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Blumen verschwinden aus öffentlichen Beeten

Erstellt von Pressestelle |

An die 1000 Pflanzen entwendet - Pflanzendiebstahl kein Kavaliersdelikt

Die Memminger Innenstadt blüht in buntleuchtenden Pflanztrögen, sorgfältig bepflanzten Verkehrsinseln und in einer Fülle farblich abgestimmter Beete in den Grünanlagen der Stadt. Viele Memmingerinnen und Memminger und Gäste der Stadt freuen sich an den bunten Blumeninseln. Für manche scheinen sie jedoch auch eine Versuchung darzustellen, den eigenen Balkon oder Garten mit Hilfe der öffentlich gesetzten Pflanzen zu verschönern. An die 1000 Narzissen, Stiefmütterchen, Elfenspiegel, Goldmarie oder Nelken sind aus den Beeten in diesem Jahr schon verschwunden. „Als die Blumenläden und Gärtnereien wegen der Corona-Pandemie geschlossen hatten, hatten wir ja noch Verständnis, aber in den letzten Wochen ging das Verschwinden weiter. Immer wieder fehlen Blumen, und es bleiben nur Pflanzlöcher zurück“, schildert Gärtnermeister Thomas Zauzig vom städtischen Garten- und Friedhofsamt die Lage. 

Auch in früheren Jahren sind schon Blumen entwendet worden, vor allem aber auch Vandalismus zum Opfer gefallen. Rund 200 Pflanzen im Jahr verzeichnet die Stadtgärtnerei als durchschnittlichen Verlust. „Aber heuer sind es jetzt schon so viel mehr Blumen, und wir haben keine Erklärung dafür“, resümiert Zauzig. Nach den Eisheiligen wurde im Mai der Sommerflor gepflanzt. Am Parkhaus am Bahnhof ist seitdem eine in Schlangenlinie gesetzte Reihe von Nelken abhandengekommen. „Am Bonhoefferhaus wurde gelber Tagetes geklaut, den wir dann nachgepflanzt haben und die Nachpflanzung wurde wiederum weggenommen“, ergänzt Ramona Sauter von der Stadtgärtnerei. Und besonders begehrt scheint roter Salbei zu sein, der vielfach verschwunden ist.

„Das ist nicht lustig. Pflanzendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt“, betont Oberbürgermeister Manfred Schilder. „Ich finde das wirklich enttäuschend und appelliere an die Bürgerinnen und Bürger, ihre Augen offen zu halten und gegebenenfalls auch Menschen anzusprechen, sollte man Zeuge eines Pflanzendiebstahls werden.“

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtgärtnerei konzipieren die Pflanzungen mit Bedacht und stimmen die Blumen und Stauden aufeinander ab. Sie ziehen Blumen, Stauden und Kräuter vielfach selbst oder kaufen sie ein und setzen die Pflanzen mit großer Sorgfalt. Die Beete werden im Wechselflor bepflanzt, das heißt, dreimal im Jahr den Jahreszeiten angepasst. „Vom Sommerflor können wir jetzt teilweise nichts mehr nachkaufen. Von manchen Blumenarten haben wir also schlicht nichts mehr, was wir nachpflanzen können“, betont Thomas Zauzig. Rechtlich ist der Diebstahl von Pflanzen als Straftat nach § 242 des Strafgesetzbuches (StGB) zu werten. Der finanzielle Schaden durch Pflanzendiebstahl ist heuer bereits auf rund 1000 Euro zu beziffern. Dazu kommt vor allem aber auch der Ärger für die Stadtgärtnerei, wenn die schönen Beete auf diese Weise verunstaltet werden. Und auch der Ärger für die Bürgerinnen und Bürger, zu deren Freude Memmingen mit Blumen und Blüten bunt gestaltet wird.  

Zwei Finger deuten in einem Hochbeet auf leere Pflanzlöcher
Mehrere Pflanzen wurden aus einem Pflanztrog entwendet. Zurück bleiben die Pflanzlöcher. An die 1000 Pflanzen sind aus öffentlichen Beeten in diesem Jahr schon entwendet worden. (Fotos: Alexandra Wehr/ Pressestelle Stadt Memmingen)
Gärtnermeister Thomas Zauzig (r.) und Ramona Sauter vom städtischen Garten- und Friedhofsamt prüfen die Beete. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtgärtnerei sind regelmäßig unterwegs, sichten die Anpflanzungen und ersetzen gestohlene Pflanzen nach Möglichkeit.