MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
mewo.kunsthalle@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)

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20. und 27. Februar 2010: Mozart, Figaros Hochzeit

Wolfgang Amadeus Mozart 1756-1791

Opera buffa in vier Akten
gesungen, gelesen und erzählt

„Will der Herr Graf / Den Tanz mit mir wagen, / Mag er’s nur sagen, / Ich spiel ihm auf!“ Das ist eine Herausforderung und sie wiegt um so schwerer, weil sie aus dem Munde Figaros kommt, der der Kammerdiener des Grafen ist. Das steht ihm einfach nicht zu. Aber in dem Stück bekommt der Diener gegen seinen Herrn am Ende tatsächlich recht. Das stellt die Ordnung der Welt auf den Kopf.

Begierig griff Mozart nach dem Lustspiel des französischen Erfolgsautors Graf Beaumarchais, das im vorrevolutionären Frankreich nur durch Intervention von Marie Antoinette aufgeführt werden konnte. Die politische Zeitbombe gefiel dem rebellischen Mozart, und er ließ sich durch Lorenzo da Ponte eine Kompositionsvorlage schaffen, für die der Kaiser, obwohl die Aufführung von Beaumarchais’ Schauspiel auch in Wien verboten war, aus unerklärlichen Gründen seine Einwilligung gab. Der irrwitzige Einfall Mozarts, nach einem zeitgenössischen verbotenen Theaterstück eine Oper zu schreiben, wurde gegen alle Erwartungen ein außerordentlicher Erfolg.

Der seit 1786 anhaltende Siegeszug der Oper „Figaros Hochzeit“ verdankt sich natürlich nicht nur dem dezenten Aufruf zum Widerstand gegen Adelsprivilegien – es geht in der Oper ja auch um das Recht der sogenannten ersten Nacht, das dem Fürsten zustand –, sondern vor allem dem musikalischen Genie Mozarts, dem es gelang, aus einem Stück voller Aktualitäten ein Werk von überzeitlicher Gültigkeit zu schaffen. Garant für solche Gültigkeit ist zunächst ein zentrales Thema, das bei Mozart immer im Mittelpunkt steht: Es ist die Liebe. Zum einen geht es um die Liebe der Gräfin zu ihrem Manne, um die sie fürchtet; zum andern geht es um die Liebe des jungen Paares Susanna und Figaro, in die sich der Graf drängt. Zum dritten gibt es da einen Teenager, Cherubino, ein zärtlicher junger Bursche – gespielt von einer Frau –, der sehr shakespearehaft durch die Oper geistert und nicht weiß, wo seine Liebe hin soll. Er liebt alle Frauen und er steht allen Männern im Wege.

Mozarts Musik vermag aus Aktualität, aus Erotik und Sinnlichkeit, aus Schlafzimmerkoketterien und nächtlichen Stelldicheins, aus Kleidertausch und Gartenlaube trotz der großen Ensembleszenen ein Kammerspiel zu gestalten, das wie geschaffen ist für die Intimität unserer Versuchsreihe im Salon der MEWO Kunsthalle. Zwar gibt die augenblickliche Ausstellung mit den Totentänzen einen eher düsteren Hintergrund für die Zärtlichkeiten der Kammeroper, aber gemäß der barocken Formel „carpe diem“ (nütze den Tag!) wird der Impuls der Oper, die kurze Zeit der Jugend und des Liebesglücks zu nützen, um so eindrücklicher.

Joseph Kiermeier-Debre, Lauren Francis
Yvonne Steiner
Veronika Farkas, Stellario Fagone

Dazu werden zuallererst die Damen ihren Beitrag leisten. Sie sind jung und schön und haben mit dem Thema Liebe schon in „Così fan tutte“ bezaubert: Veronika Farkas und Lauren Francis. Diesmal präsentieren sie sich als Cherubino und als Gräfin. Neu dazu kommt die junge Sopranistin Yvonne Steiner als Kammerdienerin Susanne. Sie hat die Theaterakademie August Everding in München absolviert und sich mittlerweile einen Namen in der Szene gemacht. Bewährte Männer stehen ihnen als Graf und als Figaro zur Seite: Der chilenische Bassbariton Oscar Quesada, im letzten Jahr ein überzeugender Strippenzieher im Intrigengewirr von Mozarts „Così“, ist erneut mit von der Partie und der ebenso stimmgewaltige Bariton Tobias Neumann als Figaro, alias der feurige Liebhaber Guglielmo. Stellario Fagone wird mit italienischem Temperament wie immer die musikalischen Fäden zum glänzenden Gespinst verweben und Joseph Kiermeier-Debre bürgt für eine unterhaltsame und vergnügliche Geschichte von den Irrungen und Wirrungen eines klassischen Sommernachtstraums. Hier wie dort, wie in jeder Komödie, mündet das Spiel der Liebe ins herrlichste Glück, in Hochzeit und Brautbett. Feiern Sie mit uns und mit Mozarts unsterblicher Musik!

