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Aktuelles in Memmingen

Dienstag 25. Juli 2017

"Faszination Künstlerbrief"

Kategorie: Aktuelles (memmingen.de)

Von: Pressestelle

Ausstellung im Stadtmuseum vom 6. August bis 29. Oktober

Plakat der Ausstellung

Das Stadtmuseum zeigt vom 6. August bis 29. Oktober 2017 die Ausstellung "Faszination Künstlerbrief" mit ausgewählten Exponaten aus einer privaten Schriftensammlung. Oberbürgermeister Manfred Schilder eröffnet die Ausstellung am Sonntag, 6. August, um 11 Uhr im Hermansbau. Die Violinistin Stefanie Pagnia umrahmt die Vernissage musikalisch.

Bis ins 20. Jahrhundert galt der Brief als das sicherste und auch persönlichste Kommunikationsmittel zwischen entfernt lebenden Menschen. Er avancierte zu einem unverzichtbaren Universalgegenstand des täglichen Lebens. Ganz deutlich spiegelte das die Kultur vieler Länder. Die bildende Kunst sah in ihm ein äußerst wichtiges Thema, indem sie alle möglichen Szenerien von Postübermittlung, Empfang, Lesen, Verstecken usw. variantenreich ausmalte. In der Musik wurde er melodisch zum Klingen gebracht. Kinder- wie Volkslieder, Oper und Operette besangen und würdigten ihn wie seine Überbringer. Literatur, Theater und Film wiesen ihm tragende Rollen zu, die für fesselnden Zündstoff sorgten. Von Schriftstellern, Schauspielern, Museumsleuten, Politikern sind Briefe in Buchform erschienen. Der Brief war allgegenwärtig.

Während anfangs nur mit ihm künstlerisch gearbeitet wurde, entdeckten Künstler bald auch im Brief selbst ein schöpferisches Betätigungsfeld. Sie bereicherten ihre verbalen Mitteilungen durch eingeflochtene Illustrationen. Der illustrierte Brief war geboren und erfreute sich zunehmender Beliebtheit. Gleichsam doppelt, mit Hilfe der Wort- und der Bildsprache konnte man sich nun äußern. Das führte zu freudigen Reaktionen auch bei den Empfängern. Es ließ die Idee keimen, diese kleinen großen Kunstwerke in Ausstellungen zu präsentieren. Dadurch wurde die vorher vereinzelte Freude mit einem Mal vervielfacht. Denn es ist etwas ungemein Lehrreiches, Bewegendes, Bereicherndes, solche Briefe zu betrachten und zu überdenken. Jedes einzelne Stück erzählt seine Geschichte auf eigene Weise.

Die frappierende elektronisch-technische Entwicklung der letzten Jahre hat ernst zu nehmende Konkurrenten des Briefes hervor gebracht. Telefon, Fax, SMS und die ungeahnten Möglichkeiten von Computer und Internet verdrängen den herkömmlichen Brief. Sie sind – Ironie des Schicksals – in der Regel schneller, billiger, leichter zu handhaben und auch noch persönlicher. Damit werden auch die Künstler, die sich dieses ersprießlichen Gestaltungsbereichs noch bedienen, immer weniger. Und so gehört eine Ausstellung dieser Art heute schon zu den ganz großen Seltenheiten.

Für diese Ausstellung im Stadtmuseum wurden aus einer privaten Schriftensammlung 50 illustrierte Briefe und Karten zur Verfügung gestellt. Sie stammen von folgenden Künstlern aus Ost und West, von früher und heute: Prof. Albrecht von Bodecker, Feliks Büttner, Alexander Gerbig, Erich Gerlach, Lutz Gode, Anette Groschopp, Prof. Karl-Georg Hirsch, Horst Jockusch, Joachim Kratsch, Uwe Jens Lehmann, Günter Lerch, Prof. Gabriele Meyer-Dennewitz, Prof. Paul Michaelis, Prof. Armin Münch, Werner Wolfgang Neumann, Dr. Rüdiger Reinhardt, Werner Schinko und Wolfram Schubert.

Ungemein faszinierend, was die Künstler mit leichter Hand flüssig zu Papier bringen. Auch wie sie das tun ist bemerkenswert. Schlichte Skizzen und hauchzarte Anlagen kontrastieren mit dramatisch zupackenden, fest gefügten Formen. Auch in der Thematik dieser kleinen Kunstwerke stößt Unangenehmes (Krieg, Gewalt, Terror, Flucht) unmittelbar auf die schönsten Erlebnisse (Reisen, Liebe, Theater, Kunst, Literatur, Märchen und Sagen). Meist sind es Handzeichnungen mit Farb- und Filzstiften, kleine Malereien mit Wasserfarben, Papier-Collagen oder Druckgrafiken des Hoch- und Tiefdrucks, die sensibel einbezogen werden.

Stadtmuseum im Hermansbau
Zangmeisterstraße 8
(Eingang Hermansgasse)
87700 Memmingen
Tel. / Fax (08331) 850-134
E-Mail: stadtmuseum(at)memmingen.de

Öffnungszeiten
Dienstag bis Samstag 10 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr
Sonn- und Feiertage 10 – 16 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene 3,30 €
Ermäßigung 2,20 €
(Rentner, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte)
Jugendliche 2,00 €
(13 – 18 Jahre)
Familienkarte 5,50 €
(Kinder bis 18 Jahre frei)