Seitenkontext: Platz- und Hofgestaltung (Tiefbau)

Aktuelles in Memmingen

Historie

pdf-Datei Schranne-Theater-Schule.pdf
Vom Wandel eines Memminger Stadtquartiers im 19. und 20. Jahrhundert. Eine geschichtliche Darstellung des Stadtarchivs (Stand Juli 2010).

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Straßenbau und Platzgestaltung

Planung

Der Planungsentwurf des nun fertig gestellten Schrannenplatzes einschließlich des Theater- und Elsbethenhofes sowie eines Teils der Lindentorstraße gingen aus dem von der Stadt Memmingen in Kooperation mit der Siebendächer Baugenossenschaft im Jahr 2007 ausgelobten Ideen- und Realisierungswettbewerb Elsbethenareal - Schrannenplatz hervor. Die Landschaftsarchitekten club L 94 aus Köln hatten mit ihren Hochbaukollegen Trint + Kreuder den 1. Preis bei diesem Wettbewerb gewonnen.

Im Juli 2007 beschloss der Stadtrat eine überarbeitete Planung der Landschaftsarchitekten club L 94 als Grundlage für die Ausführungsplanung. Daraufhin erfolgte die Information der Anlieger.

Die Planung zur Umgestaltung umfasste den gesamten Schrannenplatz, die Lindentorstraße westlich des Gerberplatzes, die Verbindungsstraße zwischen Gerberplatz und Schwesterstraße sowie dem kleinen Platz östlich des Theaters. Die Lindentorstraße ist mit einer Breite von 6,00 m als Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich (20 km/h) ausgebaut worden. Die Ausfahrt aus dem Klösterle über den Schrannenplatz ist über eine neue Brücke an den Straßenzug Lindentorstraße – Schrannenplatz angebunden. Im Bereich des Stadtbaches erfolgt die Anlegung einer Stadtbachspur bestehend aus einem Wasserbecken mit Wasserdüsen und zwei Sitzbänke. Auf dem gesamten Platz werden insgesamt 13 Bäume gepflanzt. Als Stadtmobiliar sorgen Fahrradständer, Bänke, Abfalleimer und Spielgeräte für eine gute Benutzbarkeit des neuen Platzes.

Die Oberfläche des Schrannenplatzes ist mit großformatigen Granitpflaster befestigt. Auch die neugestalteten Innenhöfe haben ein Granitpflaster als Bodenbelag. In der Lindentorstraße baute man auf der Südseite ein hochwertiges Betonpflaster ein. Die Fahrbahn erhielt einen Asphaltbelag.

Eine neue attraktive Straßen- und Platzbeleuchtung sorgt für ausreichend Helligkeiten auf den Plätzen und Straßen während den Nachtstunden.

Der Bach wurde geöffnet

Der Bach zur Hirschgasse wurde zum Platz hin mittels Treppenstufen und einer Rampe geöffnet. Als Vorleistung sind schon 2009 die Brücken über den Stadtbach erneuert worden.

Die Innenhöfe des neuen Elsbethenareals wurden ebenfalls mit Granitpflaster belegt und dienen neben der Anlieferung von Waren für die Geschäfte hauptsächlich dem Aufenthalt der Besucher.

Eine Stadtbachspur mit Wasserspiel (Bild rechts) gibt den Verlauf des Stadtbachs wieder und soll zugleich Sitzgelegenheiten bieten.

Die Umrisse der alten Winterschranne, die als zweites Schrannengebäude über dem Stadtbach bis 1872 für den Umschlag von Wintergetreide errichtet und 1951 abgerissen wurde, werden im Boden sichtbar gemacht.

Die Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme erfolgte bis November 2010. Die Inschrift am Schrannenplatz folgt im Frühjahr 2011, Endtermin ist Ende Mai.

Brückenneubau Schrannenplatz

Darstellung der Baumaßnahmen

Die Stadt Memmingen baute als vorbereitende Maßnahme zur Umgestaltung des Schrannenplatzes die Brücken über die Memminger Ach neu. Zu dem Brückenneubau gehörte auch die Erneuerung der Ufermauern in den anschließenden Bereichen und die damit zusammenhängenden Arbeiten.

