Seitenkontext: Stadtteile

Logo Bürgerservice Memmingen

Seiteninhalt:

Memmingens Stadtteile als vereinfachte Landkarte
Memmingens Stadtteile

Memmingen und seine Stadtteile

  • Amendingen (3.711 Einwohner),
    eingemeindet seit 1972
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Wolfgang Courage
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Bernhard Höfelmayr, Untere Straße 31, Tel. 08331 / 48361 
  • Buxach (669 Einwohner),
    eingemeindet seit 1972
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Manfred Dunkenberger
    Bürgerausschuss (Vorsitzende)
    Renate Mang, Haldenweg 23, Tel. 08331/65358
  • Dickenreishausen (830 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Helmuth Barth
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Johannes Brader, Dickenreishauser Einöde 8, Tel. 08331 / 82601 
  • Eisenburg (1.500 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976 
    Stadtteilreferent im Stadtrat: Karl Standhartinger  
  • Steinheim (2.828 Einwohner),
    eingemeindet seit 1976 
    Stadtteilreferent im Stadtrat:  Gerhard Neukamm
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Ralf Hempfer, Lerchenstr. 24, Tel. 08331/494943
  • Volkratshofen (und Ferthofen) (1.379 Einwohner),
    eingemeindet seit 1978 
    Stadtteilreferent im Stadtrat:  Wolfgang Nieder
    Bürgerausschuss (Vorsitzender):
    Richard Groß, Im Oberdorf 10, Tel. 08331/61831

(Stand 16.9.2009)

Amendingen

Zeichnung der Kirche Amendingen
Kirche Amendingen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Die Gemeinde Amendingen machte bei den Eingemeindungen den Anfang; zusammen mit Grünenfurt wurde sie am 1. Juli 1972 Teil der größeren Stadt. Nördlich von ihr gelegen, basiert Amendingen auf einer Siedlung der frühalemannischen Landnahme im 5. und 6. Jahrhundert. Sehr bald wurde das Dorf zum Hauptort der Herrschaft Eisenburg, die jedoch im frühen 15. Jahrhundert der agressiven An- und Verkaufspolitik mehrerer Memminger Patrizierfamilien zum Opfer fiel, gleichzeitig mit ihr das Dorf Amendingen. Seit 1586 hatte die benachbarte Reichsstadt die Hochgerichtsbarkeit im Dorf inne, ansonsten zeigte sich das Dorf weitgehend zersplittert. Von 1341 bis 1642 unterstand Amendingen kirchenrechtlich dem Prämonstratenserkloster Rot a. d. Rot, bis 1803 dann der Reichskartause Buxheim, die auch die wunderschöne Pfarrkirche St. Ulrich errichten ließ. Die Klosterherrschaft ließ es denn auch nicht zu, dass Amendingen der Reformation anheimfiel, das Dorf blieb katholisch, und erst nach dem 2. Weltkrieg hat sich eine wachsende evangelische Gemeinde gebildet, die im vorzüglich renovierten Schlössle von 1730/40 eine schöne geistliche Heimat gefunden hat. 1803 wurde Amendingen bayerische Gemeinde, 1972 kam es zu Memmingen, das die Nachbargemeinde mit offenen Armen empfing, hatte sich doch in den Nachkriegsjahren dort eine stattliche Industrie angesiedelt, die sozusagen als Morgengabe recht willkommen war. Die Stadt hat in den folgenden Jahren das Amendinger Industriegebiet zügig ausgebaut und mit dem Autobahnkreuz Memmingen Ansiedlungsmöglichkeiten eröffnet, die auch gerne angenommen wurden.

Pfeil nach oben

Buxach

Zeichnung der Kirche Buxach
Kirche Buxach (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Anders gelagert war und ist die Situation in Buxach mit dem Ortsteil Hart; Der Osthang des nördlichen Buxachtales und die Talaue in Hart wurde zur bevorzugten Wohnlage des Memminger Bürgertums, am Westhang und in der Mitte von Hart hat sich weitgehend die Landwirtschaft erhalten. Buxach,ist eines jener Dörfer, die durch die Geschichte eng mit Memmingen verbunden waren und es heute wieder sind. 1219 erstmals erwähnt, kam es nach häufigem Besitzerwechsel 1459 zum Unterhospital, bei dem es bis 1803 verblieb. Mit dem Unterhospital wurde Buxach bereits 1529 evangelisch, das Kirchlein ist die im Jahre 1710 erbaute evangelische Dreifaltigkeitskirche, einstmals beliebte Heiratskirche des Memminger Patriziates. Die enge Verbindung des Dorfes mit der Stadt war allein daran abzulesen, dass bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts der Buxacher Pfarrer immer in der Stadt gewohnt hat und zu gottesdienstlichen Handlungen mit dem Gauwägele über den Buxacher Berg fahren musste, bei Wind und Wetter, sommers wie winters.

