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Stadt Memmingen
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Memmingen und seine Stadtteile

Memmingens Stadtteile
Memmingens Stadtteile als vereinfachte Landkarte
  • Amendingen (3.724 Einwohner),
    eingemeindet seit 1972
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Wolfgang Courage (CRB)
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Stefan Döring, Schwabenstraße 7, 87700 Memmingen
    Tel. 08331/86690
  • Buxach/Hart (684 Einwohner),
    eingemeindet seit 1972
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Jürgen Kolb (FW)
    Bürgerausschuss (Vorsitzender)
    Claudia Nägele, Am Hohlweg 8, 87700 Memmingen
    Tel. 08331/494297
  • Dickenreishausen (897 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Helmuth Barth (CRB)
    Bürgerausschuss (Vorsitzender): 
    Gerhard Unold, Hochholzstraße 18, 87700 Memmingen
    Tel. 08331/81908
  • Eisenburg (1.502 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976 
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Heike Eßmann (ödp) 
  • Steinheim (2.878 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976 
    Stadtteilreferent im Stadtrat:  Gerhard Neukamm (CSU)
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Klaus Kern, Wittmannstraße 8, 87700 Memmingen
    Tel. 08331/12170
  • Volkratshofen und Ferthofen (1.362 Einwohner),
    eingemeindet seit 1978 
    Stadtteilreferent im Stadtrat:  Heribert Guschewski (CRB)
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Richard Groß, Im Oberdorf 10, 87700 Memmingen
    Tel. 08331/61831

(Stand 10.06.2014)

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Amendingen

Kirche Amendingen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Amendingen

Die Gemeinde Amendingen machte bei den Eingemeindungen den Anfang. Zusammen mit Grünenfurt wurde sie am 1. Juli 1972 Teil der nun größeren Stadt Memmingen. Amendingen basiert auf einer Siedlung der frühalemannischen Landnahme im 5. und 6. Jahrhundert. Sehr bald wurde das Dorf zum Hauptort der Herrschaft Eisenburg, die jedoch im frühen 15. Jahrhundert der An- und Verkaufspolitik mehrerer Memminger Patrizierfamilien zum Opfer fiel, gleichzeitig mit ihr auch das Dorf Amendingen. Seit 1586 hatte die  Reichsstadt Memmingen die Hochgerichtsbarkeit im Dorf inne, die grundherrschaftlichen Verhältnisse waren ansonsten weitgehend zersplittert. Von 1341 bis 1642 unterstand Amendingen kirchenrechtlich dem Prämonstratenserkloster Rot a. d. Rot, bis 1803 dann der Reichskartause Buxheim, die auch die wunderschöne Pfarrkirche St. Ulrich errichten ließ. Die Klosterherrschaft ließ es dann auch nicht zu, dass Amendingen der Reformation anheimfiel, das Dorf blieb katholisch. Erst nach dem 2. Weltkrieg hat sich eine evangelische Gemeinde gebildet, die im vorzüglich renovierten Schlössle von 1730/40 eine schöne geistliche Heimat gefunden hat. 1803 wurde Amendingen bayerische Gemeinde, in den Nachkriegsjahren siedelte sich dort eine stattliche Industrie an. Die Stadt hat in den letzten Jahrzehnten das Amendinger Industriegebiet zügig ausgebaut und mit dem Autobahnkreuz Memmingen neue Ansiedlungsmöglichkeiten eröffnet.

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Buxach/Hart

Kirche Buxach (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Buxach

Anders gelagert war und ist die Situation in Buxach mit dem Ortsteil Hart. Der Osthang des nördlichen Buxachtales und die Talaue in Hart wurden zur bevorzugten Wohnlage des Memminger Bürgertums, am Westhang und in der Mitte von Hart hat sich weitgehend die Landwirtschaft erhalten. Buxach ist eines jener Dörfer, die durch die Geschichte eng mit Memmingen verbunden waren und es seit der Eingemeindung 1972 heute wieder sind. 1219 erstmals erwähnt, kam es nach häufigem Besitzerwechsel 1459 zum Unterhospital, bei dem es bis 1803 verblieb. In der Reformationszeit wurde Buxach evangelisch, das Kirchlein ist die im Jahre 1710 erbaute Dreifaltigkeitskirche, einstmals beliebte Heiratskirche des Memminger Patriziates. Die enge Verbindung des Dorfes mit der Stadt war auch daran abzulesen, dass bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts der Buxacher Pfarrer in der Stadt gewohnt hat und zu gottesdienstlichen Handlungen mit dem „Gauwägele“ über den Buxacher Berg fahren musste, bei Wind und Wetter, sommers wie winters.

