MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
mewo.kunsthalle@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)
Plakat der Ausstellung

Daten & Fakten

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ. das alphabet von a bis z

  • Gastkurator
    Dr. Fritz Franz Vogel, Zürich
  • Gesamtkonzept und Leitung
    Prof. Dr. Kiermeier-Debre
  • Assistenz
    Csilla Spöttle
  • Grafische Gestaltung
    Rainer Kuntz
  • Technische Einrichtung
    Roland Mayer und Team
  • Organisatorische Betreuung
    Dr. Hans-Wolfgang Bayer

Führungen:

  • Dienstags  um 15.00 Uhr
  • 2. Sonntag im Monat um 11.00 Uhr
  • nach Vereinbarung

Kinderführung:

  • jeweils Freitag, 14. und 28. Oktober
  •  um 15.00 Uhr

  • Kosten. 2,00 Euro

Seiteninhalt:

ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ das alphabet von a bis z

Fünf Tonangeber, die Vokale, und ihre 21 Gesellen, die Mitlaute, nannte man von alters her gerne die 26 Buchstaben des Alphabets. Sie sind als die Ur- und Grundelemente, mit denen alles Gedachte und Gesprochene aufs Papier kommt, durch die die unendliche Menge des Geschriebenen und die Literatur entsteht, beileibe kein Kinderspiel. Nicht dass die Welt ohne Buchstaben nicht bestehen könnte, aber so wie sie besteht, ist sie ohne das Alphabet nicht mehr denkbar und nicht verstehbar. Über das Alphabet, die Buchstabenreihe und die Einzelbuchstaben in unendlichen Variationsreihen offenbart sich die Welt und der Mensch. Die Schrift ist eine der glanzvollsten Leistungen des menschlichen Erfindungsgeistes und mithin ist die Buchstabenreihe einer lebenslangen Begegnung wert!

Mit Eintritt in die Schule können die meisten Kinder die magische Liste des Alphabets aufsagen (vor allem vorwärts!) und verbinden Buchstaben mit einer bestimmten Form. In diesem Alter haben die Kinder aber weit mehr gelernt als nur 26 Buchstaben. Mit den Bildmustern entziffern wir fortan viele Schrift- und Bildvarianten von der einfachen geometrischen Strichform, über die kalligraphische Handschrift und fein ziselierte barocke Initialen, über den Reichtum der Typographie seit Gutenberg bis hin zu geheimnisvollen Wortmarken der Werbung von heute. Diese Meisterleistung der (Er)kenntnis, die clevere Kombinatorik der reinen, willkürlich gereihten Mathesis, ist für jeden ABC-Schützen im wahrsten Sinne des Wortes die eigene Mündig-, ja Menschwerdung. Die 26 Lettern sind das ästhetische Fundament für das (schöne) Schreiben wie auch für die literarische Produktion, dafür, wie Welten im Dichten entstehen, die es gar nicht gibt.

Die Ausstellung der MEWO Kunsthalle zu Alphabet, Buchstaben, Calligraphie und zu Typographie, kuratiert von Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre und Dr. Fritz Franz Vogel, will eine Begegnung der ganz eigenen Art mit dem Thema sein. Sie holt die Vielfalt der Buchstaben ans Licht; historisches, zeitgenössisches, künstlerisches, didaktisches, originales und reproduziertes Material wird in einer vielfältigen, teilweise interaktiven Schau aufbereitet, ohne dass die Ausstellung eine Einführung in die Geschichte der Schriftentwicklung sein möchte und ohne dass sie auf pädagogisch-didaktische Vermittlung aus sein will. Sie wird nichts zu tun haben mit den Mühen des Lese- und Schreiberwerbs, sondern sie wird der puren Lust am Buchstaben frönen, mit der die Lettristen der ganzen Welt die schlichten Grundformen – Schrägstrich nach oben, Schrägstrich nach unten, Querstrich = A – in eine unglaubliche dekorative Fülle verwandeln. Der Gestaltungsreichtum dieser LETTERATUR tobt durch die Jahrhunderte, kennt den Buchstaben als farbenprächtig gemalte Initiale, kennt seit Erfindung des Buchdrucks den Buchstaben als Holzschnittminiatur, kennt den Buchstaben als opulentes Kupferstichblatt und in der Fülle der Schreibmeisterbücher, schafft buch-künstlerische Wunderwerke im 19. Jahrhundert, bestimmt Graphiker und Designer bis in die Gegenwart zu verblüffenden Präsentationen, in denen Buchstaben schier alles werden können, was man sich nur denken kann. Umgekehrt gibt es neben den Gestaltern die Entdecker, die hinter allem in der Welt Buchstaben lauern sehen, die sie auf Schmetterlingsflügeln entdecken, oder vom Flugzeug aus in der Landschaft, oder auf den Vehikeln, die die Autobahnen der Welt verstopfen. Wieder andere Alphabeten haben nichts besseres zu tun, als die Welt nach dem Abc zu ordnen. Die willkürliche Reihe der Buchstaben ist für sie das eherne Gesetz. Das Alphabet ordnet die Dinge der Welt im Lexikon, in der Enzyklopädie, in den Abecedarien vom Mittelalter bis heute. Dort wird der Himmel nicht anders geordnet, wie die Geschenklisten zur Hochzeit, wie das Schimpfen und Fluchen (Schimpfwörter- und Fluchalphabet), wie die Wellness-Begriffe von Ayurveda bis Yoga und Zerstreuung.

Etwa 8000 gestaltete, figurierte und dekorierte Buchstaben wird die Schau aufbieten, die neben der mittlerweile hochgeschätzten Ausstellungsinszenierung der MEWO Kunsthalle diesmal auf zwei Sammlungen von außerordentlicher Güte zurückgreifen kann. Zum einen gibt es aus dem Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek die schönsten historischen Alphabet- und Schreibmeisterbücher vom 16. Jahrhundert bis heute. Italienische, englische, französische, holländische, spanische und vor allem deutsche Kunststücke und Muster der schönsten Zierschriften und wunderlichsten Beispiele für Buchstaben und Alphabete werden da zu sehen sein. Zum anderen wird die herrliche Sammlung von Julia Vermes, einer Schweizerin ungarischer Herkunft für Staunen sorgen. Sie hat weltweit mehr oder weniger aktuelle Beispiele zum Thema zusammengetragen, herrliche ABC-Bücher und Buchobjekte, kurz alles, was eine überbordende Phantasie geschaffen hat.

Buchstaben verwandeln sich in Menschen oder Häuser, Tiere in Buchstaben oder Bäume in Schrift, die Dinge werden Text, der Text wird Bild: Es gibt unendlich viel zu lesen, aber alle Besucher im Alter von vier bis hundert können mühelos alles lesen und herrliche Entdeckungen machen. Den Grundtext, das Abc, gibt es sogar zum Essen als Russisch Brot, als Kroketten oder als bunte Kau-Gummi-Buchstaben und als Buchstabensuppe.

Zur Ausstellung erscheint Oktober 2012 eine reichhaltige Publikation in der Edition Lammerhuber Wien.  

  • MEWO Kunsthalle Bahnhofstraße 1, 87700 Memmingen
    Dauer der Ausstellung: 27. März 2011 bis 30. Oktober 2011 / VERLÄNGERT!!!
  • Öffnungszeiten: Di bis So und Feiertage 11-17 Uhr
    Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro
    Tel. 08331/850-771
    mewo.kunsthalle(at)memmingen.de
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Impressionen zur Ausstellung