Pfeil nach oben

Dickenreishausen

Zeichnung der Kirche Dickenreishausen
Kirche Dickenreishausen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Im Tal der Buxach, südlich des gleichnamigen Ortes, liegt der Stadtteil Dickenreishausen, als Hausen 1126 erstmals urkundlich erwähnt. 1976 wurde das hufeisenförmige Dorf, eine eigenartige Anlage, samt den dazugehörigen Einöden, in die Stadt Memmingen eingemeindet; diese Vereinödungen von 1791/92 sind übrigens ein ganz moderner ökonomischer Vorgang, vom Unterhospital der Reichsstadt von der Fürstabtei Kempten übernommen. Nach einer wechselnden Besitzergeschichte gelangte Dickenreishausen 1472 an das Unterhospital und verblieb dort bis 1803. Durch diese Zugehörigkeit  wurde das Dorf 1532 reformiert, die mächtige Kirche St. Agatha mit ihrem stattlichen Satteldachturm ist heute die evangelisch-lutherische Dorfkirche und bildet mit der gewaltigen Linde und dem danebenstehenden hochgiebeligen Pfarrhaus eine wunderbare Dorfmitte. Durch das große Gebiet des Stiftungswaldes seit eh und je von der Stadt getrennt, ist Dickenreishausen seit 1905 an die Stadt durch die Legauer Bahn angeschlossen, die bereits 1972 aber wieder aufgehoben wurde. Heute ist die ehemalige Bahntrasse ein beliebter Wanderweg, der fast bis Kronburg führt. Über den Stadtweiher oder den Dickenreiser Berg gelangt man mit dem Auto in den Stadtteil; wer es gemütlich haben will, wandert auf der stattlichen Dickenreiser Allee, rd. 100 Jahre alt, gen Süden. Dickenreishausen ist heute noch weitgehend landwirtschaftlich orientiert, eben auch durch die Vereinödungen, was man von Eisenburg wirklich nicht mehr sagen kann.

Pfeil nach oben

Eisenburg

Zeichnung der Kirche Eisenburg
Kirche Eisenburg (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Dieser Stadtteil, mächtig überragt von der schönen Schlossanlage, wurde seit der Eingemeindung 1976 mehr und mehr zu einem beliebten Wohn- und Schlafort der Memminger, die sich gerne an den südlichen Hängen des Dorfes ansiedeln. Die Landwirtschaft spielt keine große Rolle mehr. Eisenburg, erstmals mit den Herren von Eisenburg 1208 namentlich belegt, war Mittelpunkt der gleichnamigen Herrschaft, die nach dem Aussterben ihrer Inhaber nach 1455 durch viele Hände ging und vor 1803 völlig zersplittert war. Vor allem Memminger Patrizier waren häufig in Besitz der Schlossanlage, 1567 in der heute sichtbaren Form innerhalb einer vorgeschichtlichen Fliehburg errichtet. 1927 brannte das Schloss in der Silvesternacht aus und wurde in den jetzigen schlichten Formen wieder aufgebaut. Kirchlich gehört Eisenburg zur Pfarrei Amendingen, in der kleinen Kapelle St. Nepomuk wird Gottesdienst gehalten. Die sanft geneigten Hänge südlich des Schlosses werden mehr und mehr bebaut; hier erweitert sich der Stadtteil Eisenburg ganz erheblich und die Einwohnerzahl wächst ständig, Zeugnis für die Lebensqualität in Eisenburg. Zwei Straßen über Trunkelsberg und Amendingen verbinden den beliebten Stadtteil mit der Kernstadt.