  • Sa. 20. und Sa. 27. Februar 2010 jeweils 19.00 Uhr
  • MEWO-Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Kartenvorverkauf: MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
  • Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
    Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Tel. 08331/850-771,
  • mewo.kunsthalle(at)memmingen.de
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21. November 2009: Schillers Frauen

Musikalisch-literarischer Abend am 21. November 2009 um 19.00 Uhr
zum 250. Geburtstag des Dichters

Vor 250 Jahren, am 11. November 1759, wurde Friedrich Schiller in Marbach am Neckar geboren. Das ist allemal ein Anlass, den Mann, den die Deutschen zu Zeiten als ihren größten Dichter schätzten, auch bei uns mit einer musikalisch-literarischen Soiree zu feiern.
Schiller steht gemeinhin für viele erhabene und pathetische Dinge: Der geborene Dramatiker gilt als Schöpfer idealistischer Jünglingsgestalten (Karl Moor, Ferdinand, Don Carlos, Max Piccolomini), tragischer Gestalten der Weltgeschichte (Wallenstein) und vom „Atem der Freiheit“ bewegter Helden (Marquis von Posa, Wilhelm Tell); als Lyriker ist er bis heute mit seinen Balladen populär, sein philosophischer Idealismus wurde durch seine Schönheitslehre zum sinnlichen Ereignis, und sein Leben geriet zur heroischen Legende, weil er seinen lebenslangen Krankheiten in unerbittlichem Kampf ein unvergleichliches Werk abtrotzen konnte.

Buchumschlag: Schillers Frauen
Schillers Frau: Charlotte von Lengefeld

Als exemplarischer Liebeslyriker ist der Dichter der Leidenschaften allerdings nicht in Erscheinung getreten. „Schiller und die Frauen“ ist anders als bei Shakespeare oder bei Goethe scheinbar kein Thema. Shakespeares Mädchengestalten oder die Frauen um Goethe konnten und können immer mit Interesse und voyeuristischer Aufmerksamkeit rechnen, während Schillers Leidenschaften, wie im „Lied von der Glocke“, schnell im Familiengemälde endigen: „Und drinnen waltet / Die züchtige Hausfrau, / Die Mutter der Kinder, / Und herrschet weise / Im häuslichen Kreise“.

Aber neben „seiner Lotte“, die er am 22. Februar 1790 ehelichte und die ihm vier Kinder schenkte, gab es durchaus noch andere Frauen in Schillers Leben. Mit ihnen will der Abend in der MEWO Kunsthalle bekannt und vertraut machen. Joseph Kiermeier-Debre, der zum Schillerjahr für den Deutschen Taschen-buchverlag in München ein Buch mit 42 Damenporträts aus Schillers Leben und Dichtung veröffentlichte, hat ihn in bewährter Weise eingerichtet. Damit das Interesse am Thema Frauen, Liebe, Leidenschaften und Schiller jedoch nicht in den Niederungen des Menschlich-Allzumenschlichen stecken bleibt, wird der Abend sich auch in die lichten Höhen der Werke aufschwingen. Dort nämlich sind neben den Jünglingen und Helden unsterbliche Frauen in Hülle und Fülle zu finden. Wir dürfen getrost annehmen, dass Schiller mit jeder ein „Verhältnis“ hatte, denn es sind seine „wahren“ Leiden- und Liebschaften.

Prinzessin Eboli (Don Carlos)
Amalia (Die Räuber)
Maria Stuart
Berta von Bruneck (Tell)
Die Griechin (Geisterseher)
Königin Elisabeth von England

 

Die Musik und die Oper hat sie nicht vergessen und insbesondere Giuseppe Verdi war von ihnen angetan. Bei ihm begegnet uns Amalia aus den „Räubern“, Luise aus „Kabale und Liebe“, die unglückliche Eboli und die verliebte Königin aus dem „Don Carlos“ und schließlich die heilige Johanna aus der „Joanna d’Arco“. Aber auch Donizetti ist mit den streitbaren Königinnen Elisabeth und Maria Stuart aus der Oper „Maria Stuarda“ mit von der Partie.

Elisabeth (Don Carlos)
Johanna von Orleans
Thekla (Wallenstein)

 

Mit von der Partie sind ferner zwei Damen, die den Mädchen und Frauen Schillers bzw. Verdis ihre Stimme verleihen: Ann Jennings (Sopran) und Barbara Sauter (Mezzosopran). Angehimmelt werden sie in bekannter und bewährter  Weise von Markus Herzog (Tenor) und Markus Hauser (Bass). Die beiden leihen Schillers Männern ihre Stimme. Begleitet werden sie am Klavier von Annette Naumann und Joseph Kiermeier-Debre wird sein Wissen in den Dienst von Schillers Leben und Lieben stellen. „Mensch Schiller!“, wenn das kein Grund ist, mit uns zu feiern.

