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„Politpop“ und Terrakotta

Erstellt von Pressestelle |

Eröffnung der Ausstellung „China: Past, Present & Future“

Im Rahmen der Eröffnungsfeier zur Ausstellung in der MEWO Kunsthalle „Alte Post“ trugen sich der chinesische Generalkonsul Huiqun Yang, der Erste Bürgermeister der italienischen Stadt Nove, Manuele Bozzetto, sowie der Fotokünstler Qingsong Wang aus Peking in das Goldene Buch der Stadt Memmingen ein. Bis zum 7. Oktober 2007 sind Fotowerke Wangs sowie lebensgroße Terrakotta Figuren, die zur 48. Biennale 1999 in Venedig geschaffen wurden, in Memmingen zu sehen.

Der Lichthof der MEWO Kunsthalle, dekoriert mit einem zwölf Meter hohen und 20 Meter breiten Fotokunstwerk Qingsong Wangs, war Schauplatz einer fulminanten Eröffnung der Ausstellung „China: Past, Present & Future“.

Oberbürgermeister Dr. Holzinger brachte in seiner Begrüßung den Stolz Memmingens zum Ausdruck, eine solche Schau präsentieren zu dürfen. Die MEWO Kunsthalle biete Eindruckvolles, wie es in diesen Räumlichkeiten noch nicht zu sehen war. „Es freut mich, hier in Memmingen zu sein und die Ausstellung mit eröffnen zu dürfen“, so Generalkonsul Yang aus München. Er berichtete von den rasanten Veränderungen in China und den sozialen Problemen, die mit dieser schnellen, unausgewogenen Entwicklung einhergingen. In China gäbe es eine große Auseinandersetzung um die politische, wirtschaftliche und soziale Zukunft des Landes. Die Fotoarbeiten Wangs seien ein Ergebnis dieser Auseinandersetzungen. Die Bezeichnung „Politpop“ für die Werke Wangs treffe gut die kritische Haltung des Pekinger „Shootingstars“ gegenüber der chinesischen Gesellschaft. Es sei erfreulich, schloss Yang, dass der deutschen Bevölkerung hier in Memmingen die Gelegenheit gegeben werde, die Umbrüche in China hautnah mitzubekommen. Künstler Wang, selbst extra aus Peking angereist, zeigte sich erfreut über die wachsenden Verbindungen zwischen Deutschland und der Volksrepublik und dankte für den Aufwand, mit dem seine Bilder hier gezeigt würden. Die, zum Teil schon allein durch ihre Größe bestechenden Bilder Wangs zeigen auf überwältigende Weise die Entwicklung Chinas im Spannungsfeld zwischen Mao und westlichem Kapitalismus.

Erster Bürgermeister Bozzetto erweiterte die Verbindung Deutschland zwischen China noch um Italien. Die Ausstellung helfe dabei, die hier in Europa verbreitete Angst um die zukünftige Stärke Chinas zu überwinden. Die Ausstellung trage zugleich dazu bei, die lange italienische Keramiktradition, die in seiner Heimatstadt schon lange verwurzelt ist, darzustellen. Die dreizehn gezeigten Terrakotta Figuren und Figurengruppen, die Künstler Cai Guo-Qiang mit chinesischen Studenten für die Biennale 1999 fertigte, wurden von den Keramikkünstlern Lee Babel und Alessio Tasca aus Nove bei Vicenza bewahrt, indem sie dort gebrannt wurden. Es handelt sich hier um Nachbildungen der, in den 60er Jahren unter dem Titel „Der Hof zur Eintreibung der Pacht“ entstandenen Gebilde, die gemäß dem revolutionären Kulturverständnis der Zeit Mao Tse-Tungs das verbrecherische Verhalten der Großgrundbesitzer geißeln sollten.

Die drei Kuratoren der Ausstellung Dr. Hans-Wolfgang Bayer, Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre und Dr. Fritz Franz Vogel stellten im Anschluss das Entstehen der Ausstellung auf unterhaltsame Weise im Dialog dar.

Weitere Informationen zur Ausstellung

Erster Bürgermeister Manuele Bozzetto trägt sich gerade in das Goldene Buch ein
Fotokünstler Qingsong Wang aus Peking (von links), Erster Bürgermeister Manuele Bozzetto aus Nove/Italien und der chinesische Generalkonsul Huiqun Yang trugen sich im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung „China: Past, Present & Future“ im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger in das Goldene Buch der Stadt Memmingen ein.
Generalkonsul Huiqun Yang bei seinem Grußwort
Der chinesische Generalkonsul Huiqun Yang, gemeinsamer Schirmherr der Ausstellung mit Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger, bei seinem Grußwort zur offiziellen Eröffnung. Fotos: Pressestelle der Stadt Memmingen