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Gemeinsam für Demokratie

Erstellt von Pressestelle |

Überdimensionaler Stuhl als Zeichen gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus vor AWO-Seniorenheim 

„Ich finde es großartig, dass Du nicht nur mit Worten arbeitest. Deine Worte sind gewaltig und wichtig, der große Stuhl unterstreicht deine Botschaft und setzt ein sichtbares Zeichen“, führt Brigitte Protschka, Präsidentin des Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e.V. (AWO) ein. Die AWO Schwaben pflegt eine enge Kooperation mit dem Kabarettisten Christian Springer. Nun hat die AWO Schwaben die Stuhl-Installation des Münchners nach Memmingen geholt. 

Dieter Egger, Vorstandsvorsitzender des Bezirksverbands der AWO entschied sich ganz bewusst für den Vorplatz des AWO-Seniorenheims am Hühnerberg: „Hier am Hühnerberg gab es ab 1940 ein Lager, in dem Menschen gequält wurden. Und hier wurden ab 1946 Heimatvertriebene aufgenommen. Deshalb ist dies ein idealer Ort, ein Zeichen zu setzen für Demokratie und Solidarität.“ 

Zum Auftakt der Installation erzählt Christian Springer den Bewohner:innen, Pflegepersonal, Führungskräften und Gästen des AWO-Seniorenheims am Hühnerberg, was es mit dem Stuhl auf sich hat. Es ist die Geschichte des Aufstiegs Adolf Hitlers und seiner Gefolgsleute bis zur Machtergreifung, die Christian Springer nachzeichnet. Dabei springt er immer wieder in der Zeit vor und zurück, um zu verdeutlichen, dass es nicht erst 1933 losging. Hitler habe schon bald nach dem ersten Weltkrieg mit seinen Plänen und Vorarbeiten begonnen. Ein wesentliches Datum war dann der 8. November 1923, der Tag des Putschversuchs Hitlers. Er habe sich im Münchner Bürgerbräukeller auf einen Stuhl gestellt, um sich Gehör zu verschaffen und habe der Versammlung zugerufen, die Regierungen in München und Berlin seien abgesetzt. Am Tag darauf wurde der Putschversuch gestoppt. Nicht aber der Aufstieg der Nationalsozialisten, denn auch aus dem Gefängnis heraus konnte Hitler Menschen mobilisieren, von seinen Ideologien überzeugen und die Machtübernahme vorbereiten. 100 Jahre nach dem Putschversuch ließ Christian Springer gemeinsam mit einem Freund einen überdimensionalen Stuhl als Mahnmal fertigen und stellte ihn erstmals in München vor dem Isartor auf. Er steht symbolhaft für jenen Stuhl, auf den sich Hitler am 8. November 1923 im Münchner Bürgerbräukeller stellte. Eine Sitzfläche hat der riesige Stuhl jedoch nicht. Schwebende Fußabdrücke symbolisieren Hitlers Spuren. 

Um die verheerenden Folgen von Krieg und Verfolgung weiß auch Margareta Böckh, Zweite Bürgermeisterin von Memmingen. „Bei meinen Geburtstagsbesuchen im AWO-Seniorenheim begegne ich Menschen, die mir von ihren Erfahrungen erzählen. Diese Berichte bewegen mich jedes Mal sehr. Ich danke daher Christian Springer und der AWO Schwaben für ihr Engagement für unsere Demokratie und wünsche mir, dass auch viele Schulen die Gelegenheit nutzen, die Installation zu besichtigen.“ 

Der weiße Stuhl ist fast sechs Meter hoch und wiegt mitsamt seinen Betonfüßen mehrere Tonnen. Er ist für mindestens sechs Wochen frei zugänglich vor dem AWO-Seniorenheim in Memmingen, Hühnerbergstraße 25, aufgestellt. Informationstafeln geben den Besuchern Einblicke in das Projekt und dessen Hintergründe. Künstler Christian Springer wird mehrmals vor Ort sein, um persönlich zu berichten. Anfragen für Führungen und Vorträge für Gruppen beantwortet AWO-Mitarbeiterin Antonia Wendl unter 0821/43001-204 und antonia.wendl@awo-schwaben.de. 

Gemeinsam für Demokratie: Künstler Christian Springer mit (v. l.) dem Vorstandsvorsitzenden des AWO-Bezirksverbands Dieter Egger, Zweiter Bürgermeisterin Margareta Böckh und AWO-Präsidentin Brigitte Protschka vor der Kunstinstallation. (Foto: Arbeiterwohlfahrt)