  • 21. November 2009 um 19.00 Uhr
    MEWO Kunsthalle Bahnhofstraße 1, 87700 Memmingen
  • Eintritt 15 Euro auf allen Plätzen
  • Vorverkauf zu den Öffnungszeiten
    Di. bis So. und Feiertage 11-17 Uhr
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19. September: Josef Madlener: Mein Kosmos

Ein musikalisch-literarisches Lebensbild zum Abschluss der Schattenbilder-Ausstellung

Der in Ammendingen geborene Maler Josef Madlener (1881-1967), aus dessen Nachlass die MEWO-Kunsthalle in Memmingen augenblicklich eine wunderbare Schau seiner Schattenbilder präsentiert, war eine schillernde und komplexe Künstlerpersönlichkeit. Zum Abschluss der laufenden Ausstellung stellt die Kunsthalle am 19. September das geheimnisvolle Leben des Malers in einem eindrücklichen musikalisch-literarischen Lebensbild vor. Es zeigt das Naturtalent in allen seinen Facetten als gelernten Dekorationsmaler, der auf Wanderschaft ging und der in München an der Akademie der Bildenden Künste studierte. Nach dem Studium kehrte Madlener in seine Heimat zurück, wo er sich ein Haus erbaute, das ein kleines Museum wurde.

Die kleine Lebensbeschreibung, die der 55-Jährige 1936 unter dem Titel „Mein Lebensweg“ verfasst hat, gibt davon Auskunft und Joseph Kiermeier-Debre, der den biographischen Abriss und die Lesung des Abends verantwortet, wird daraus häufig zitieren. Nur in Andeutungen ist in dieser autobiographischen Skizze allerdings Auskunft darüber zu erhalten, was den zurückgezogenen, einsiedlerischen Mann sonst noch beschäftigte. Seither, so ein eher geheimnisvoller handschriftlicher Zusatz in seinem Lebensabriss, „hat sich noch tieferes vollzogen“.

Josef Madlener
Quartett
Hermann Zilcher

Wie das zu verstehen ist, versucht das Abschlussprogramm auszuloten. Aus dem Maler der Landschaft und der Berge, der Schafe und der Allgäuer Weihnacht sowie der meisterlichen Schattenbilder wird zunehmend ein Bildmagier und Zauberer, der sich in der Tat mit okkulten Phänomenen zu beschäftigen beginnt, der sich als Medium höherer Macht begreift und der seine Farbpalette und seine bildkünstlerischen Motive und Themen mystisch verschlüsselt und mit Geheimnis umgibt. Dass der berühmte englische Schriftsteller John R. R. Tolkien sich für seinen Kultroman „Der Herr der Ringe“ von Madleners Bildfindungen inspirieren ließ, ist im Kontext des Werkes, das in den 30er Jahren entstand, ein wichtiges Moment neben anderen vieldeutigen Zeichen.

Um Madleners Lebensbild einen angemessen Hintergrund zu geben, wird das Volksliederspiel seines gleichaltrigen musikalischen Künstlerkollegen Hermann Zilcher (1881-1948) nach Texten aus „Des Knaben Wunderhorn“ zu hören sein. Das neuromantische Klangwerk wird von dem mittlerweile bewährten und bejubelten Quartett-Ensemble der MEWO Kunsthalle bestritten. Unter der Leitung von Annette Naumann am Klavier singen Ann Jennings (Sopran), Barbara Sauter (Mezzosopran), Markus Herzog (Tenor) und Markus Hauser (Bass). Nicht nur der musikalische Duktus von Zilchers Arien, Duetten, Terzetten und Quartetten passt sehr gut zu Madleners Bildwelt, sondern auch die Arbeiten des Jazzpianisten und Komponisten Christian Ludwig Mayer. Dass er ein vorzüglicher Jazzer ist, hat er mit Ann Jennings letzthin in der sommerlichen Museumsnacht eindrücklich bewiesen, dass er aber auch mit dem Akkordeon die spirituell-mystische Seite von Madleners Biographie illustrieren kann, wird er vor allem im zweiten Teil des vielversprechenden Abends zeigen können.

