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"Feibelmann muss weg - Ein antisemitischer Vorfall aus der schwäbischen Provinz"

Erstellt von Pressestelle |

Wanderausstellung des Jüdischen Museums Augsburg Schwaben - Vernissage am 30.6 um 19 Uhr im Stadtmuseum Memmingen - Schau läuft bis 22.1.2023

Im Stadtmuseum Memmingen startet die Wanderausstellung zum Schicksal Jakob Feibelmanns mit einer Vernissage am 30. Juni 2022 um 19 Uhr. Die Geschichte des Memmingers Jakob Feibelmann hat weit mehr als nur lokale Bedeutung. Sein Fall führt beispielhaft vor Augen, welche Dynamik die Drangsalierung und Einschüchterung von Jüdinnen und Juden nach der NS-Machtübernahme in Deutschland entwickeln konnte. Der Antisemitismus in Deutschland wurde nicht nur von oben verordnet. Persönliche Ressentiments spielten weiter eine wichtige Rolle. Durch sie entwickelten die antijüdischen Hetzkampagnen und Gewaltmaßnahmen vor Ort vielfach eine ganz eigene Dynamik, wie auch Jakob Feibelmann erfahren musste. Der Memminger Unternehmer wurde ab 1933 mit anonymer Drohpost überschüttet, die ihn massiv anfeindete und zur Emigration drängte. Ende 1934 flüchtete er schließlich nach Palästina und nahm die Drohschreiben mit, die er als Beweismittel gesammelt hatte. Über 60 der Postkarten und Briefe blieben erhalten. Diese sind Anlass und auch Grundlage für die Ausstellung „Feibelmann muss weg“.

Die Ausstellung setzt sich anhand von 22 Reproduktionen erhaltener Briefe und Postkarten mit den Anfängen der nationalsozialistischen Judenverfolgung auf lokaler Ebene auseinander. Dabei verschränkt sie Täter- und Opfergeschichte und fragt sowohl nach den Urheber*innen der Hassbotschaften und möglichen Mitwisser*innen wie auch nach den Konsequenzen für Jakob Feibelmann.

Das Stadtmuseum Memmingen bietet gemeinsam mit dem Förderkreis Synagoge Fellheim und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Memmingen/Kempten ein vielseitiges Begleitprogramm zur Ausstellung. Dieses reicht von Konzerten, Theater- und Filmvorführungen bis zu Schülerprogrammen. Tieferen Einblick in das Schicksal der Familie Feibelmann können die Besucher*innen über verschiedene Ausstellungsführungen erlangen. Die Heimatpflege hat eigens für die Ausstellung die Impuls-Stadtführung „Auf Spurensuche: Was bleibt von Feibelmann“ konzipiert.

Auf der Vernissage sprechen:

Begrüßung: Oberbürgermeister Manfred Schilder

Impuls: Carmen Reichert (Leiterin Jüdisches Museum Augsburg Schwaben)

Zur Genese der Ausstellung: Vincent Hoyer und Michael Ilg

Einführung in die Ausstellung: Monika Müller (Kuratorin)

Stadtmuseum Memmingen, Zangmeisterstr. 8, Eingang Hermansgasse, 87700 Memmingen, Tel.: 08331 / 850-134; Öffnungszeiten: Di bis So  11 – 17 Uhr; Feiertage 11 – 17 Uhr

Der Eintritt in die städtischen Museen ist frei. Weitere Informationen unter www.stadtmuseum-memmingen.de

Eine alte Aufnahme des Wohnhauses der Familie Feibelmann in der Herrenstraße 14. (Bild: Amira Korin)