Lageplan
Lageplan

Das Bachbett war von Ende Juli 2009 für drei Wochen trocken. In diesem Zeitraum ist der Abbruch der Brücken durchgeführt und die Möglichkeit  geschaffen worden, anschließend ca. 1.000 l/sec Bachwasser durchzuleiten. Diese Wasserführung war als Minimum für die gesamte Bauzeit an Brücken und Ufermauern zu gewährleisten.

Der Fischerbrunnen wurde abgebaut und die Bronzefigur des Fischers zur Restaurierung in die Werkstatt gebracht.

Auf einer 10 cm starken Sauberkeitsschicht wurde ein Fundament mit 60 cm Höhe und 2,0 m Breite erstellt. Widerlager und Ufermauern haben eine Stärke von 60 cm, wobei die Höhen der Widerlager ca. 1,45 m, die der Ufermauern bis ca. 2,0 m betragen.

In der horizontalen sind mehrere Knicke, bedingt durch Richtungsänderungen oder Änderungen der Bachbreiten. Die Sichtfläche der Ufermauern ist in Sichtbetonqualität hergestellt werden. Somit haben sie die gleiche Struktur wie im übrigen Bachufer.

Neue Überbauten wurden für die Lindentorstraße, Kramerstraße und Im Klösterle hergestellt. Der Bereich der „Stadtbachspur“ wurde ausgespart und mit der Platzgestaltung fertiggestellt.
Die Breiten der Überbauten betragen rund:

  • a) Lindentorstraße 20 m
  • b) Kramerstraße 12 m
  • c) Im Klösterle 9 m
  • d) Stadtbachspur 27 m

Die Stützweiten betragen bei den Brücken 5,60 m.

Schnitt druch die Brücke.
Schnitt durch die Brücke.

Kosten und Durchführung

Die Kosten der Brücken betrugen rd. 500.000 Euro (brutto).

Kostenträger der gesamten Baumaßnahme ist die Stadt Memmingen. Eine Beteiligung Dritter ist nicht gegeben.

Baufortschritt

Abbrucharbeiten
Abbrucharbeiten an der Brücke.

Mit der Maßnahme wurde nach der Vergabe unmittelbar nach dem Fischertag, Ende Juli 2009, begonnen. Es wurden zuerst die alten, insgesamt rd. 70m langen Brückenplatten und die Widerlager abgebrochen. Anschließend wurden die Fundamente und die neuen Widerlager erstellt. Sobald diese fertig waren wurden die eigentlichen Brückeplatten darauf betoniert und die Fahrbahnanschlüsse provisorisch angebunden. So konnten am 02.10.2009 die Lindentorstraße, sowie die Ausfahrten vom Klösterle und aus der südlichen Fußgängerzone, wieder rechtzeitig vor Beginn des Jahrmarktes 2009 für den Verkehr frei gegeben werden.

Bei der Baumaßnahme wurden rd. 470 m³ Beton und rd. 36 t Stahl verbaut. Die Brückenflächen erhielten eine zweilagige Abdichtung aus Bitumenabdichtungsbahnen und eine Asphaltschutzschicht. Die gesamten Verkehrsflächen wurden provisorisch bis zum Umbau des gesamten Schrannenplatzes mit einer 10 cm starken Asphaltdeckschicht versehen.

Die Bauleistungen führte die Firma Kutter GmbH & Co. KG, Memmingen aus. Die Objektplanung und örtliche Bauaufsicht erfolgte durch das Ing. Büro Lippert, Memmingen. Die statische Planung lag beim Ing. Büro Böck, Memmingen.

Die Fundamente auf der Nordseite werden gelegt.
Die Fundamente auf der Nordseite werden gelegt.
Die Widerlager auf der Nordseite sind komplett erstellt.
Die Widerlager auf der Nordseite sind komplett erstellt. Bilder: Tiefbauamt der Stadt Memmingen.
  • Baufortschritt am Schrannenplatz
  • Baufortschritt am Schrannenplatz

Anfang März 2010 wurde mit der Umgestaltung des Schrannenplatzes und der Lindentorstraße bis zum Gerberplatz begonnen. Die Ausführung erfolgte nach den vom Stadtrat genehmigten Plänen und umfasste auch die Gestaltung der Innenhöfe im Elsbethenareal.

Die Wasserspur steht kurz vor ihrer Vollendung. Fotos: Pressestelle der Stadt Memmingen.
Endspurt Ende September.