Joseph Kiermeier-Debre

  • Samstag, 19. September 19.30 Uhr
  • MEWO-Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf:
    MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Di-So und Feiertage 11-17 Uhr
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16. September 2009: Josef Madleners Schattentheater – seine Vorläufer und Nachfahren

Johann Jakob Hauswirth 1856
Die Josephsgeschichte, anonym um 1835

Vortrag des Schweizer Gastkurators Dr. Fritz Franz Vogel

Die Ausstellung von Madleners Schattentheater in der Kunsthalle Memmingen geht dem Ende zu. Es mag erstaunen, dass Madlener mit seiner Technik der Tuschzeichnung bei weitem nicht der einzige war, der diese Gestaltungsform zur Hochblüte trieb.

In einer reichhaltigen Schau präsentiert der Bildwissenschaftler und Gastkurator Fritz Franz Vogel (Zürich) u. a. Beispiele von Franz Graf Pocci (1807–1876), Johann Jakob Hauswirth (1809–1871), Karl Wilhelm Diefenbach (1851–1913), Louis Saugy (1871–1953), Josef Madlener (1887–1967), Heinz Mellmann (1913–1945), Lotte Reiniger (1899–1981), Christian Schwizgebel (1914–1993), Wolfgang Niesner (1925–1994), Hervé Tullet (*1958) oder Kara Walker (*1969). Daraus wird ersichtlich, dass das Phänomen des Schwarz-Weiß-Kontrastes vielfältige kunsthistorische Anspielungen aufweist. Es sind verschiedene Stränge und Zugänge auszumachen: holzschnittartige Zeitschriftenmitarbeit, panoramatische Dekorationen, biedermeierliche Alpenidyllen, märchenhafte Schattenrissfilme, raffinierte Flächengrafiken, raumgreifende, künstlerische Schatteninstallationen …

Bei Scherenschnitt und Schattenriss wird die Dreidimensionalität auf die Fläche reduziert. Die Erhabenheit wird aufgehoben, stattdessen wird auf die Profilierung Wert gelegt. Das Typische wird zwar eingeebnet, doch werden die Schwarzflächen oft so konstruiert oder gestaffelt, dass sie eine räumliche Wirkung erzeugen. Diese Techniken sind seit Etienne de Silhouette (1709–1767), dessen Name zum Stilbegriff wurde, reichhaltig und differenziert erprobt worden, um in dieser poetischen, oftmals auch sehr meditativen Kleinkunst den Zeitgeist zu spiegeln – von Silhouettes Kopfporträts über Madleners Memminger Fuhrwerkzeit bis hin zur zeitgenössischen iPod-Werbung und ihren Parodien. Seit 300 Jahren verweisen immer wieder neue Wellen der Silhouettierkunst, dass das gesamte Musterrepertoire alltäglicher Umrisse und Profile ausgewechselt ist.

  • Mittwoch, 16. September um 19.30 Uhr
  • MEWO-Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt frei
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8. August 2009: Sommerabende in den Museen

Ann Jennings singt berühmte Jazzklassiker
Ann Jennings
Szene aus Josef Madleners Schattentheater
Josef Madlener: Heuwagen

Die MEWO Kunsthalle lädt zum Abendbesuch ein

Die Museen im Landkreis Unterallgäu und in der Stadt Memmingen haben unter dem Titel „Sommerabende in den Museen“ eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, bei der zwischen Mai und Oktober immer am zweiten Samstagabend des Monats ein Museum zum Besuch einlädt. Am 8. August ist die MEWO Kunsthalle an der Reihe. Die Leitung und alle Mitarbeiter freuen sich beim kostenlosen Abendbesuch zwei hochgelobte Ausstellungen zur Besichtigung anbieten zu können. Auch gibt es Gelegenheit, bei einem Umtrunk sich exquisit musikalisch unterhalten zu lassen.

Was ist zu sehen? Zum einen kann der Besucher durch die höchst amüsant inszenierte Ausstellung mit den Schattenbildern von Josef Madlener bummeln, zum anderen gibt es neben dieser delikaten Schau die Ausstellung mit den Porträts und Selbstporträts des Graphikers Wolfgang Niesner zu bestaunen. Nirgendwo in der Welt kann man eine derartige Ansammlung von Köpfen und Gesichtern studieren – ungefähr 1500 unklassische Arbeiten zu einem klassischen Thema der Malerei und Graphik.

Wer Lust hat, sich etwas erklären zu lassen: Für den Gang durch die Ausstellung mit den „Schnuten, Visagen, Fratzen, Gesichtern, Grimassen, Grotesken, Portraits und Selbstportraits“ von Wolfgang Niesner steht dem Besucher als Begleiterin Frau Friederike Niesner (um 19.00 Uhr) zur Verfügung, beim Besuch des Madlenerschen Schattentheaters erwartet Frau Andrea Himmelsbach (um 18.00 Uhr) die Sommerabendgäste. Der gute Geist des Hauses, Herr Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre, darf natürlich bei Bedarf jederzeit nachgefragt werden.

