Stadtwappen

Stadt Memmingen
Partnerschaftsbeauftragte

Alexandra Störl
Kuttelgasse 22, 1. OG
87700 Memmingen

Tel. 08331/850-730
Fax 08331/850-732

alexandra.stoerl@
memmingen.de

Seiteninhalt:

Städtepartnerschaft Litzelsdorf / Burgenland / Österreich - Memmingen

Seit dem Jahre 1976 unterhält die Stadt Memmingen freundschaftliche Beziehungen zur Marktgemeinde Litzelsdorf/Bezirk Oberwart im österreichischen Burgenland. Ausgangspunkt für diese Kontakte war die Existenz eines Filialbetriebes der Memminger Werkzeugmaschinenfabrik Stehle in Litzelsdorf.

Litzelsdorf ist ein kleiner Ort mit rund 1500 Einwohnern, der im landschaftlich reizvollen mittleren Burgenland liegt und über viele Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Umgebung verfügt. Eine davon ist das Freilichtmuseum Gerersdorf, das mit seiner strohgedeckten Dachlandschaft und den niederen, ausschließlich aus Holz gebauten Häusern einen urigen Eindruck vermittelt. Der Einfluss der nicht weit entfernten Grenze Westungarns ist hier wie auch in anderen Bereichen deutlich spürbar. Diese Nachbarbeziehung zu Ungarn hat auch eine gewichtige Rolle gespielt bei der Überwindung des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989, als verantwortliche ungarische Politiker und Grenzsoldaten Bürgern der damaligen DDR durch die Öffnung des Grenzzauns erstmals den Weg in den Westen ermöglichten. Die Gastfreundschaft der Bevölkerung des Burgenlandes ist sprichwörtlich und hat sich seinerzeit bei der Aufnahme dieser DDR-Bürger eindrucksvoll bewährt.

Im Laufe der Jahre haben sich die Beziehungen zwischen Memmingen und Litzelsdorf in erfreulicher Weise entwickelt. Maßgeblich dazu beigetragen haben Memminger Bürger wie Stadtrat a.D. Erich Häring, Ehrenbürger Eugen Oppitz und Kammersänger Karl Greisel sowie viele andere Mitglieder des hier sehr aktiven Burgenland-Freundeskreises. Auch die Stadt hat die Verbindung nach Kräften gefördert und durch die Benennung der „Litzelsdorfer Straße“ im Gewerbegebiet Memmingen-Nord unter Beweis gestellt. Zahlreiche Begegnungen mit Unterzeichnung von Freundschaftsvereinbarungen, Teilnahme an offiziellen Veranstaltungen, Mitwirkung der Litzelsdorfer Freunde bei der Landesgartenschau 2000 in Memmingen und eine Präsentation des Tourismusverbandes „Südliches Burgenland“ bei der 1. Allgäu-Messe Memmingen waren Ausdruck der freundschaftlichen Verbundenheit zwischen den beiden Kommunen.

Im Oktober 2004 fand in Litzelsdorf die Einweihung eines „Memminger Platzes“ statt, der zwischen dem Rathaus und der Feuerwache liegt und neben der Würdigung der offiziellen Beziehung vor allem auch die aktive Pflege der Verbindung durch die Feuerwehren der beiden Kommunen unterstreicht.

Am Tag der deutschen Einheit 2009 unterzeichneten bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger und der Bürgermeister der Marktgemeinde Litzelsdorf, Peter Fassl, die Partnerschaftsurkunde Memmingen – Litzelsdorf. Die Freundschaft zwischen den beiden Kommunen besteht schon seit über 30 Jahren und erhielt nun einen offiziellen Charakter.

Zu der Delegation aus Memmingen gehörten neben Vertretern des Stadtrates und der Verwaltung auch Mitglieder der Feuerwehr. Weiter berichtete Oberbürgermeister Dr. Holzinger in seiner Festrede von der Gastfreundschaft der Burgenländer anlässlich der Grenzöffnung im Jahre 1989, als viele DDR-Bürger über Ungarn nach Österreich kamen. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß die Unterzeichnung der Urkunde am Tag der Deutschen Einheit erfolgte. Holzinger erinnerte in diesem Zusammenhang an den ersten Träger des Memminger Freiheitspreises, Gyula Horn. Horn wurde im Jahr 2005 in Memmingen für seine Verdienste um die Öffnung des eisernen Vorhanges zwischen Ost und West mit der Freiheitsmedaille geehrt.

Besonders verdient um die kommunale Freundschaft machten sich der ehemalige Memminger Stadtrat Erich Häring sowie der ehemalige Bürgermeister der Marktgemeinde Litzelsdorf, Erich Graf. Aus diesem Grunde verlieh Peter Fassl den beiden „außergewöhnlichen Persönlichkeiten“ im Rahmen des Festaktes die Ehrenbürgerschaft der Marktgemeinde Litzelsdorf. Laut Fassl wäre die Freundschaft zwischen den beiden Kommunen ohne Häring nicht denkbar. Häring ist ein „ständiger Motor und Förderer“ der interkommunalen Verbindung. Die Entscheidung geht auf einen einstimmigen Beschluss des Litzelsdorfer Gemeinderats zurück, so Fassl. In einem Burgenländer Freundeskreis förderte Häring bereits nachhaltig die Kontakte und holte sodann die Memminger Feuerwehr mit ins Boot.

Sowohl von den politischen Repräsentanten als auch von den Vertretern verschiedener Vereinigungen und Organisationen, an erster Stelle die Feuerwehren, wird dem Kontakt zwischen Memmingen und Litzelsdorf ein hoher Stellenwert eingeräumt, der auch in Zukunft in gleicher erfolgreicher Weise beibehalten werden soll.