MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
mewo.kunsthalle@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)

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Aufforderung zum Tanz

Naoki Sekino spielt Werke von Carl Maria von Weber, Maurice Ravel, Frédéric Chopin und Franz Liszt

Der japanische Pianist Naoki Sekino hat nach zahlreichen virtuosen Auftritten im Kaisersaal in Ottobeuren, im Fürstensaal in Kempten und einigen Konzerten im Antoniersaal und in der MEWO Kunsthalle beim einschlägigen Publikum einen exzellenten Ruf als Künstler. Anlässlich der Eröffnung der laufenden Ausstellung zum Thema Totentanz bestätigte ihm die Presse, dass er nicht nur die „vom Publikum begeistert bejubelte Attraktion des Abends war“, sondern dass die Zuhörer nach Franz Liszts „Totentanz“ „völlig aus dem Häuschen gerieten“ (MZ vom 10.11.2009). Der zweite Programmabend im Rahmen des Kongresses der Europäischen Totentanzvereinigung am 1. Mai um 20.00 Uhr bietet erneut Gelegenheit, sich durch die Tastenspiele des meisterhaften japanischen Interpreten verzaubern zu lassen.

Pianist: Naoki Sekino

Natürlich wird es – das Thema der Tagung legt es geradezu zwingend nahe – zum Abschluss des Konzertabends wieder die große Paraphrase über den gewaltigen Dies-irae-Hymnus mit dem Titel „Totentanz“ von Franz Liszt geben. Bei aller Beklemmung, die das Thema heraufbeschwört, ist es doch immer auch ein unglaubliches Vergnügen, zu hören und zu schauen, mit welchem Furor der Pianist die geniale Komposition lebendig werden lässt.

Er hat aber neben dieser musikalischen Perle noch einige weitere Preziosen im musikalischen Gepäck. Tanz ist das Motto, und es gibt schier kein besseres musikalisches Motto, als die nicht minder virtuose „Aufforderung zum Tanze“ von Carl Maria von Weber, die dem Abend den Titel gibt. Bei dieser Aufforderung zum Tanz denken wir natürlich nicht an den Tod, aber wer weiß schon, zu welcher Musik uns der Geige spielende und tanzende Tod zum Mittanzen, zum Kehraus auffordert. Die Vorstellung, ins ewige Morgenrot zu tanzen, ist sicherlich noch eine der angenehmsten Vorstellungen von unserem finalen Abgang von der Lebensbühne.

Es könnte natürlich auch ein Walzer sein, nicht unbedingt eine Einladung zu einem harmlosen Wiener Walzer, sondern zu einem sehr noblen, wenngleich ziemlich vertrackten Walzer wie dem von Maurice Ravel. Sein „Poème chorégraphique“, La Valse, ist ein beklemmendes Virtusosenstück, das nur höchste Könnerschaft zu bieten im Stande ist. Der Komponist hat es selber aus dem Orchestersatz für das Klavier transkribiert, und in ihm lauern nicht nur klaviertechnische, sondern vor allem auch metaphysische Abgründe, über die wir in unserem Leben oft, ohne es zu ahnen und zu wissen, hinwegtanzen, bis wir aus dem Tanzsaal des Lebens mehr oder weniger elegant hinauswirbeln.

Einmal draußen, empfängt uns vielleicht ein Trauermarsch, unter dessen Klängen die Hinterbliebenen  das Leben des Verblichenen im Geiste noch einmal Revue passieren lassen, bevor sie sich selber in der Einsamkeit in erbaulichen Gedanken den sogenannten Letzten Dingen zuwenden. Mit drei nicht minder passenden Stücken wird der Pianist unserer Einbildungskraft nachhelfen. Zum einen bietet er – was könnte besser sein – den berühmten Marche funèbre von Frédéric Chopin aus seiner Sonate Nr. 2. Er soll unsererseits eine Hommage an den großen polnischen Künstler zu dessen 200. Geburtstag in diesem Jahre sein. Zum anderen bietet er uns mit der aus tiefer Innerlichkeit geschöpften „Bénédiction de Dieu dans la solitude“ von Franz Liszt ein malerisches Tongemälde zum Thema Leben und Tod. Die Poesie dieser Musik mit ihren religiösen Stimmungen überwältigt so sanft, wie der Totentanz von Liszt mit seiner musikalischen Dramatik die Gefühlslage kraftvoll bezwingt. Dazwischen liegt noch ein kleines, aber wunderbares Stück, das den Übergang vom einen zum anderen markiert. Es heißt „Nuages gris“, „Trübe Wolken“. Es ist ein Spätwerk und zeigt uns den Komponisten seinerseits befangen von trüben und depressiven Gedanken und Gefühlen angesichts seines fortschreitenden Alters und seiner körperlichen Beschwerden.

Verbunden wird der Reigen der Musikstücke durch kurze poetische Kommentare von Joseph Kiermeier-Debre, dem Leiter der MEWO Kunsthalle, der zusammen mit der Pianistin Annette Naumann auch noch zwei Balladen von Franz Liszt präsentieren wird, die das Thema des Totentanzes auf schaurig schöne Gespensterweise durchspielen.

  • Samstag, 01. Mai um 20.00 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf: MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
  • Tel. 08331/850-771
  • mewo.kunsthalle(at)memmingen.de
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