Zwischen den Fragen oder am Ende aller Fragen, wenn die Augen genug gesehen haben, gibt es auch für die Ohren ein Angebot. Ann Jennings, den Besuchern der musikalischen Events der MEWO Kunsthalle als Sängerin mit enormer Bandbreite von Oper und Lied über Operette bis hin zu zündenden Musicaleinlagen bekannt, wird sich diesmal, begleitet von dem Jazzpianisten Christian Ludwig Mayer, als Interpretin klassischer Jazznummern unter Beweis stellen. Die beiden werden in lockerer Folge ihre Angebote vorstellen. Das Spektrum der Komponisten reicht einerseits von George Gershwin über Cole Porter bis Duke Ellington, die für so berühmte Interpreten wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald oder Billie Holiday unsterbliche Jazz classics schufen. Freuen Sie sich auf „Everytime we say Goodbye“, auf „That’s why the lady is a tramp“, auf „Birth of the Blues“ und natürlich auf das für einen Sommerabend in der Kunsthalle unvermeidliche „Summertime“.

  • Samstag, 8. August von 17.00 bis 22.00 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen
    Bahnhofstraße 1
    87700 Memmingen
  • Eintritt frei
  • Tel. 08331/850-771
    email: mewo.kunsthalle(at)memmingen.de
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16. Mai 2009: Zerbrechliche Herzen

Lauren Francis als Fiordiligi in Mozarts "Cosi fan tutte"
Lauren Francis die Koloratursopranistin aus Wales

Sie hat uns als Agathe im „Freischütz“ mit ihrer Anmut bezaubert; sie hat uns mit Witz und Ironie und gesanglicher Bravour als Fiordiligi in „Così fan tutte“ überwältigt: Lauren Francis, die Koloratursopranistin aus Wales. Sie wird uns mit allen Facetten ihrer Gesangskunst und Rollengestaltung verwöhnen, wenn sie uns anlässlich des Vorabends zum Internationalen Museumstag als Sologast beehrt.

Sie hat sich dafür einiges vorgenommen. Unter dem Titel „Zerbrechliche Herzen“ hat sie sich ein Programm zusammengestellt, das für jede Künstlerin eine Herausforderung darstellt. Der Bogen reicht von der durch die Amouren ihres Gatten tief gedemütigten Gräfin in Mozarts „Figaros Hochzeit“ über die von Don Giovanni verführte Donna Anna. Auch Gildas Herz ist zerbrochen. Die Tochter Rigolettos opfert sogar ihr Leben für den geliebten, aber gleichwohl in Liebesdingen völlig zynischen Herzog von Mantua. Ein typisches Frauenschicksal erleidet auch Liu, die hübsche, junge Sklavin. Sie liebt Kalaf, der in die kalte Prinzessin Turandot verliebt ist, und sie rettet ihn, indem sie sich erdolcht, um ihn nicht zu verraten. Giuseppe Verdi führt uns in seiner Oper „La Traviata“ ein weiteres Frauenschicksal vor. Violetta, die Kameliendame, wird auf dem Altar fadenscheiniger Standesideale geopfert.

Die Frau in der Oper, verraten und verkauft, ist ein schier endloses musikalisch-dramatisches Sujet, das die Komponisten des 19. Jahrhunderts zu großen Szenen beflügelt hat. Bellinis „Norma“ gibt mit dem Schicksal der Druidenpriesterin, die mit ihrem Geliebten auf dem Scheiterhaufen verbrennt, ein leuchtendes Beispiel für große Dramatik. Puccini führt uns in seinen Opern „Tosca“ und „Madame Butterfly“ unglaublich schmerzbetörende Frauengestalten vor. Sowohl die stolze Sängerin Floria Tosca als die zarte Cho-cho-san, genannt Butterfly, werden Opfer von Intrigen und Verrat. Tosca stürzt sich von der Terrasse der Engelsburg in die Tiefe, die Butterfly begeht ob des Betrugs durch den amerikanischen Marine-Leutnant Linkerton Harakiri. Vollends überwältigend sind zu guter Letzt die Ereignisse um Bellinis „Lucia di Lammermoor“. In höchster musikalischer Virtuosität sinkt Lucia in ihrer berühmten Wahnsinnsarie in der Hochzeitsnacht tot darnieder.

Das Musikprogramm ist vom Allerfeinsten und lässt keine Wünsche das Thema betreffend offen. Wie immer wird es von Joseph Kiermeier-Debre kompetent moderiert werden. Daneben wird er auch Ausschnitte aus einem Buch vorlesen, das seinerseits aus einem Anlass entstanden ist, der zum Thema passt. „Hallo mein Herz“ von Heide Holmer ist eine Anthologie, die ihren Ursprung in einem zerbrochenen Herzen hat. Die Herausgeberin hatte einen Herzinfarkt und eine – glücklicherweise gut verlaufene – Herztransplantation. Die Welt ist schlecht, aber in der Kunst verwandeln sich die Zumutungen des Lebens in höchste Kostbarkeiten. 

