Stadt Memmingen
Pressestelle
Marktplatz 1
87700 Memmingen

Tel.: 08331/850-101
Fax: 08331/5433

pressestelle(at)memmingen.de

Seiteninhalt:

Aktuelles in Memmingen

Dienstag 11. Juli 2017

"Ankommen in der neuen Heimat"

Kategorie: Aktuelles (memmingen.de)

Von: Pressestelle

Ausstellung im Stadtmuseum vom 16. Juli bis 29. Oktober

Ausstellungsplakat

Das Stadtmuseum zeigt im Rahmen des Projektes "Zeitmaschine Freiheit" vom 16. Juli bis 29. Oktober 2017 im Heimatmuseum Freudenthal die Ausstellung "Ankommen in der neuen Heimat" mit zwölf Zeitberichten aus der Nachkriegszeit, als aus dem Sudentenland innerhalb kurzer Zeit rund 6500 Menschen in Memmingen einquartiert wurden und sich die Bevölkerung schlagartig um 40 Prozent vermehrte. Oberbürgermeister Manfred Schilder eröffnet die Ausstellung am Sonntag, 16. Juli, um 11 Uhr im Hermansbau. Die Violinistin Stefanie Pagnia umrahmt die Vernissage musikalisch.

Nachkriegszeit in Memmingen: Die Schrecken des Krieges wirkten nach. Viele Soldaten blieben vermisst oder in Kriegsgefangenschaft. Der Alltag in der von Amerikanern besetzten Stadt war geprägt von Mangel an Nahrungsmitteln und an Arbeitsstellen.

1946 begann der große Zustrom der heimatvertriebenen Menschen aus den deutschen Ostgebieten. Allein aus dem Sudetenland wurden etwa 3 Millionen Menschen ausgewiesen, die zu einem großen Teil nach Bayern transportiert wurden. In Memmingen kamen innerhalb kurzer Zeit 6.543 Menschen an und wurden einquartiert – unter schwierigsten Bedingungen. Die Stadt (Einwohnerzahl 1939: 16.346) vermehrte ihre Bevölkerung schlagartig um 40 Prozent. Die Ankunft der Sudetendeutschen in der neuen Heimat liegt 70 Jahre zurück, zeigt aber Wirkung ins Heute.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Memmingen stellt zwölf Zeitzeugen/innen der Betroffenen- und der Bewusstseins-Generation vor, im Alter zwischen 19 und 94 Jahren. Ihre Geschichten aus erster oder zweiter Hand beleuchten die „Willkommenskultur 1946“, diese schwankte zwischen Diskriminierung und nachhaltigen Überlebens- und Aufbauhilfen. Ein Aspekt ist die Unterbringung in Zwischenlagern, wie der „Burg“ oder der Barackensiedlung für 2.000 Menschen auf dem „Hühnerberg“. Die neuere Stadtgeschichte, die bauliche Entwicklung und die Stärkung durch Arbeitskräfte und Betriebe hängen eng mit den heimatvertriebenen Familien und Persönlichkeiten zusammen. Unterschiedliche Lebenswege stehen für die Unmöglichkeit oder Möglichkeiten von Freiheit.

Die Ausstellung lädt ausdrücklich dazu ein, eigene Erinnerungen oder Erfahrungen mitzuteilen – sei es aus Sicht der Ankömmlinge oder aus Sicht der Aufnehmenden. In der Ausstellung gibt es dazu eine Kommentar-Wand. An drei Terminen lädt die Kuratorin Ursula Winkler alle Interessierten zu einem Erinnerungscafé.

„Ankommen in der neuen Heimat“ ist eines der zwölf Teilprojekte von „Zeitmaschine Freiheit“, dem zweijährigen Projekt zur Initiierung neuer Partnerschaften für das Stadtmuseum Memmingen, gefördert durch den Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstiftung des Bundes.


Zeitmaschine und historischer Rundgang

Am 28.07.2017 landet die „Zeitmaschine“ am Hühnerberg. Der Stadtteil hat eine besondere Geschichte, die nicht nur von Flucht und Vertreibung gekennzeichnet ist. Mit dem Rundgang „Erinnerungsort Hühnerberg“ erinnert der Historische Verein an die Geschichte des Hühnerbergs. Der Rundgang beginnt am Aussichts-/ Bismarckturm von 1904/08. Mit dem Bau einer SA-Schule 1933 schließt sich ein düsteres Kapitel an. In den Baracken „des Stalag“ waren ab 1940 mehr als 2000 Kriegsgefangene untergebracht. Gleichzeitig war hier die Befehlsstelle für mehr als 20.000 Zwangsarbeiter. Mit der Unterbringung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen begann ab 1946 das prägendste Kapitel der Stadtteilgeschichte. Die „Zeitmaschine“ beschäftigt sich mit dem Thema Flucht und zwar mit der von heute. Die Installation ist von den Künstlern Alexandra Vogt und Jörg Hartmann. Mit minderjährigen Geflüchteten haben sie sich mit dem Thema neue Heimat auseinandergesetzt und spiegeln dieses im wahrsten Sinne des Wortes.


Das umfangreiche Begleitprogramm entnehmen Sie bitte dem Flyer (pdf-Datei unten).



Heimatmuseum Freudenthal im Hermansbau / Stadtmuseum

Zangmeisterstraße 8
87700 Memmingen
Tel. 08331 / 850-134
E-Mail stadtmuseum(at)memmingen.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr
Sonn- und Feiertage 10 bis 16 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 3,30 Euro
ermäßigt 2,20 Euro
Familienkarte 5,50 Euro