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Stadt Memmingen
Partnerschaftsbeauftragte

Alexandra Störl
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Städtepartnerschaft Lutherstadt Eisleben / Sachsen-Anhalt - Memmingen

Bereits vor der Wende bestand seitens der Evangelischen Kirche schon großes Interesse mit der Lutherstadt Eisleben engere Verbindungen aufzunehmen. Aufgrund der politischen Barrieren gestaltete sich dieser Wunsch jedoch äußerst schwierig. Unmittelbar nach der Wende machte sich eine Memminger Delegation auf den Weg nach Eisleben, um die Beziehungen von neuem mit Leben zu erfüllen. Im Oktober 1990 waren die Kontakte soweit gefestigt, daß bereits die Städtepartnerschafts-Urkunde unterzeichnet werden konnte.

Die Lutherstadt Eisleben gehört zum Bundesland Sachsen-Anhalt, liegt am Süd/Ost-Ausläufer des Harz, zählt rd. 26.000 Einwohner und ist als Kreisstadt Sitz des Landkreises Mansfelder Land. Das Bild der Stadt und des Umlandes wird heute noch stark von den Abraumhalden des Bergbaus geprägt, der im Mittelalter durch die Gewinnung von Kupferschiefer seine Blütezeit hatte. Heute ist Eisleben ein lebendiges Mittelzentrum mit Sitz zahlreicher Behörden, dessen Wirtschaft von Handwerk, Gewerbe und mittelständischer Industrie getragen wird.

Die deutsch-deutsche Städtepartnerschaft entstand im Jahre 1990 nach der politischen Wende in der ehemaligen DDR. Bereits vorher war von Memmingen aus im Hinblick auf historische Verbindungen (Abfassung der 12 Artikel der aufständischen Bauern während der Reformationswirren in Memmingen bzw. Eisleben als Geburts- und Sterbeort des Reformators Martin Luther) wegen einer Städtebeziehung angefragt worden; das DDR-Regime hatte jedoch nicht reagiert.

Im Januar 1990 weilte eine Delegation aus Memmingen mit Bürgermeister Cornelius, MdL Müller, Dekan Herrmanns und Stadtrat Pfeifer in Eisleben, um erste Kontakte zu knüpfen und das Interesse an einer offiziellen Verbindung auszuloten. Die Gäste aus dem bayerischen Schwaben stießen auf ein positives Echo und bereits im März 1990 fand der Gegenbesuch einer Eisleber Abordnung in Memmingen statt, bei der die Einzelheiten der Städtepartnerschaft vereinbart wurden. Im Oktober 1990 wurde dann die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde in festlichem Rahmen in Eisleben vorgenommen; die Gegenzeichnung erfolgte im Frühjahr 1991 in Memmingen. In der Folgezeit entwickelte sich ein lebhafter Austausch der verschiedenen Vereine, Verbände und Gruppierungen sowie zwischen den Bürger/innen, die sich in freundschaftlicher Weise auf privater Basis begegnen.

Zum hohen Stellenwert der Städtepartnerschaft zwischen Memmingen und Eisleben haben zwei exzellente Fachmänner aus Memmingen maßgeblich beigetragen, die sich durch ihren großen persönlichen Einsatz bleibende Verdienste erworben haben. Es handelt sich dabei um den Zimmermeister Georg Rehklau aus Steinheim, der als Privatmann zusammen mit seinen Helfern und mit Unterstützung eines Memminger Fördervereins die historisch wertvolle Nicolaikirche saniert und das Gebäude damit vor dem Verfall gerettet hat. Für diese herausragende Leistung wurde ihm 1999 die Ehrenbürgerwürde der Lutherstadt Eisleben verliehen. In gleicher Weise verdienstvoll tätig war Friedrich Probst, langjähriger Leiter des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Memmingen und als solcher mit der Verwaltungsorganisation einer Kommune bestens vertraut. Er übernahm nach seiner Ruhestandsversetzung die schwierige Aufgabe, die Verwaltung der Lutherstadt mit Hilfe der EDV auf die neuen Anforderungen nach der politischen Wende vorzubereiten und eine effiziente Verwaltungsstruktur aufzubauen. Noch heute sind ihm die Verantwortlichen im Eisleber Rathaus für diese Beratung und Unterstützung dankbar.