  • Samstag, 16. Mai um 19.30 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 12.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf:
    MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Dienstag - Sonntag und Feiertage 11.00 - 17.00 Uhr
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28. März 2009: Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte

Portrait: Wolfgang Amadeus Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

„So machen’s alle!“, singen die drei Männer in der Oper „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie meinen die Frauen im Allgemeinen und Fiordiligi und Dorabella, ihre verlobten Damen, im Besonderen. Und wenn der Regisseur witzig sein will, lässt er die Sänger an die Rampe treten und mit dem Finger ins Publikum deuten. Stellt sich die Frage „Wie es denn alle Frauen machen?“ und „Was sie alle so machen?“. Untreu sind sie alle, schelmisch und betrügerisch. Das jedenfalls müssen die beiden Liebhaber Guglielmo und Ferrando schmerzlich erfahren, als sie auf Anraten des Philosophen Don Alfonso eine Liebesprobe anstellen, bei der sie am Ende betrogene Betrüger sind.

Diese Liebesprobe, die auch den Untertitel „oder Die Schule der Liebenden“ trägt, wurde von Mozart 1789 begonnen und am 26. Januar 1790 im Burgtheater uraufgeführt. Nach „Figaros Hochzeit“ (1786) und „Don Giovanni“ (1787) gelang Mozart mit dieser Oper ein weiteres Meisterwerk, das durch seine dramaturgische Geschlossenheit und seine raffinierte psychologische Personenzeichnung sowie durch die glänzende Instrumentation, die ausgewogene Harmonik und konzentrierte Melodik besticht. Die Handlung spielt in einem Kaffeehaus in Neapel und entfaltet in Arien, Duetten, Terzetten, Quartetten, Quintetten und sogar in einem Sextett die Gefühle der Liebenden in nie mehr erreichter Reife und Schönheit. Die gängigste Moral von der Geschichte ist die Lehre für die Männer, dass man die Liebe nicht ungestraft auf die Probe stellt. Aber eigentlich ist bei der Tiefe und Leidenschaft dieser Musik eine gängige Moral eher nebensächlich; viel wichtiger ist die zauberhafte Ironie und das leise Lächeln, das Mozart verzeihend über die menschlichen Schwächen ausbreitet, die mit den Verwirrungen der Liebe unweigerlich einhergehen. Niemand hebe den Zeigefinger, wenn er nicht will, dass selbst auf ihn gezeigt werde!

Portrait: Lauren Francis aus Wales
Lauren Francis wird die Fiordiligi singen

In bereits bestens bewährter Weise wird die herrliche Oper wieder im großen Salon der MEWO Kunsthalle ablaufen. Halbszenische Gesangspartien wechseln mit überbrückenden und weiterführenden Erzählpassagen. Joseph Kiermeier-Debre wird der Geschichte ganz im Sinne Mozarts die nötige Ironie verleihen. Den Rollen Mozarts aber leihen sechs Sängerinnen und Sänger ihre Stimme, die man durchaus vorab mit hohem Lob vorstellen darf. Zwei von ihnen haben sich bei uns schon mit großem Beifall empfohlen: Da ist zum einen die walisische Sängerin Lauren Francis, die der Fiordiligi Leben und Farbe geben wird. Ihr wunderbarer Sopran hat schon als Agathe im Freischütz bezaubert. Da ist ferner Beate Gartner, die das komödiantische Kammermädchen Despina spielt. Sie hat vom Ännchen über die Papagena bis zu Zerlina sich bei uns schon mit so vielen Partien bekannt gemacht, dass es müßig ist, sie hier vorstellen zu wollen. Neu hingegen ist Oscar Quesada von der Bayerischen Staatsoper. Der chilenische Bariton übernimmt den Part des Philosophen Don Alfonso. Er wird assistiert von dem Bariton Tobias Neumann, der ebenfalls von der Bayerischen Staatsoper kommt. Er stellt sich als der Liebhaber Fiordiligis, als der Offizier Guglielmo, erstmals bei uns vor. Den Verlobten Dorabellas, den Offizier Ferrando, singt der Tenor Michael Gann, der vom Gärtnerplatztheater in München kommt. Auch er ist erstmals bei uns zu hören wie auch die Sopranistin Veronika Farkas als Dorabella. Die Stimmen der neuen Gäste versprechen im Verein mit den schon vertrauten Protagonisten unter der Leitung von Stellario Fagone, der ebenfalls der Bayerischen Staatsoper als Korrepetitor angehört, ein außergewöhnliches Hörerlebnis.