Pfeil nach oben

Steinheim

Zeichnung der Kirche Steinheim
Kirche Steinheim (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Dieser Stadtteil wurde 1976 eingemeindet. Der Ort entstammt der zweiten alemannischen Siedlungsphase um 600 n. Chr. und war seit 764 in Ottobeurer Besitz. Als Lehen des Kaisers kam Steinheim im frühen 13. Jahrhundert an die Herren von Eisenburg, in deren Hauptbesitz es bis 1448 war. Damals verkauften es die Eisenburger gewissermaßen als Konkursmasse an das Memminger Unterhospital, bei dem es bis 1803 verblieb. Infolgedessen wurde Steinheim nach 1525 evangelisch-lutherisch, die Kirche St. Martin zeigt denn auch deutlich mit ihrem Kanzelaltar protestantisches Gepräge. Die Lage an der Straße war für die Dorfgeschichte bestimmend; Kriege und deren Folgen zeichnen, wie in den anderen Stadtteilen auch, den Weg durch diese Geschichte. Steinheim macht in unserer Zeit einen grundlegenden Wandel durch: vom Bauerndorf wird es, wie Eisenburg, zur städtischen Wohn- und Schlafstadt, vor allem durch die wahrhaft städtische Bebauung an der Egelseer Straße. Auch Industrie hat vom Südrand des Dorfes gegen Amendingen zu Besitz von Steinheim ergriffen, eine zunehmende Verstädterung wird spürbar. Im Norden Memmingens, an der Straßenachse von der Stadt über Amendingen nach Steinheim werden sich neue Zentren bilden, das Schwergewicht Memmingens im neuen Jahrtausend wird sich spürbar nach Norden verlagern, und Steinheim ist mittendrin!

Pfeil nach oben

Volkratshofen

Zeichnung der Kirche Volkratshofen
Kirche Volkratshofen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Mächtig hat sich Memmingen nach Westen ausgebreitet, man könnte es mit dem Zusatz „an der Iller“ versehen, seit der Eingemeindung von Volkratshofen samt Ferthofen im Jahr 1978, nachdem Ferthofen bereits 1972 nach Volkratshofen eingemeindet wurde. Das Dorf ist am weitesten von der Stadt entfernt, trotzdem ist ein paralleler Geschichtsweg zu verfolgen: 1167 erstmals erwähnt, kam es nach 1399 vom Kloster Rot a. d. Rot in den Besitz des Unterhospitals, bei dem es dann bis 1803 verblieb. Auch hier war eine Folge davon, dass Volkratshofen seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist. Die kirchenrechtliche Bindung der Pfarrkirche St. Stephan an das katholisch gebliebene Oberhospital zog jedoch ein Simultaneum nach sich, d. h. die Kirche gehört bis zum heutigen Tag beiden Konfessionen. Auch Volkratshofen ist durch die Lage an der großen Heer- und Handelsstraße an den Bodensee geprägt, vor allem aber durch den Illerübergang, dessen Brücke stets umkämpft war; im April 1945 wurde sie von deutschen Einheiten gesprengt.

Zeichnung der Kirche Ferthofen
Kirche Ferthofen (Hanna Weis-Forster, Copyright Maximilian-Dietrich-Verlag Memmingen)

Eigentlich liegt die Brücke im Dorf Ferthofen, das 1551 erstmals erwähnt wird. Lange war Ferthofen im Besitz der Grafen von Waldburg, die vor allem Interesse an der Zollstelle Ferthofen hatten, ebenso wie die Reichsstadt Memmingen, davon zeugen noch die beiden Zollhäuschen diesseits und jenseits der Iller. Bei der neuen Grenzziehung zwischen Bayern und Württemberg 1810 wurde Ferthofen in einen bayerischen und einen württembergischen Teil getrennt, trotzdem ist Memmingen für beide Teile der Beziehungsmittelpunkt geblieben. Zwischen den beiden Dörfern liegt das bezaubernde Schlossgut Illerfeld, 1784 vom Memminger Patrizier Johann Siegmund von Lupin errichtet und bis zum heutigen Tag im Besitz dieser Familie. Ein wunderschöner Park umgibt die gepflegte Schlossanlage - der Prototyp eines patrizischen Landschlosses edelster Provenienz. Zu Volkratshofen gehören noch die stark bäuerlich geprägten Weiler Brunnen nördlich davon sowie Priemen und Hitzenhofen südlich davon. Durch die relativ große Entfernung von der Kernstadt hat sich Volkratshofen seine Eigenständigkeit erhalten, ist noch landwirtschaftlich strukturiert, wiewohl westlich der Bundesstraße ein neuer Dorfteil entstanden ist, der mit Kindergarten und Festhalle bürgernahen Wohn- und Schlafcharakter hat.

Pfeil nach oben