MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
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memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)

Seiteninhalt:

Richard Strauss Frauen

Brigitte Jäger
Yvonne Steiner
Veronika Farkas und Stellario Fagone
Joseph Kiermeier-Debre

oder „Warum Frauen Schokolade mehr lieben als Männer“

Arien und Duette aus Opern von Richard Strauss mit Brigitte Jäger,
Yvonne Steiner und Veronika Farkas

Ganz im Gegensatz zu Richard Wagner, wo es nur so vor Titelhelden wimmelt (Rienzi, Tannhäuser, Lohengrin, Siegfried, Tris-tan, Parsifal, Meistersinger), huldigt Richard Strauss in seinen Opern den Frauen. Er war, um mit Britney Spears zu sprechen, ein Womanizer. Er liebte, so wird kolportiert, obwohl er ein großer Verehrer von Richard Wagner war, die Tenöre nur mit Ein-schränkungen. Seine Helden sind weiblich und heißen „Ariadne auf Naxos“, „Arabella“, „Daphne“, „Die ägyptische Helena“, „Die Liebe der Danae“, „Elektra“, „Salome“, Madeleine und Zerbinetta, Sophie und Zdenka. Selbst der Rosenkavalier Octavian ist eine Frauenrolle, eine sogenannte Hosenrolle, und auch der Komponist in der „Ariadne“ wird von einer Frau gesungen. Es soll ja ein junger und hübscher Komponist sein! Frauen, sprich, vor allem die Soprane erfreuten sich der Gunst von Richard Strauss, was seine Frau Pauline manchmal mit Argwohn verfolgte. Das hätte man dem eher bieder scheinenden Mann gar nicht so zuget-raut. Nach einer Opernpremiere, so geht die Anekdote, saß der Komponist gemütlich mit Künstlern und Kunstfreunden zu-sammen. Als – auf Strauss anspielend – die Bemerkung fiel, es gäbe Komponisten, die wie Staatsbeamte aussehen, erwiderte schlagfertig die Gattin des Komponisten: „Mag schon sein, dass mein Richardl wie ein Spießbürger ausschaut, aber auf’m Papier – da tobt er sich aus.“

Aus dieser musikalischen Gemengelage gibt es nach dem großen Erfolg der „Meisterstücke“ im November wieder einen großen Abend, einen Galaabend der Stimmen und der Anekdoten. Diesmal lassen wir nur die Frauen sprechen bzw. singen, erzäh-len so manche Geschichte von Richard Strauss – über den Maestro sind unglaublich viele im Umlauf – und philosophieren ein wenig über Frauen und Schokolade und was beide mit der Musik gemeinsam haben. Anders als für Männer ist frau nie zu jung oder zu alt für Schokolade. Das weiß auch die Marschallin im „Rosenkavalier“, und sie lässt den kleinen Mohammed zum Frühstück mit ihrem jungen Liebhaber Octavian Schokolade ans Bett servieren. Die Szene galt als frivol und musste sich zen-sieren lassen, und auch der Tanz der sieben Schleier der Salome galt nicht immer als jugendfrei. Keine Angst, der Abend wird insgesamt aber nicht sündiger sein als Schokolade. Wie diese wird die Musik mit üppig-seidiger Sinnlichkeit berühren, wird sie exquisite Glücksgefühle hervorrufen und mit samtweicher Süße die Herzen erobern.

Die Damen, die für diese Eroberung einstehen werden, sind zum einen Brigitte Jäger von der Bayerischen Staatsoper München und die bei uns in der Kunsthalle bereits aus „Così fan tutte“ und „Figaros Hochzeit“ bekannten Sängerinnen Veronika Farkas (Dorabella) und Yvonne Steiner (Susanna). Vor allem Brigitte Jäger wird mit ihrer Stimme das lebendig werden lassen, was Richard Strauss in seinen Tobsuchtsanfällen auf dem Papier zu Wege gebracht hat: Salome, Daphne, Arabella, Madeleine (Capriccio) und Marschallin (Rosenkavalier). Das ist so einiges und vom Besten und Feinsten und Schwierigsten, was die Opernliteratur kennt. Mit ihrem großen Sopran, mit dem sie unter Kent Nagano im „Parsifal“ oder in der Rolle der Frasquita („Carmen“) in München zu hören ist, mit dem sie schon in der Züricher Oper oder im Nationaltheater in Mannheim, im Wiener Musikverein oder in der New Yorker Carnegie Hall überzeugen konnte, soll sie bei uns willkommen sein. Auch Veronika Farkas und Yvonne Steiner werden Kostproben aus Richard Strauss’ kompositorischen Tobsuchtsanfällen zum Besten geben. Da ist die hochvirtuose Arie der Zerbinetta einerseits und da sind Schokoladestückchen, wie der Komponist aus der „Ariadne“. Zum Duett und zum Terzett werden sich ihre drei Stimmen aber endgültig am Beispiel des „Rosenkavalier“ vereinigen. Aus ihm gibt es nicht nur kleine Schokoladerippchen, sondern ziemlich üppige Krokantstücke, die – um im Bild zu bleiben – Oberschenkel, Taille und Po verzweifeln lassen, die die Lippen und die Zunge und den Mund aber wie beim Küssen unersättlich machen. Stellario Fagone wird seinen Teil am Klavier beitragen, damit die musikalische Verführung gelingt und damit alles im sittig-ehrbaren Rahmen bleibt, wird Joseph Kiermeier-Debre mit vergnüglich-belehrenden Reden seinerseits der Schokolade mit etwas Bitterstoffen oder mit ein wenig Chili den Rest geben.

  • Samstag, 22. Januar 2011 um 19.30 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt: 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf: MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
  • Tel. 08331/850-771
  • mewo.kunsthalle(at)memmingen.de