MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

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Fax. 08331/850-772
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memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)

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Der Kehraus

Thema von Joseph von Eichendorff in Variationen von Johannes Brahms bis Giuseppe Verdi

Bei dem Stichwort „Kehraus“ werden die meisten Leser wohl eher an Fasching als an Tod oder Totentanz denken. Viele werden sich an den Film von Gerhard Polt erinnern, der ja am Faschingsdienstag spielt. Aber jeder Faschingsdienstag endet um Mitternacht, und dann wird der Fasching zu Grabe getragen.

Natürlich wird es, dem Tagungsthema angemessen, nicht um Faschingsscherze, sondern um recht ernste Spiele und Scherze gehen: um den Tod, der allerdings im übertragenen Sinne gerne auch mit dem Begriff Kehraus bezeichnet wird. Salopp heißt es heute auch einmal „black out“, Sense, Endstation, Exit. Schlussendlich klingt in allen diesen Wendungen indirekt natürlich auch das Stichwort Totentanz an, weil der Tod ja immer als ein zum Tanze aufspielender Geiger gedacht wurde, der mit seine Kandidaten ins ewige Morgenrot abholt.

Ein Gedicht von Joseph von Eichendorff in einer Vertonung von Hermann Zilcher, das den bleichen Geiger in den Mittelpunkt stellt, setzt dem musikalisch-literarischen Abend das Thema, das in vielen Text- und Musikvariationen durchgespielt werden wird. Dazu gehören zuallererst natürlich die klassischen Totentanzvariationen, wie sie etwa der Komponist Hugo Distler in Anlehnung an den Lübecker Totentanz liefert, oder das volkstümliche Lied „Es ist ein Schnitter, heißt der Tod“. Dieses Lied wird in zahlreichen musikalischen Bearbeitungen von Robert Schumann, über Mendelsohn-Bartholdy, von Johannes Brahms bis zu Hermann Zilchers grandioser Vertonung des Textes zu hören sein. Johannes Brahms wird jedoch mit seinen „Vier ernsten Gesängen“ nach Texten der Bibel und mit einem Ausschnitt aus seinem „Deutschen Requiem“ noch zusätzliche Abwandlungen zum Thema bieten. Sie werden eingebunden sein in ein literarisches Geflecht, in Auszüge aus dem berühmten Roman von Alfred Döblin „Berlin Alexanderplatz“. Dieser Roman stellt sich als ein kolossales Totentanzgemälde dar, das vom Prediger Salomo in den Wendungen von Johannes Brahms leitmotivisch durchzogen ist.

Die Variationen des Schnitterliedes münden im zweiten Teil des Abends dann nach Durchführungen des Themas in Liedern von Franz Schubert, Modest Mussorgsky, Richard Strauss und Beispielen aus Giuseppe Verdis Oper „Aida“ und aus seinem Requiem in die schönste Präsentation durch Clemens Brentano. Der großangelegte Schluss seines Märchens von „Gockel, Hinkel und Gackeleia“ spielt virtuos mit dem Thema und seinen Motiven und präsentiert sich gleichwohl als ein tiefes mystisches Geheimnis, das in die berühmten Zeilen mündet: „O Stern und Blume, Geist und Kleid, / Lieb, Leid und Zeit und Ewigkeit!“

Die Interpreten: Anette Naumann, Ann Jennings, Joseph Kiermeier-Debre, Barbara Sauter, Markus Herzog und Markus Hauser

Für die musikalische und literarische Qualität des Abends bürgen die in vielen Programmen der MEWO Kunsthalle bewährten Interpreten Ann Jennings (Sopran), Barbara Sauter (Mezzosopran), Markus Herzog (Tenor), Markus Hauser (Bass), Annette Naumann (Klavier) und Joseph Kiermeier-Debre (Text und Konzept). Als Gast vom Landestheater ergänzt diesmal Fridtjof Stolzenwald (Lesung) das Ensemble.

  • Freitag, 30. April um 20.00 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf: MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
  • Tel. 08331/850-771
  • mewo.kunsthalle(at)memmingen.de
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