MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
mewo.kunsthalle@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)

Daten & Fakten

Kunst kommt von Prestel
Die Sammlung Dr. Walter Prestel, Schwelm

  • Gastkurator
    Dr. Fritz Franz Vogel, Zürich
  • Gesamtkonzept und Leitung
    Prof. Dr. Kiermeier-Debre
  • Assistenz
    Csilla Spöttle
  • Grafische Gestaltung
    Rainer Kuntz
  • Technische Einrichtung
    Roland Mayer und Team
  • Organisatorische Betreuung
    Dr. Hans-Wolfgang Bayer

Seiteninhalt:

Kunst kommt von PRESTEL

Dr. Walter Prestel mit Frau bei der Übergabefeier 2003 zusammen mit OB Dr. Ivo Holzinger
Übergabe der Sammlung

Das Künstlerehepaar Johann Gottlieb (1739-1808) und Maria Katharina Prestel (1747-1794)

Die Ausstellung, die am 5. Oktober anlässlich des 200. Todestags von Johann Gottlieb Prestel in der MEWO Kunsthalle eröffnet wird, zeigt den Gesamtbestand der Sammlung von Dr. Walter Prestel (Schwelm bei Wuppertal). Die knapp 200 reproduktionsgraphischen Blätter der Goethezeit sind das größte Prestelkontingent, das es weltweit gibt. Es wurde 2003 vom Sammler über die Vereinigten Stipendienstiftungen der Stadt Memmingen zur Nutzung vermacht.. Das hat Gründe. Johann Gottlieb Prestel war ein gebürtiger Grönenbacher, das zu damaliger Zeit zum Bezirksamt Memmmigen gehörte; der Sammler selbst ist gebürtiger Augsburger mit schwäbischen Wurzeln.

Nicht genug damit; die Präsentation dieses Werks in Form einer Ausstellung und die Darstellung unter Mitarbeit renommierter Beiträgerinnen in einem wie immer vorzüglich gestalteten Bildband der MEWO Kunsthalle durch Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre (Memmingen) und Dr. Fritz Franz Vogel (Zürich) erinnern erstmals in großem Stil an ein lange vergessenes Kapitel der Kunstgeschichte. Die Prestels hatten sich auf dem Gebiete der Reproduktionsgrafik zu den unbestrittenen Meistern dieser Kunst entwickelt. Ihre Blätter und Mappenwerke wurden gerühmt und waren begehrt nicht nur in Deutschland. Es gelang ihnen drucktechnische Verfahren zu entwickeln, durch die sie täuschend echte Nachahmungen berühmter Meisterzeichnungen der italienischen, der altdeutschen und der holländischen Schule herstellen konnten. In ihnen vermittelten sie dem sich erweiternden Kreis der Kunstfreunde des 18. Jahrhunderts auf verdienstvolle Art und Weise einen Zugang und ein vertieftes Verständnis für die Kunst von Dürer, Altdorfer, von Raffael oder Rubens.

Ein Künstlerpaar wie die Prestels war im 18. Jahrhundert alles andere als eine Selbstverständlichkeit, und so gibt es neben dem vergessenen Kapitel der Reproduktionsgrafik der Prestels noch die zusätzliche Entdeckung zu machen, dass Maria Katharina Prestel und ihr künstlerisches Werk ein frühes Beispiel einer eigenständigen und sogar international erfolgreichen weiblichen Karriere darstellt. Sie war ihrem Mann Johann Gottlieb Prestel, den sie nach seinen Jahren in Italien 1772 in Nürnberg geheiratet hat, in jeder Beziehung ebenbürtig. Ihre gemeinsame Werkstattproduktion, die sie 1782 von Nürnberg nach Frankfurt verlegten, von wo aus Maria Katharina 1784 nach London ging, besitzt in der Behandlung der mythologisch-unheroischen und der sentimental-modernen Themen der Zeit durch ihren geschlechtsspezifisch differenzierten Blick einen außerordentlichen Reiz.

Kunst kommt von Prestel
Buchumschlag

In Anwesenheit des Sammlers wird die Ausstellung in einer Matinee am 200. Todestag, am 5. Oktober, um 11.00 durch OB Dr. Ivo Holzinger im Lichthof der MEWO Kunsthalle eröffnet. In ihr wird auch das Buch zur Ausstellung mit dem Titel „Kunst kommt von Prestel“ (Böhlau Verlag Köln 29.90 / Kunsthalle 19.90) durch den Leiter der Grafischen Sammlung im Schaezlerpalais Augsburg, Herrn Dr. Christoph Nicht, vorgestellt werden. Auch die Beiträgerinnen des Buches, die Buchwissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Christine Haug, Frau Diana Feßl und die beste Prestelkennerin, Frau Dr. Claudia Schwaighofer, werden anwesend sein. Die musikalische Umrahmung bestreiten die Sopranistin Ann Jennings und der Tenor Markus Herzog, die begleitet am Klavier von Annette Naumann Kostproben aus Händelopern und aus Haydns Oratorien unter die Wortbeiträge mischen werden.