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Dickenreishausen

Kirche Dickenreishausen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Dickenreishausen

Im Tal der Buxach, südlich des gleichnamigen Ortes, liegt der Stadtteil Dickenreishausen, als Hausen 1126 erstmals urkundlich erwähnt. 1976 wurde das hufeisenförmige Dorf, eine eigenartige Anlage, samt den dazugehörigen Einöden, in die Stadt Memmingen eingemeindet; Nach einer wechselnden Besitzergeschichte gelangte Dickenreishausen 1472 an das Unterhospital und verblieb dort bis 1803. Durch diese Zugehörigkeit wurde das Dorf 1532 evangelisch, die mächtige Kirche St. Agatha mit ihrem stattlichen Satteldachturm bildet mit der gewaltigen Linde und dem danebenstehenden hochgiebeligen Pfarrhaus eine wunderbare Dorfmitte. Durch das große Gebiet des Stiftungswaldes seit eh und je von der Stadt getrennt, war Dickenreishausen von 1905 bis 1952 durch die Legauer Bahn an die Stadt angeschlossen. Heute ist die ehemalige Bahntrasse ein beliebter Rad- und Wanderweg nach Kronburg. Dickenreishausen ist heute noch weitgehend landwirtschaftlich orientiert, auch durch die Vereinödungen von 1791/92 (nach Vorbild der Fürstabtei Kempten).

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Eisenburg

Kirche Eisenburg (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Eisenburg

Dieser Stadtteil, mächtig überragt von der schönen Schlossanlage, wurde seit der Eingemeindung 1976 mehr und mehr zu einem beliebten Wohn- und Schlafort der Memminger, die sich gerne an den südlichen Hängen des Dorfes ansiedeln. Die Landwirtschaft spielt keine große Rolle mehr. Eisenburg, erstmals mit den Herren von Eisenburg 1208 namentlich belegt, war Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft, die nach dem Aussterben ihrer Inhaber nach 1455 durch viele Hände ging und vor 1803 völlig zersplittert war. Vor allem Memminger Patrizier waren häufig im Besitz der Schlossanlage, 1567 in der heute sichtbaren Form innerhalb einer vorgeschichtlichen Fliehburg errichtet. 1927 brannte das Schloss in der Silvesternacht aus und wurde in den jetzigen schlichten Formen wieder aufgebaut. Kirchlich gehört Eisenburg zur Pfarrei Amendingen, in der kleinen Kapelle St. Nepomuk wird Gottesdienst gehalten.

 

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Steinheim

Kirche Steinheim (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Steinheim

Dieser Stadtteil wurde 1976 eingemeindet. Der Ort entstammt der zweiten alemannischen Siedlungsphase um 600 n. Chr. und war seit 764 in Ottobeurer Besitz. Als Lehen des Kaisers kam Steinheim im frühen 13. Jahrhundert an die Herren von Eisenburg, in deren Hauptbesitz das Dorf bis 1448 war. Damals verkauften es die Eisenburger an das Memminger Unterhospital, bei dem es bis 1803 verblieb. Infolgedessen wurde Steinheim nach 1525 evangelisch-lutherisch, die Kirche St. Martin von 1764/65 zeigt dann auch deutlich mit ihrem Kanzelaltar protestantisches Gepräge. Die Lage an der Straße war für die Dorfgeschichte bestimmend; Steinheim macht in unserer Zeit einen grundlegenden Wandel durch. Vom Bauerndorf wird es, wie Eisenburg, zur städtischen Wohn- und Schlafstadt, eine zunehmende Verstädterung wird spürbar.

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Volkratshofen

Kirche Volkratshofen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Volkratshofen

Mächtig hat sich Memmingen nach Westen ausgebreitet, man könnte es mit dem Zusatz „an der Iller“ versehen, seit der Eingemeindung von Volkratshofen samt Ferthofen im Jahr 1978. Volkratshofen ist am weitesten von der Stadt entfernt, trotzdem ist ein paralleler Geschichtsweg zu verfolgen: 1167 erstmals erwähnt, kam es nach 1399 vom Kloster Rot a. d. Rot in den Besitz des Unterhospitals, bei dem es dann bis 1803 verblieb. Die kirchenrechtliche Bindung der Pfarrkirche St. Stephan an das katholische Oberhospital zog ein Simultaneum nach sich, d. h. die Kirche gehört seit der Reformation beiden Konfessionen.

 

Zu Volkratshofen gehören die stark bäuerlich geprägten Weiler Brunnen sowie Priemen und Hitzenhofen. Durch die relativ große Entfernung von der Kernstadt hat sich Volkratshofen seine Eigenständigkeit erhalten, ist noch landwirtschaftlich strukturiert, wiewohl westlich der Bundesstraße ein neues Siedlungsgebiet entstanden ist.

 

 

 

Kirche Ferthofen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)
Zeichnung der Kirche Ferthofen

Lange war Ferthofen im Besitz der Grafen von Waldburg, die vor allem Interesse an der Zollstelle Ferthofen hatten, ebenso wie die Reichsstadt Memmingen, davon zeugen noch die beiden Zollhäuschen diesseits und jenseits der Iller. Bei der neuen Grenzziehung zwischen Bayern und Württemberg 1810 wurde Ferthofen in einen bayerischen und einen württembergischen Teil getrennt, trotzdem ist Memmingen für beide Teile der Beziehungsmittelpunkt geblieben. Zwischen den beiden Dörfern liegt das bezaubernde Schlossgut Illerfeld, 1784 errichtet und bis zum heutigen Tag in Familienbesitz.