Energiemanagement
Stadt Memmingen

Schlossergasse 1
87700 Memmingen

klimaschutz(at)memmingen.de

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Aktivitäten, die einen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten. Sie decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab, von der Konzepterstellung bis hin zu investiven Maßnahmen. Von den Programmen und Projekten der Nationalen Klimaschutzinitiative profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen.
Logo nationale Klimaschutzinitiative (nki)

Seiteninhalt:

nach oben

Stadt Memmingen erstellt integriertes Klimaschutzkonzept

Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Vöhlin-Gymnasiums in Memmingen
Fotovoltaikanlage auf einem Flachdach mit Ausrichtung zur Sonne und 30° Neigung aufgebaut

Von Oktober 2011 bis Dezember 2012 erarbeitete die Stadt Memmingen in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) das integrierte Klimaschutzkonzept. Dieses wurde im Rahmen der Klimaschutzinitiative unter dem Förderkennzeichen 03KS2034 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.

Klimaschutz ist eine allgegenwärtige Aufgabe der Kommunen, welche nicht nur die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen erhalten soll, sondern auch die finanziellen Ressourcen der Stadt langfristig nachhaltig schont und damit aus wirtschaftlicher Sicht eine Pflichtaufgabe darstellt. Durch eine effiziente energetische Bewirtschaftung der Liegenschaften bleibt die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt Memmingen auch in Zeiten steigender Energiepreise erhalten.

Kurz: Die Energie- und Baustrategie muss zukunftsfähig sein

Die Stadt Memmingen stellt sich dieser Herausforderung und schafft mit der Verabschiedung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes die Basis für eine systematische, vorausschauende energiepolitische Arbeit.

nach oben

Worum es geht

Fotovoltaikbürgeranlage Parkhaus Steinbogenstraße, Memmingen
Fotovoltaikanlage auf dem Dach eines Parkhauses in der Memminger Altstadt

Da der Gesamtenergieverbrauch auf der Fläche der Stadt Memmingen nur zu einem kleinen Teil den städtischen Liegenschaften zuzuordnen ist, soll der Energieverbrauch aller Bürger und Unternehmen sowie des motorisierten Verkehrs in der Stadt betrachtet werden.

nach oben

Das Energie- und Klimaschutzkonzept ...

Blick in den Feuerraum des Hackschnitzel-heizkessels mit einer Leistung von 750 kW im BBZ. Hier werden Holzreste aus den Memminger Wäldern CO2-neutral verbrannt. Dadurch kann der Wärmebedarf der drei beruflichen Schulen zu 2/3 gedeckt werden.
  • ist ein auf Fakten basiertes konkretes Programm für die kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung energiepolitischer Aktivitäten
  • umfasst nicht nur die städtischen Liegenschaften, sondern sämtliche energie- und klimarelevanten Bereiche des gesamten Stadtgebietes
  • basiert auf den Ergebnissen der Energie- und CO2-Bilanz für die Stadt Memmingen und der daraus entwickelten Potenzialabschätzung zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energien
  • unterstützt das Bestreben der Stadt Memmingen, noch energieeffizienter zu werden
  • hat zum Ziel, den Energieverbrauch in der Stadt Memmingen zu senken und die klima- und umweltschädlichen Emissionen zu reduzieren
  • formuliert konkrete Maßnahmen in einer Aktivitätenliste, die während der nächsten Jahre umgesetzt werden sollen
  • wendet sich an die Sektoren Wirtschaft, Verkehr, städtischer Betrieb, Planung, Ver- und Entsorgung und private Haushalte
nach oben

Energetische Sanierungen

Wärmebildaufnahme eines unsanierten Altbaus: Gelb, Rot = hohe Wärmeverluste, Grün, Blau = geringe Wärmeverluste (eza!)
Zweigeteiltes Bild eines Altbaus aus den 50-er Jahren: linke Hälfte bunte Thermografieaufnahme, rechte Hälfte das Gebäude als normales Foto

40% des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland wird zur Beheizung von Gebäuden verwendet. In unsanierten Altbauten entweicht ein großer Teil der Wärme über die Fenster.

Steht also demnächst sowieso ein Tausch derselben an, so lohnt sich der Einbau von 3-fach verglasten Fenstern schon in wenigen Jahren. Ein modernes, Passivhaus zertifiziertes Fenster verliert pro Quadratmeter Wärme von etwa 8l Heizöl oder 8 Kubikmeter Gas. Durch ein Isolierglasfenster der ersten Generation sind es hingegen 33l, bei einer Einfachverglasung sogar 60l Öl, die pro Jahr ungenutzt verloren gehen.

Eine Möglichkeit, wie ein Passivhaus neu gebaut und welche Technik eingesetzt werden kann erfahren Sie hier in der 'Sendung mit der Maus'.