Pressebericht 

Mit freundlicher Genehmigung der Memminger Zeitung

  • Samstag,  28. März jeweils um 19.00 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf:
    MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Dienstag-Sonntag und Feiertage 11-17 Uhr
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28. Februar 2009: Naoki Sekino spielt Haydn, Beethoven und Liszt

Joseph Haydn
Joseph Haydn
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven
Franz Liszt
Franz Liszt

Der Name Sonate, ein mehrsätziges Instrumentalstück vornehmlich für Klavier, leitet sich vom Italienischen her und heißt so viel wie Klangstück. Was für ein prächtiger Dreiklang also, wenn uns Naoki Sekino mit Sonaten von Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven und Franz Liszt bei seinem Besuch in der MEWO Kunsthalle musikalisch über eine Form unterrichten will, die in der Musikgeschichte für jeden Komponisten eine Herausforderung darstellte. Jeder eiferte jedem nach und wollte ihn übertreffen.

Weil es 2009 den 200. Todestag von Haydn zu erinnern gilt, fangen wir mit ihm den Abend an. Eine klassisch-reife Haydn-Sonate soll es sein, eine der schönsten, die Sonate Nr. 62 in Es-Dur. Sie gehört zu den sechs letzten Sonaten des Meisters, ist 1794 in London entstanden, wo er vielleicht Maria Katharina Prestel getroffen hat. Jetzt kann er sie mit Sicherheit treffen, denn ihre Kupferstiche sind augenblicklich in der Kunsthalle ausgestellt. Einer Engländerin ist das Werk gewidmet: „Composta per la Celebre Signora Teresa de Janson“. Sie war die Frau eines Kupferstechers, eines Kollegen von Frau Prestel.

Bei Beethoven, der selbstverständlich in keinem Sonatenprogramm fehlen darf, hat sich Naoki Sekino die Sonate Nr. 14, Opus 27 vorgenommen. Sie trägt den nicht unpassenden Beinamen „Mondscheinsonate", ist 1800/01 entstanden und gehört – der Beiname bringt es indirekt zum Ausdruck – zu den beliebtesten Werken Beethovens. Der Komponist selbst hat seine Komposition „Sonata quasi una Fantasia“ betitelt und zeigt uns damit eine deutlich vom Sonatenschema abweichende Formgestaltung an. Sie weist in dieser Gestaltung und Technik nicht nur auf Beethovens Spätwerk voraus, sondern in ihrem musikalisch pessimistischen Ausdruck verzweifelter Liebe und fantastisch-wilder Raserei in die Zukunft der Sonate und an ein großartiges Ende dieser in klassisch-romantischer Epoche zur Vollendung gelangten Form.

Portrait von Naoki Sekino
Portraits des Künstlers
Beim Konzert 2006 in der MEWO Kunsthalle
Der Pianist Naoki Sekino

Was sich bei Beethoven schon andeutet, führt Franz Liszt an ein grandioses Ende. Seine Sonate h-moll, die er am 2. Februar 1853 beendet hat und die Robert Schumann gewidmet ist, wird heute allgemein als größte nachbeethovensche Sonatenschöpfung beurteilt. „Hätte Franz Liszt”, so attestierte 1948 der alte Richard Strauss, „nur seine h-moll-Sonate geschrieben, dieses gigantische, aus einer Keimzelle entsprungene Werk, es hätte genügt, um zu zeigen welch Geistes er war.“

Alle drei großen Sonaten sind Meisterwerke und erfordern einen reifen und technisch versierten Interpreten. Die Sonate h-moll aber ist eine Herausforderung ganz besonderer Art. Sie ist sowohl in technischer wie interpretatorischer Hinsicht als eines der schwierigsten, aber auch lohnendsten Werke der Klavierliteratur anzusehen, die ein Pianist in Angriff nehmen kann.

Naoki Sekino ist ein solcher Pianist. Er hat seine Meisterschaft und Virtuosität in vielen Konzerten immer wieder unter Beweis gestellt: in Tokios großen Konzerthallen, im herrlichen Jugendstilsaal der Lisztakademie in Budapest, beim Lisztwettbewerb in Weimar und bei uns im Antoniersaal, im Kaisersaal in Ottobeuren und in der MEWO Kunsthalle. Jedesmal hat er das Publikum begeistert und fasziniert. Er wird es mit diesem Sonatenprogramm erneut tun, das Joseph Kiermeier-Debre kommentierend begeleiten wird.

