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Alle Bäume im Stadtgebiet erfasst

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Baumkataster ist angelegt – Kontrolle wird vereinfacht und digitalisiert

Die Arbeiten zur Erstellung des Memminger Baumkatasters sind abgeschlossen. „Das gibt uns nicht nur einen umfassenden Überblick über den Bestand, es erleichtert uns auch geeignete Maßnahmen zum Erhalt der Bäume und zum Schutz der Bevölkerung ergreifen zu können“, erläutert Oberbürgermeister Manfred Schilder die umfassende digitale Erfassung aller freistehender Bäume auf städtischem Grund. 

Schließlich müssen alle Bäume einmal pro Jahr kontrolliert werden, bei älteren Bäumen ist sogar eine halbjährliche Kontrolle vorgeschrieben. Nach extremen Wetterlagen werden diese zum Teil noch zusätzlich kontrolliert. Eine zeitintensive Aufgabe für die Kommune, aufgrund der Verkehrssicherungspflicht jedoch notwendig, so der Oberbürgermeister. Gartenamtsleiter Michael Koch ergänzt: „Das Kataster dient uns zur lückenlosen Dokumentation und Archivierung von Maßnahmen und Stammdaten.“ An den angebrachten Baumnummern ist jeder städtische Baum zu erkennen und eindeutig zuzuordnen.

Das Kataster hat jedoch noch weitere Vorteile: „Es freut mich, dass wir jetzt auch einschätzen können, dass wir im Vergleich zu anderen Städten mit der Zahl und dem Alter der Bäume ganz gut abschneiden“, bemerkt Zweiter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger. Das Baumkataster sei eine wichtige Ergänzung zur Baumschutzverordnung, sind sich Schilder und Steiger einig. 

Bei der Erstellung des Katasters wurden insgesamt 14.802 Einzelbäume und weitere 13.954 Bäume in 659 flächigen Gehölzbeständen erfasst und kontrolliert. Dies entspricht einem Verhältnis von 3,00 Einwohnern (Einwohnerzahl 44.465; Stand 31.12.21) pro Einzelbaum. Bezieht man die Bäume in den flächigen Gehölzen mit ein, so entspricht dies einem Verhältnis von 1,51 Einwohnern pro Baum. Somit liegt Memmingen im Vergleich mit anderen bayerischen Kommunen im oberen Bereich was das Verhältnis von Einwohner pro kommunalem Baum anbelangt.

Außerdem wird in der neu angelegten Datenbank das Alter der Bäume vermerkt. Dadurch können auch Zahlen zur Kohlendioxid (CO2) Bindung der Pflanzen errechnet werden. Nimmt man die Zahlen des kommunalen Einzelbaumbestands als Grundlage, so bindet dieser ca. 37.000 Tonnen CO2. Dies entspricht ca. 2,5 Tonnen pro Baum. Auch dieser Wert kann im Vergleich zu anderen bayerischen Kommunen als „hoch“ eingestuft werden, die Mittelwerte liegen dort durchwegs deutlich unterhalb der 2 Tonnen Marke. Diese günstige Bilanz hängt mit dem vergleichsweise hohen Anteil von Altbäumen zusammen, die nicht nur eine wichtige Speicherfunktion von klimaschädlichem Kohlendioxid haben, sondern auch die Artenvielfalt fördern.

Die Auswertungen des Baumkatasters haben ergeben, dass es sich bei rund 24 Prozent des Bestandes um alte Bäume handelt. Als alte Bäume wurden Exemplare mit einem geschätzten Lebensalter ab ca. 80 Jahre eingestuft. Bei den rund 15.000 Bäumen sind exakt 158 verschiedene Baumarten vertreten. Die größte Gruppe bildet der Bergahorn (Acer pseudoplatanus) mit 1.716 Stück. 
Und weitere interessante Einzelheiten hat die Erfassung der Bäume auch gebracht: Nämlich wo die ältesten, die umfangreichsten und die höchsten Bäume stehen. 

Die ältesten Bäume sind:
Eine Winterlinde (Tilia cordata) mit einem Stammumfang von 622 Zentimeter (cm) am Dickenreiser Weg, die vermutlich 428 Jahre alt ist. Eine Sommerlinde (Tilia platyphyllos) mit 572 cm Umfang am Oberen Eschaldenweg, die um die 394 Jahre alt ist. Sowie eine Stieleiche (Quercus robur) am Jakobsweg östliche von Dickenreishausen, mit einem Umfang von 475 cm und geschätzten 374 Jahren. Und eine Rotbuche (Fagus sylvatica) südliche des Stadtparks Neue Welt mit 525 cm Stammumfang und einem geschätzten Alter von 308 Jahren. 

Ebenfalls am Jakobsweg steht eine Esche (Fraxinus excelsior) die nicht nur zu den ältesten Bäumen zählt, sondern auch den größten Stammumfang innehat, nämlich 741 cm. Dieser Umfang lässt auf ein Alter von 393 Jahren schließen. Fast ebenso mächtig ist die Pappel, (Poppulus x canescens) beim Bogenschießplatz an der Haienbachstraße mit ihren 669 cm Umfang, der auf ein Alter von 100-120 Jahren schließen lässt.

Die höchsten Bäume im Stadtgebiet sind zwei Pappeln (Populus x canescens) mit je 38 Metern an der Memminger Ach zwischen Amendingen und Steinheim.

Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger, Oberbürgermeister Manfred Schilder und Michael Koch, Amtsleiter Stadtgrün und Friedhöfe, bei einem der interessantesten Bäume im Stadtgebiet: eine Winterlinde, die sogar schon einmal gebrannt hat. Die Linde hat einen Stammumfang von 568 cm, dies entspricht circa 400 Jahren. Im Datenblatt wird die Linde als „wertvoller Habitatbaum mit großer Höhlung und altem Brandschaden“ bezeichnet. (Fotos: V. Weyrauch/ Pressestelle Stadt Memmingen)
An den angebrachten Baumnummern ist jeder städtische Baum zu erkennen und eindeutig zuzuordnen.
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