Passivhaussiedlungen zu bezahlbaren Preisen setzt die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat Tirol" in Innsbruck um. Insbesondere die Anforderungen an die Haustechnik setzen Meilensteine. Hier kann sich auch der Allgäuer Häuslebauer noch die eine oder andere Anregung für seine Planungen holen. Oberstes Augenmerk bleibt stets die Wirtschaftlichkeit über die gesamte Nutzungsdauer des Gebäudes.

nach oben

Das Energieteam

  • wurde im September 2011 auf der Basis eines Stadtratsbeschlusses gegründet, um als kompetentes Gremium die energierelevante Arbeit der Stadt mit zu gestalten
  • wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert (Förderkennzeichen: 03KS2034)
  • hat in Zusammenarbeit mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza!) das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt erarbeitet und im Dezember 2012 im 2. Senat vorgestellt
  • wird auch weiterhin die Stadt bei energetischen Entscheidungen beraten
nach oben

Zeitplan und Umsetzung

Energieausweis Bernhard-Strigel-Gymnasium Memmingen nach der Sanierung 2011
Daten des Energieausweises: Gesamtenergieverbrauch 105 kWh/m2 und Jahr, deutlich unter dem ENEV-Wert für sanierte Altbauten, knapp über dem Wert für Neubauten
  • Die Basisdaten
    Die Ergebnisse der Energie- und CO2-Bilanz und der Potenzialabschätzung können Sie auf dieser Seite nachlesen!
  • Einbindung der Bevölkerung
    Die Vorschläge aus der Bevölkerung wurden durch das Energie- und Klimateam geprüft und nach Möglichkeit in das Konzept eingearbeitet.
  • Die Maßnahmenliste
    Das Aktivitätenprogramm mit 33 konkreten Projekten von A wie Abwasserwärmenutzung bis Z wie Zusammenarbeit mit Unternehmen ist im Klimaschutzkonzept enthalten.
  • Umsetzung
    Oberste Priorität haben zunächst Maßnahmen an den eigenen Liegenschaften.
  1. Hierzu zählen technische Upgrades wie Erneuerungen der Warmwasserbereitung bei Duschen, Wärmerückgewinnung und bedarfsgeführte Regelung von Lüftungsanlagen sowie hydraulische Maßnahmen an Heizungen und Zirkulationssystemen. Dabei werden die Energieeffizienz, der Komfort und die Hygiene verbessert.
  2. Parallel wird die Nutzung der Sonne zur Stromerzeugung für den eigenen Bedarf laufend geprüft und neue Anlagen errichtet.
  3. Die Nutzung von gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Produktion von Strom und Wärme wird gerade für zwei weitere Objekte geprüft.
  4. Bei der Erneuerung von Beleuchtungsanlagen wird auf moderne LED-Technik gesetzt. Sie sorgt für angenehmes Licht bei niedrigem Stromverbrauch.
nach oben

Basisdaten und CO2-Bilanz

nach oben

Klimaschutzkonzept Memmingen 2020

Klimaschutzkonzept Memmingen 2020

Im Dezember 2012 wurde das Klimaschutzkonzept Memmingen 2020 verabschiedet. Es soll die Richtschnur für das Handeln der Stadt während der nächsten Jahre geben und die Weichen für eine erfolgreiche energie- und klimapolitische Zukunft stellen.

nach oben

Downloads und Rückblicke Energiemanagement

Wie groß ist mein persönlicher CO2-Fußabdruck?
Ein Paar Füße in bunten Wollsocken stehen auf einem Heizkörper
nach oben

Ihre persönliche CO2-Bilanz

Ihren persönlichen CO2-Fußabdruck können Sie hier Opens external link in new windowberechnen!

nach oben

Was Sie jetzt schon tun können

Energie- bzw. Umweltlabels können bei der Neuanschaffung elektrischer Geräte helfen. © ClipDealer: limbi007
Grafik mit bunten Pfeilen in verschiedenen Längen: grün und kurz steht für sparsam, rot und lang für ineffizient. So werden technische Geräte vom Leuchtmittel bis zum PKW ausgezeichnet.
Übersicht verfügbarer E-Mobile 2017
Link zum Download nebenstehend
  • Energie sparsam verbrauchen: Bei Neuanschaffungen von Haushaltsgeräten (Kühl- und Gefriergeräte, Spül- und Waschmaschinen, Trockner, Öfen und Herde) auf effiziente Geräte achten. Der Mehrpreis ist meist schon nach wenigen Jahren wieder eingespart. Eine aktuelle Übersicht (2014) finden Sie oben.
  • Stromverbrauch Zuhause einschätzen: Nur wenn ich weiß, wieviel Strom in einem Haushalt meiner Größe durchschnittlich verbraucht wird, kann ich einschätzen, ob Einsparungen möglich sind. Eine Tabelle finden Sie oben!
  • Primärenergie einsetzen, wo möglich: um 1 kWh Strom zu erzeugen und zu Ihnen ins Haus zu liefern, sind ca. 3 kWh Gas oder Öl nötig. Warum also nicht gleich Gas für den Herd, den Wäschetrockner, die Heizung verwenden? Informationen bekommen Sie von Ihrem örtlichen Gasversorger, den Stadtwerken Memmingen!
  • Richtig Lüften: Lieber mehrmals pro Tag 1-3 Minuten Stoßlüften (alle Fenster gleichzeitig auf und die Heizkörper zurückdrehen) als Dauerlüften über gekippte Fenster. Spart Heizenergie, hilft Feuchte- und Schimmelschäden vermeiden und verbessert natürlich die Raumluftqualität.
  • Strom selbst erzeugen: Ob sich Ihre Dach- oder sonstige Fläche lohnt, mit wie viel Ertrag Sie pro Jahr rechnen können und was die Anlage kostet. Hier können Sie eine erste Grobeinschätzung vornehmen:

    Energieagentur NRW: Förderrechner Fotovoltaik

  • Heimliche Stromfresser aufspüren und reduzieren: Stand-by an älteren TV- und HiFi-Geräten, Ladegeräten für Handys, Laptops usw. verbrauchen bis zu 5 Watt, während 365 Tagen = 8.760 Stunden im Jahr. Kostet für jedes Gerät 43,8 kWh (= 10.- EUR) pro Jahr, damit kann eine 15 W Leuchte jeden Tag 8 Stunden leuchten! Abhilfe kann hier ein einfacher Stecker-Zwischenschalter oder eine schaltbare Steckdosenleiste schaffen, ab ca. 5.- bis 50.- EUR im Fachhandel.
  • Heizungspumpen auf Hocheffizienz umrüsten: Eine 10 Jahre alte Heizungsumwälzpumpe (90 W) kostet Sie pro Jahr mindestens für 100.- EUR mehr Strom als eine moderne Pumpe gleicher Leistung (10 W).
  • Viele weitere Energietipps zu allen Themen des Alltags erhalten Sie auf der Seite des Energie- und Umweltzentrums Allgäu (eza!) 
  • Konkrete Tipps erhalten Sie auch direkt von einem eza!-Energieberater unter der Telefonnummer 01805  33 35 22 (14 Cent pro Minute).
  • Mit der Bahn mobil sein: An welchen Tagen gibt es die günstigsten Sparpreise, wie kurzfristig kann ich sie buchen, usw. Der Bahntest 2015/2016 des VCD gibt Auskunft zu allen Fragen rund um die Bahn.
  • Elektrisch mobil sein: Eine Übersicht der der aktuell verfügbaren Elektro-KFZ finden Sie  auf der Seite 113 der September-Ausgabe 2017 der Zeitschrift Sonne Wind & Wärme.
Windkraft speist auch im Allgäu schon seit Jahren zuverlässig umweltfreundlichen Strom in das regionale Netz.
Ortschild Böhen mit Windkraftanlage im Hintergrund bzw. Windrad in Nahaufnahme fast senkrecht von unten
Pro 80 Euro-Cent an einmaliger Investition liefert das Windrad über 20 Jahre lang jährlich 1 kWh (Kilowattstunde) Strom.
Achteckige Holzkonstruktion für Windkraftanlage bei Hannover während des Baus und in Betrieb
Windkraftanlagen müssen nicht auf Beton stehen. In Hannover wird eine Holzkonstruktion erprobt, die günstiger und haltbarer als Stahlbeton sein soll: Timber Tower.
Das erstes Großprojekt mit dieser Technik ist in Wunsiedel geplant.
nach oben

Stromerzeugung bundesweit, Informationen über Sonnenenergie

Wenn Sie wissen möchten, woher der aktuell in Deutschland verbrauchte Strom gerade kommt oder wie hoch die verfügbare Kapazität an Windkraft für den heutigen Tag ist, dann sind Sie hier richtig!

Hier können Sie tagesaktuelle Daten zum Strom-verbrauch, die aktuellen Strom-Börsenpreise, zur Erzeugung und zum Import und Export abfragen. Machen Sie sich selbst ein Bild von der aktuellen Lage!

Eine Möglichkeit, die zeitweisen Überschüsse in der Stromproduktion durch Wind- und Sonnenkraft zu nutzen,  ist die "Power-to-gas"- Technologie (P2G). Die Stromnetze werden dadurch entlastet. Nützlicher Nebeneffekt der Umwandlung von Strom zu Wasserstoff oder Methan (=Erdgas) ist die gute Speicherbarkeit. Schon heute bietet unser deutsches Erdgasnetz Speicherkapazitäten für rund drei Monate.

Die Energie der Sonne ist täglich verfügbar, hält noch Millionen von Jahren, ist kostenlos und äußerst vielseitig nutz- und speicherbar. Franz Alt hat auf seinen "Sonnenseiten" jede Menge Informationen zusammengetragen!

Informationen aus einem Beitrag aus 2014 des ZDF zum Opens external link in new windowZusammenhang der Strompreise der deutschen und europäischen Industrie sowie der EEG-Umlage in Deutschland

nach oben

Informationen (nicht nur) für Kinder

Die Herstellung von Fotovoltaikmodulen und die Erzeugung von Strom aus Licht erklärt anschaulich - nicht nur für Kinder - in drei Teilen - die Sendung mit der Maus!

Maus Sonnenstrom 1 - Maus Sonnenstrom 2 - Maus Sonnenstrom 3

Das Bundesumweltministerium (BMU) bietet Informationen zum Thema Klimaschutz für Kinder an.