 

  • Samstag, 28. Februar 19.30 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 12.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf:
    MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Dienstag-Sonntag und Feiertage 11-17 Uhr
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7. Februar 2009: Mozart himself

Barbara Sauter, Annette Naumann, Markus Hauser, Joseph Kiermeier-Debre, Markus Herzog, Ann Jennings (von links nach rechts)
Ensemble

in
Der Schauspieldirektor von Wolfgang A. Mozart
unterstützt von Cimarosa, Schubert, Rossini und Genèe

„Der Schauspieldirektor“, eine Oper, die Wolfgang Amadeus Mozart 1786 im Wettstreit mit Antonio Salieri für Kaiser Joseph II. schrieb, ist nach heutigen flotten Begriffen eine tolle „backstage-comedy“ wie das Broadway-Musical „A Chorus Line“ oder „Kiss me Kate“. Solche Komödien erfreuten sich damals und erfreuen sich heute einer enormen Beliebtheit beim Publikum, weil sie die Schauspieler und die Sänger stets in einer Doppelfunktion zeigen, zum einen als die Stars des Theaters, die mit ihrer Kunst brillieren und faszinieren, und zum andern als die Darsteller ihrer Selbst mit ihren Launen, Dummheiten, Eitelkeiten und Rivalitäten. Mozart konnte ein Lied davon singen und hat in dieser kleinen Oper seine Primadonnen und Diven, seine Tenöre, Librettisten und Kapellmeister bei ihrer virtuosen Ehre und Eitelkeit gepackt: „Ich bin die erste Sängerin!“, streitet sich Madame Herz mit Mademoiselle Silberklang, die natürlich nicht minder beansprucht, die erste Sängerin zu sein.

Bekanntlich sind aber nicht nur Koloratursopranistinnen komisch, wenn sie so streiten, sondern auch Tenöre, wenn sie sich in die Brust werfen. Bässe wiederum haben ihre Art von Komik entwickelt, und wenn hinter ihnen auch noch Rollen stecken wie Mozart himself oder Schikaneder persönlich, dann kommt richtig Faschingslaune auf. Wir sehen gerne dabei zu und wir haben unsere eigene Geschichte daraus gemacht, wie Mozart einmal eine Oper machen wollte – eigentlich die Zauberflöte –, wie ihm aber Schikaneder mit seinen Vorstellungen das Konzept durcheinanderbringt. Er seinerseits zeigt sich nicht als Kostverächter bei den Damen, und wenn alle sich bei den Singübungen auch erotisch ansingen oder wenn beim Vorsingen fürs neue Engagement der Tenor vorführen darf, wie doof er ist, wird jedem schnell klar, dass die Welt des Theaters und insbesondere die der Oper hinter dem schönen Schein – backstage – ziemlich komisch sein kann.

Mit von der Partie, die dem nackten Wahnsinn huldigt, wie Michael Frayn seine verrückte Backstage-Geschichte betitelte, sind neben Mozart auch noch andere Komponisten, die Komik nicht verschmäht haben. Franz Schubert wird seinen Teil beisteuern, Rossini lässt die Damen fauchen und schnurren und gibt mit saukomischen musikalischen Tempobezeichnungen den Takt vor. Cimarosas Kapellmeister dirigiert und komponiert, was das Zeug hält, und Richard Genée lässt erahnen, über welche Tenöre er zu seiner Zeit sich die Haare raufte. Das musikalische Feuerwerk der komponierenden Herren wird abgebrannt von Interpreten, die gesanglich aufs Beste gerüstet sind und die komödiantisch genug veranlagt sind, sich auch selber auf die Schippe zu nehmen. Da sind zuerst die rivalisierenden Damen zu nennen, Ann Jennings und Barbara Sauter. Markus Herzog wird auf virtuose Weise zeigen, wie man alle Tenorpartien mit nur drei bis dreieinhalb Tönen mühelos schafft und dabei bella figura macht; Markus Hauser schließlich darf als Kapellmeister beweisen, dass der Mann vorne am Pult, die Frau am Klavier – an dem sitzt Annette Naumann – als Orchester zu nehmen vermag.

Die musikalisch-virtuosen Späße von, mit und um Mozart, Schikaneder und Sängerinnen und Sänger fasst Joseph Kiermeier-Debre zu einer Geschichte zusammen, die gleichermaßen lehrreich und unterhaltsam, lustig und auch ernsthaft ist, vergleichsweise ein wenig wie Mozart selbst, der musikalischen Schabernack mindestens so liebte wie den musikalischen Tiefgang. Hinter dem einen wie dem anderen steckt, wenn man genau hinhört, auch immer das Gegenteil, wie bei einem guten Clown.

  • Samstag, 7. Februar um 19.30 Uhr
  • MEWO Kunsthalle Memmingen, Bahnhofstraße 1
  • Eintritt 15.00 Euro auf allen Plätzen
  • Kartenvorverkauf:
    MEWO Kunsthalle zu den Öffnungszeiten
    Dienstag-Sonntag und Feiertage 11-17 Uhr