MEWO Kunsthalle

Bahnhofstraße 1
87700 Memmingen

www.mewo-kunsthalle.de

Tel. 08331/850-771
Fax. 08331/850-772
mewo.kunsthalle@
memmingen.de

Öffnungszeiten

Montag (außer Feiertage): geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag, Sonntag und Feiertage: 11-17 Uhr
Donnerstag: 13-19 Uhr

Eintrittspreise:

  • 3,00 Euro
    (ermäßigt 2,00 Euro)
China: Past. Present and Future
Plakat der China-Ausstellung

Daten & Fakten

China:
Past, Present & Future.
Terrecotte Cinesi
Qingsong Wang

Schirmherren:

  • Seine Exzellenz
    Huiqun Yang,
    Generalkonsul der Volksrepublik China

    zusammen mit
  • Dr. Ivo Holzinger,
    Oberbürgermeister der Stadt Memmingen

Ausstellungsort:
Bahnhofstraße 1,
87700 Memmingen

Ausstellungsdauer:
3. Februar bis 2. Dezember 2007 (verlängert)

Eröffnung:
am 3. Februar 2007
um 19.00 Uhr

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr

Eintrittspreise:
3,00 Euro (ermäßigt 2,00 Euro)

Führungen:
Nach Voranmeldung

Anzahl der Exponate:

  • 13 Terrakotta-Figuren
  • 50 großformatige Fotoarbeiten von Qingsong Wang

Leihgeber:

  • Lee Babel und Allessio Tasca
  • Qingsong Wang

Kuratoren:

  • Dr. Hans-Wolfgang Bayer
  • Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre
  • Dr. Fritz Franz Vogel

Seiteninhalt:

china: Past, Present & Future

Ausstellungsplakat
Ausstellungsplakat
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Terrecotte Cinesi und inszenierte Fotografien von Qingsong Wang

Terrecotte Cinesi
Sitzende Figur

Von Anfang Februar bis Dezember 2007 zeigte die von Dr. Hans-Wolfgang Bayer (Kulturamt), Prof. Dr. Joseph Kiermeier-Debre (MEWO Kunsthalle) und Dr. Fritz Franz Vogel (Zürich) konzipierte und kuratierte Chinaausstellung in der MEWO Kunsthalle Memmingen über 50 großformatige Fotoarbeiten von Qingsong Wang, dem Shootingstar der aktuellen chinesischen Kunstszene. Seine Arbeiten waren erstmalig in ihrer Gesamtheit in einer Werkschau in Deutschland zu sehen. Sie wurden kombiniert mit 13 Terrakotta-Figuren bzw. Figurengruppen, die anlässlich der 48. Biennale in Venedig nach einem weltberühmten chinesischen Projekt der Maozeit, dem sog. "Hof zur Eintreibung der Pacht", entstanden waren. Teile des mit dem Goldenen Löwen prämierten vielfigurigen Projekts wurden nach der Biennale von den Keramikern Lee Babel und Alessio Tasca für das "Museo Civico della Ceramica" in Nove/Italien erworben. Durch den Brand der Figuren haben sie ihnen eine definitive Ästhetik geschaffen. Auch diese Arbeiten, die unter Anleitung des chinesischen Künstlers Cai Guo-Qiang durch ein Team chinesischer Bildhauer während der Biennale 1999 realisiert wurden, waren zum ersten Mal außerhalb Italiens zu sehen.

Terrecotte Cinesi

Terrecotte Cinesi - Gruppenbild
Terrecotte Cinesi - Gruppenbild

In ihrer Verbindung zeigten die ausgestellten Werke im Medium der Kunst die rasante Entwicklung Chinas in den vergangenen Jahrzehnten von Konfuzius zu Marx und Mao einerseits, aber auch zu Coca Cola und zur kommerziellen Warenwelt der westlich-industriellen Zivilisation andererseits. Das ganz in der "Sprache der revolutionären Massen" gestaltete skulpturale Ensemble, das in Kopien und Nachbildungen auch in anderen sozialistisch-maoistischen Bruderstaaten wie Albanien und Vietnam Anerkennung und Verbreitung fand, erinnert in der traditionellen Technik chinesischer Tonfiguren an die Armee der Terrakotta-Krieger des ersten chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi (259-210 v. Chr.). Es beschreibt einen Zustand chinesischer Wirklichkeit, die der Fotokünstler Qingsong Wang heute als eine sich rasant verändernde Umgebung wahrnimmt. In großformatigen, opulent beladenen, teils riesigen Fotoplakaten in traditionellen Techniken der chinesischen Malerei spielt er mit der europäischen Kunstgeschichte und integriert in tief verwurzelter Protesthaltung gegenüber allem "Offiziellen" auf skurril und farbenfrohe Weise die Warenzeichen des Kapitalismus der westlichen Welt mit Witz und Ironie in seine Bilder.

Hintergrundinformation Künstler und Werke - Terrecotte Cinesi

Fotografien von Qingsong Wang

Qingsong Wang: Billboard
Fotografie von Qingsong Wang

Die Werkgruppen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, weisen dennoch einige Gemeinsamkeiten auf. Beide sind völlig unbeeindruckt vom europäischen Weg in die Abstraktion. In beiden steht der Mensch im Mittelpunkt, der sich fast immer im Kontrast von plastischer Dreidimensionalität und fotografischer Zweidimensionalität zu seiner vollen Lebensgröße in horizontal breit ausgerichteten Panoramaformaten erhebt. Reizvoll ist auch der Kontrast in Materialität und Farbwirkung, nicht minder der von Pathos und witzig-ironischem Zitatenspiel.

Der übergreifende Gesamttitel der Ausstellung - Past, Present & Future - wurde einem Triptychon Qingsong Wangs aus dem Jahr 2001 entlehnt. In dieser Arbeit ist Chinas Weg aus der Vergangenheit Maos als traditioneller Bildtopos vom Dreischritt aller Geschichte dargestellt. Die Ironie Wangs lässt jedoch auch die romantische Lesart dieses Bildtopos zu. Hier steht das Goldene Zeitalter am Beginn aller Geschichte, die dann von ihren Verlusten gezeichnet ist und von der Anstrengung, wieder in ihren Ursprung zurückzukehren.

Die Ausstellung, gefördert durch die Pfeifer Holding GmbH & Co. KG und in Medienpartnerschaft mit B5 aktuell, wurde am Samstag, den 3. Februar 2007, im Beisein seiner Exzellenz Huiqun Yang, dem Generalkonsul der Volksrepublik China, und in Anwesenheit der Künstler aus Italien und Peking eröffnet.

Hintergrundinformation Künstler und Werke - Qingsong Wang