück an der Kohlschanze statt. Ein kleiner Teil der Dachziegel wurde abgetragen, um von oben vertikal in die Außenschale des Mauerwerks bohren zu können. Das Ziel: Mit Hilfe eingebrachter Stahlanker soll das Mauerstück zukünftig stabilisiert werden, genauer gesagt der obere Teil der Mauer vom Wehrgang an aufwärts. „Diesen Teil nennt man die Brustwehr, sie ist teilweise nur knapp 50 Zentimeter breit und an manchen Stellen schief, da braucht es für einen ausreichenden Lastabtrag eine Sicherung“, erklärt Viktoria Schuster, Projektleiterin der Mauersanierung des Münchner Ingenieurbüros Barthel&Maus.

Überlegt worden sei anfangs auch eine Sicherung mit Hilfe einer relativ auffälligen Trägerkonstruktion im Wehrgang. „Doch sowohl die Denkmalpflege als auch die Stadt haben sich für die Anker entschieden. Davon wird man fast nichts sehen“, erläutert die Ingenieurin.

Startschuss für Sanierung der historischen Stadtmauer - "Ein Megaprojekt"

Mit dem symbolischen ersten Baggerbiss unweit des Ulmer Tors hat Oberbürgermeister Manfred Schilder im Beisein von Vertretern der planenden und ausführenden Baufirmen, des Stadtrats, der Verwaltung und der Medien jetzt den Startschuss für die Sanierung der historischen Stadtmauer gegeben. Über den Auftakt der wichtigen Erhaltungsmaßnahme des "umfangreichsten Baudenkmals der Stadt" freute sich auch Ehrenbürger Josef Miller, Staatsminister a.D. und Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Landesstiftung. 

"Die Sanierung ist ein Megaprojekt", betonte der Oberbürgermeister. Die Vorbereitungen für den Erhalt der Stadtmauer liefen seit Jahren und rückten deren Bedeutung wieder stärker in den Fokus.

Als ehemals freie Reichsstadt verfüge Memmingen noch heute über bedeutende Teile der Stadtmauer aus dem 14. und 15. Jahrhundert, einige Teile stammten gar aus dem zwölften Jahrhundert. Die Mauer erstrecke sich über rund zwei Kilometer. "Fünf Stadttore, sechs Mauertürme und drei Turmruinen gehören dazu", zählte Schilder auf. Es gebe Überlegungen, die Mauer in Zukunft für Bürgerinnen und Bürger sowie für Touristen besser erlebbar zu machen, berichtete der Oberbürgermeister.

Die Gesamtsanierung soll grob geschätzt zehn Jahre dauern. Allein der erste Bauabschnitt mit der statischen Sicherung der Stadtmauer vom Luginsland bis zum Ulmer Tor sowie im Bereich der Kohlschanze werde zwei bis drei Jahre dauern und rund 2,2 Millionen Euro kosten. "Das muss es uns wert sein", betonte der Rathauschef und dankte der Bayerischen Landesstiftung für Fördermittel in Höhe von 158.000 Euro und dem Bezirk Schwaben für Zuschüsse von rund 56.000 Euro.

Felix Martin, Mitglied der Geschäftsführung des beauftragten Münchner Ingenieurbüros "Barthel und Maus", erläuterte die anstehenden Arbeiten. Als wichtigste Maßnahme werde die Mauer zunächst mit Erdnägeln verankert, um dem Erddruck der barocken Bastionsanschüttung entgegenzuwirken. "Der früher vorhandene Graben wurde zugeschüttet, so dass ein großer Höhenunterschied zwischen Außen- und Innenseite der Mauer besteht und diese sich deshalb nach innen neigt", erklärte Martin. Nach der statischen Sicherung stehe die Instandsetzung der Fugen und Ziegel auf dem Plan.

"Es ist eine wichtige Maßnahme, die die Stadt in Angriff nimmt", freute sich Josef Miller und dankte dem Stadtrat für die Bereitstellung der Mittel. Die Mittel der Landesstiftung seien sehr gut eingesetzt.

Hinweis: Der Band "Die Stadtmauer von Memmingen" von Dr. Christian Kayser von "Barthel und Maus" wurde vom Historischen Verein Memmingen herausgegeben, nähere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins.